Aufnahme des DRK-Blutspendedienstes

Am 29. Februar 1952 spenden in Gelsenkirchen 27 Einwohner zum ersten Mal Blut für den neu entstandenen DRK-Blutspendedienst. Die Bereitschaft, Blut zu spenden, nimmt in Nordrhein-Westfalen wie in anderen Bundesländern rasch zu.

Die Deutschen leben endgültig in zwei getrennten Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen. In dieser Zeit des Kalten Krieges wird in beiden Regierungen an einem Konzept für die Zivilverteidigung unter Einbeziehung des DRK gearbeitet. Eine Gesprächsnotiz der Bundesregierung weist auf die Notwendigkeit hin, ein Blutspendewesen aufzubauen: In der Medizin steige die Bedeutung von Bluttransfusionen, und ein vorsorgender Katastrophenschutz sei auf das Vorhandensein von Blutkonserven angewiesen. Das Unfallgeschehen im zunehmenden Autoverkehr ist ein weiteres Argument.

Das Zentralkomitee der SED beschließt 1956, das DRK der DDR dem Innenministerium zu unterstellen. Zugleich wird es im Rahmen des Aufbaus einer „Sanitären Verteidigung“ mit der Entwicklung des Blutspendewesens beauftragt.

In beiden Staaten entwickelt sich – mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Ost (Werbung und Betreuung von Spendern) und West (DRK-eigene Blutspendezentralen) – der Blutspendedienst zu einem der erfolgreichsten Tätigkeitsbereiche des Roten Kreuzes. Er basiert auf dem Prinzip der freiwilligen, unentgeltlichen Blutspende und belohnt den Spender mit einem Imbiss oder einem „Spenderfrühstück“. Heute unterstützt der DRK-Blutspendedienst auch die Forschung in der Transfusionsmedizin.


 

Blutgruppen als Grundstein für erfolgreiche Transfusionen

Der österreichische Arzt Karl Landsteiner entdeckt 1900 die Blutgruppen, zunächst A, B und 0. Er legt damit den Grundstein für erfolgreiche Bluttransfusionen, die von nun an auf solider wissenschaftlicher Grundlage durchgeführt werden. Für seine Entdeckung erhält Landsteiner 1930 den Medizinnobelpreis.

Bereits an der Etablierung des ersten Blutspendedienstes in London ist das Britische Rote Kreuz beteiligt. In vielen Ländern ist das Rote Kreuz heute die wichtigste (zuweilen einzige) Blutspende-Organisation. Das Rote Kreuz der DDR hat an besonders treue Blutspender die Karl-Landsteiner-Medaille verliehen.

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