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Online vernetzt und trotzdem verloren: Warum Menschen den Suchdienst brauchen

Digitale Suche von verschwundenen Menschen

Täglich werden Menschen auf der ganzen Welt durch bewaffnete Konflikte, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder Migration von ihren Nächsten getrennt. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hilft, Angehörige zu finden, sie wieder miteinander in Kontakt zu bringen und Familien zu vereinen. Denn auch in Zeiten digitaler Vernetzung verlieren sich Menschen und brauchen Unterstützung bei der Suche. Anlässlich des Internationalen Tags der Vermissten am 30. August 2026 betont DRK-Generalsekretär Christian Reuter: „Wir werden uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, Familien wieder zu vereinen und Angehörigen Gewissheit über die Schicksale ihrer vermissten Familienmitglieder zu geben.“

Im Bereich der Internationalen Suche hat der DRK-Suchdienst im letzten Jahr 1.841 vermisste Angehörige neu registriert. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 786 neu registrierte Vermisste. Die Hauptherkunftsländer der Suchenden waren Afghanistan, die Ukraine, Somalia, Syrien und Irak. Der Hintergrund ist, dass Schutzsuchende aus von Krisen und bewaffneten Konflikten betroffenen Ländern auf ihren Fluchtwegen häufig den Kontakt zu ihren Familien verlieren. Die Arbeit des DRK-Suchdienstes bleibt dabei gefragt, denn auch in Zeiten von Social Media und Co. finden Angehörige einander oft nicht. Frauke Weber, Leiterin der DRK-Suchdienst-Leitstelle nennt hierfür mehrere Gründe: „Manche Suchende sind zu betagt oder zu jung, um die Möglichkeiten der Suche per Internet oder Social Media zu kennen und zu nutzen. Andere Vermisste oder suchende Angehörige sind zum Beispiel inhaftiert und haben keinen Zugang zum Internet.“ Ein weiterer Grund kann sein, dass elektronische Endgeräte sowie Ausweisdokumente auf der Flucht verloren gegangen sind beziehungsweise sie den Menschen abgenommen wurden. Das erschwert den Zugriff auf eigene Social Media-Konten, da Datenschutzmaßnahmen wie 2-Faktor Authentifizierung oder das Zugreifen auf den Passwort-Manager erstmal nicht umsetzbar sind,“ sagt Frauke Weber. Hinzu kommt, dass Vermisste oder suchende Angehörige sich oftmals in Gebieten ohne Netzempfang befinden, zum Beispiel aufgrund bewaffneten Konflikts, politischer Eingriffe oder aufgrund von Naturereignissen wie Erdbeben. 

Unterstützt wird die Arbeit des DRK-Suchdienstes durch das internationale Suchdienst-Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Insbesondere bei aktuellen internationalen Suchanfragen können die zu Suchdienst-Zwecken erhobenen Daten zwischen den 191 Nationalen Gesellschaften sowie dem Zentralen Suchdienst des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ausgetauscht und Familienmitglieder dadurch wieder miteinander in Kontakt gebracht werden.  

 Über 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erreichen den DRK-Suchdienst, der vom Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert wird, zudem weiterhin jedes Jahr tausende Anfragen von Angehörigen, die Gewissheit über die Schicksale ihrer Kriegsvermissten erlangen möchten. Im vergangenen Jahr sind insgesamt 7.752 Suchanfragen bezüglich des Verbleibs von Kriegsvermissten des Zweiten Weltkriegs eingegangen.  

 Der DRK-Suchdienst führte im letzten Jahr außerdem bundesweit 18.155 qualifizierte Beratungen zu den rechtlichen Voraussetzungen und der praktischen Durchführung des Spätaussiedler-Aufnahmeverfahrens sowie zur Familienzusammenführung Schutzberechtigter durch.  

Die Pressemappe finden Sie unter: 

https://www.drk-suchdienst.de/presse/internationaler-tag-der-vermissten/online-vernetzt-und-trotzdem-verloren 

Weitere Informationen zur Suchdienstarbeit sowie Online-Formulare für Suchanfragen finden Sie unter: 
www.drk-suchdienst.de  

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