"Ohne Ausnahme sagen wir alle dasselbe", notiert Haitam Daniel Al-Hasan in seinem Tagebuch im Sommer 2025. "Dieser Einsatz übersteigt alles, was wir je erlebt haben." Er schreibt das nicht leichtfertig. Um ihn herum arbeiten Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahrzehnten in Konflikt- und Krisengebieten im Einsatz sind. Dennoch herrscht Einigkeit: Der Gazastreifen ist ein Extremfall.
Seit Ende Mai grenzt das Feldkrankenhaus, in dem Haitam arbeitet, direkt an eine aktive Kampfzone. Maschinengewehrfeuer, Einschläge, das Pfeifen von Querschlägern – all das wird schnell Teil des Alltags. "Es erschüttert mich immer wieder, wie rasch diese Geräusche zu Hintergrundrauschen werden", schreibt er. Erst wenn Kollegen ihn darauf hinweisen, bemerkt er die eigene Abstumpfung. "Man gewöhnt sich an Dinge, an die man sich nie gewöhnen sollte."












