Katastrophenvorsorge und -hilfe in Mosambik

Mosambik ist stark von Naturkatastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, was die Lebensgrundlagen der weitgehend von Armut betroffenen Bevölkerung bedroht. Das DRK unterstützt das Mosambikanische Rote Kreuz bei der Verbesserung des Katastrophenschutzes, der Entwicklung und Umsetzung von effektiven humanitären Hilfsmaßnahmen. 

Klimawandel und Naturkatastrophen

Im Durchschnitt wird Mosambik jährlich von einem tropischen Wirbelsturm getroffen. Auch saisonale Überschwemmungen und Dürren treten häufig auf und führen zu erheblichen Schäden. Städtische Gebiete sind dabei durch ihre hohe Bevölkerungsdichte und eng aneinander stehende Gebäude besonders gefährdet. Aber auch in ländlichen Regionen sind die Existenzgrundlagen der von Landwirtschaft lebenden Menschen durch Extremwetter bedroht. Über 70 Prozent der Menschen in Mosambik leben in extremer Armut, sodass es ihnen an den nötigen Mitteln fehlt, sich hinreichend vor den negativen, klimatischen Auswirkungen schützen zu können. 

Soforthilfe-Projekt : Starke Überschwemmungen in Mosambik

Hochwasser nach Starkregen in Mosambik

Mosambik ist seit Ende Dezember 2025 mit einer schweren Hochwasserkatastrophe konfrontiert, die durch anhaltende Starkregenfälle verursacht wurde. Allein in den südlichen Provinzen Gaza und Maputo sind über 460.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Am 16. Januar 2026 wurde landesweit der Notstand ausgerufen.

Humanitärer Bedarf

Insbesondere ältere Menschen, Kinder, Frauen, Menschen mit Behinderungen sowie Gemeinden, die von der Landwirtschaft und Fischerei leben, benötigen dringend humanitäre Hilfe. Ohne diese sind sie einem erhöhten Risiko von Krankheitsausbrüchen und dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen ausgesetzt. Aufgrund der massiven Zerstörungen werden dringend Notunterkünfte, grundlegende Hilfsgüter, medizinische Dienste und die Versorgung mit sauberem Wasser benötigt.

Soforthilfe-Projekt

Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet eng mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz zusammen, das vor Ort eine tragende Rolle in der Katastrophenvorsorge und Nothilfe übernimmt.

Die Soforthilfe kommt 15.000 betroffenen Menschen zugute und umfasst folgende Maßnahmen:

  • Hilfsgüter: Beschaffung und Verteilung von Planen, Decken, Moskitonetzen, Erste-Hilfe-Sets, Chlortabletten zur Wasseraufbereitung und grundlegenden Haushaltsartikeln.
  • Wasser und Hygiene: Installation von Latrinen in Notunterkünften, Veteilung von Wasserbehältern und Produkten zur Wasseraufbereitung.
  • Hygiene-Trainings und Aufklärungsmaßnahmen, um sichere Hygienepraxis zu fördern, Krankheitsrisiken zu reduzieren und den nachhaltigen Umgang mit Wasser und Sanitäranlagen zu stärken.
     

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Projekt: Soforthilfe im Rahmen der Überflutungen im südlichen Mosambik 
Region: Mosambik – Südliche Region (Provinzen Gaza und Maputo)
Laufzeit: 28.01.2026 – 30.04.2026
Finanzierung: Auswärtiges Amt 
Volumen: 180.000 Euro
Partner: Mosambikanisches Rotes Kreuz

Foto: Gruppe mosambikanischer Freiwilliger in der Katastophenvorsorge
Gewappnet für Wetterextreme: ein Katastrophenvorsorge-Komitee in Mosambik

Vorausschauende humanitäre Hilfe in Mosambik

Die Zusammenarbeit des DRK mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz konzentriert sich auf Aktivitäten zur Katastrophenvorsorge und -hilfe. 2015 war Mosambik eines von weltweit drei Pilotländern, in denen Ansätze der vorausschauenden humanitären Hilfe erprobt wurden. Seitdem werden diese Ansätze gemeinsam weiterentwickelt, um auf der Basis von Wetter- und Klimavorhersagen schon im Vorfeld einer Katastrophe passende Hilfsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Dadurch können mögliche Auswirkungen von Naturkatastrophen auf gefährdete Bevölkerungsgruppen reduziert werden. Dieser vorhersagebasierte Hilfsansatz soll langfristig in das staatliche Katastrophenschutzsystem integriert werden. Dazu erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit nationalen Behörden und Institutionen sowie internationalen Fachzentren, wie z.B. mit dem Klimazentrum der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. 

Aktivitäten zur Katastrophenvorsorge

Ein wichtiger Baustein innerhalb einer funktionalen Katastrophenvorsorge beinhaltet die Errichtung und Instandhaltung von Frühwarnsystemen sowie die Einführung von standardisierten Frühwarnprotokollen. Dies ermöglicht den gezielten Einsatz von präventiven Maßnahmen, wie z.B. die Evakuierung von Personen, die Sicherung von Häusern oder die Verteilung von Hilfsgütern. 

Durch gezielte Schulungen und gemeindebasierte Aktivitäten zum Katastrophenschutz werden die Menschen in besonders gefährdeten Gemeinden aktiv in die Vorsorge eingebunden, was nicht nur ihre Sicherheit erhöht, sondern auch das Bewusstsein für die Risiken und den Umgang mit Naturkatastrophen schärft. Dabei werden besonders auch die speziellen Katastrophenrisiken von städtischen Infrastrukturen berücksichtigt. 

Projekt zur vorausschauenden humanitären Hilfe

Rotkreuzfreiwillige bei Saatgutverteilung

Mosambik: Gemeinsam mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz setzt sich das DRK dafür ein, das Katastrophenrisiko-Management und die Widerstandsfähigkeit von Gemeinden zu stärken.

Rotkreuzfreiwillige bei Saatgutverteilung

Mosambik: Gemeinsam mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz setzt sich das DRK dafür ein, das Katastrophenrisiko-Management und die Widerstandsfähigkeit von Gemeinden zu stärken.

Freiwillige des Mosambikanischen Roten Kreuzes

Das DRK in Mosambik 

Das DRK engagiert sich in Mosambik seit 2002 in vielfältigen Bereichen der humanitären Hilfe.

Nach Jahren der Unterstützung in den Bereichen Resilienzstärkung, Wiederaufbau und Wiederherstellung von Lebensgrundlagen sowie in den Sektoren Wasser, Hygiene, Unterkünfte und Gesundheit, konzentriert sich das DRK seit 2023 vorwiegend auf die vorausschauende humanitäre Hilfe. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz frühzeitig auf klimabedingte Risiken zu reagieren, humanitäre Auswirkungen zu minimieren und betroffene Bevölkerungsgruppen besser zu schützen.

Woman, distribution

Soforthilfe nach Naturkatastrophen

Nach dem verheerenden Wirbelsturm Idai im Jahr 2019, der schwere Überschwemmungen und weitreichende Zerstörungen in Mosambik hinterließ, war das Mosambikanische Rote Kreuz intensiv in der Nothilfe tätig. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Bereitstellung von sauberem Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Hilfe sowie der Reparatur von Sanitäranlagen. Zudem wurden Hygieneartikel und andere dringend benötigte Hilfsgüter verteilt. Besonders wichtig war die Bereitstellung temporärer Unterkünfte und die Sicherstellung einer angemessenen Wasser- und Abwasserversorgung, um die Gesundheit der Betroffenen zu schützen. In unseren Projekten erhielten die Teilnehmenden zudem Schulungen zu grundlegenden Hygieneregeln. Auch 2026 unterstützt das DRK mit einem Soforthilfe-Projekt unseren Partner dabei, auf die Überflutungen im Land zu reagieren. 

Berichte aus dem DRK-Blog

· Blog · DRK Team
Nach wochenlangen schweren Regenfällen sind in Mosambik schon Tausende Häuser durch Überschwemmungen zerstört, auch Menschenleben sind zu beklagen. Mitte Januar 2026 sind rund 600.000 Menschen von den verheerenden Folgen des Extremwetters betroffen. Mit vorausschauender Katastrophenhilfe und einem Frühwarnprotokoll hilft das Mosambikanische Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit dem DRK den Betroffenen.
Eine Gruppe Frauen in bunter Kleidung stehen vor einem vom DRK errichteten neuen Kornspeicher.
· Katastrophenvorsorge · Oana Bara
Es ist ein besonderer Tag für die Frauen in Gogote, einem Dorf in Mosambik in der Provinz Gaza. Mit Gloria Nhantumbo, der langjährigen und erfahrenen Projektkoordinatorin des Mosambikanischen Roten Kreuzes (CVM), Hildi Schätti, der DRK-Projektdelegierten, und Carlos Chambisso, dem Präsidenten des CVM im Distrikt Chokwe, bin ich in der Provinz Gaza und unterwegs in das entlegene Dorf. Wir sind zu Besuch gekommen, um die praktischen Fortschritte unseres Projektes zu begutachten und die Menschen dahinter kennenzulernen.
· Notunterkünfte/Wohnen · Quirina Kiesel
Im März 2019 traf der Zyklon Idai auf Mosambik und hinterließ ein nie dagewesenes Ausmaß an Zerstörung. Mehr als 1,8 Millionen Mosambikanerinnen und Mosambikaner waren von der Naturkatastrophe betroffen. 650 Menschen haben ihr Leben verloren. Das DRK leistet bis heute mit einem vom Auswärtigen Amt finanzierten Projekt Nothilfe in den betroffenen Regionen. Wir besuchten zwei Dörfer in der Provinz Manica, um zu erfahren, wie es den Menschen ein Jahr nach der Katastrophe geht. Vier Betroffene von Zyklon Idai berichten hier.

Abgeschlossene Projekte in Mosambik

DRK hilft in Mosambik nach Zyklon Idai

Erfahren Sie, wie das DRK von Wirbelsturm Idai betroffenen Menschen in Mosambik hilft, um ihre Wohn- und Hygienesituation zu verbessern.

Rotkreuzmitarbeiterin in Mosambik

Wirbelstürme und Überschwemmungen: Das DRK unterstützt Menschen in Mosambiks Hauptstadt Maputo, sich besser vor Naturkatastrophen zu schützen.

Betroffene von Zyklon Idai erhält Notunterkunft

Lesen Sie, wie das DRK Betroffene des Zyklons Idai mit der Bereitstellung von Unterkunft, Basisgütern und Hygienematerial unterstützt.

DRK hilft in Mosambik nach Zyklon Idai

Erfahren Sie, wie das DRK von Wirbelsturm Idai betroffenen Menschen in Mosambik hilft, um ihre Wohn- und Hygienesituation zu verbessern.

Rotkreuzmitarbeiterin in Mosambik

Wirbelstürme und Überschwemmungen: Das DRK unterstützt Menschen in Mosambiks Hauptstadt Maputo, sich besser vor Naturkatastrophen zu schützen.

Betroffene von Zyklon Idai erhält Notunterkunft

Lesen Sie, wie das DRK Betroffene des Zyklons Idai mit der Bereitstellung von Unterkunft, Basisgütern und Hygienematerial unterstützt.

Unterstützung ländlicher Gemeinden in der Anpassung an den Klimawandel

Region: Guija Distrikt, Provinz Gaza
Projektvolumen: 1.000.000 Mio Euro
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (IKU) und Spenden
Partner: Mosambikanisches Rote Kreuz, Nationale Behörde für Katastrophenmanagement

Unterstützung ländlicher Gemeinden in der Katastrophenvorsorge – Phase II

Region: Chókwé und Chibuto Distrikt, Gaza Provinz
Projektvolumen: 934.600 Mio Euro
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (SSF) und Spenden
Partner: Mosambikanisches Rote Kreuz, Nationale Behörde für Katastrophenmanagement

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