DRK-Zeitzeugen

Rolf Zimmermann

„Das könnte ich noch ewig machen“
Portrait Rolf Zimmermann

Jahrgang 1952 und aufgewachsen in Euskirchen in der Eifel, tritt Rolf Zimmermann mit achtzehn Jahren ins Rote Kreuz ein. Als Quereinsteiger geht er dort, wie relativ viele aus seiner Generation, für zehn Jahre zum Katastrophenschutz.

Nachdem er anschließend länger im elterlichen Betrieb tätig ist, wird er Ende der achtziger Jahre Kreisbereitschaftsführer und leitet parallel die örtliche Bergwacht. Von 1997/98 an wirkt er schließlich fünfzehn Jahre lang als Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Euskirchen. Sowohl ehren- als auch hauptamtlich ist er in den verschiedensten Bereichen des Roten Kreuzes aktiv.

Wenn man die Leute fragt, was ist Rotes Kreuz, dann ist das Blutspende und Blaulicht. Dass wir aber in Deutschland in fast hundert Arbeitsgebieten tätig sind, die meisten davon im sozialen Bereich, das wissen die wenigsten.

Rolf Zimmermann mit chinesischen Studierenden
Rolf Zimmermann mit einer Gruppe chinesischer Studierender vor „Transit 59“, dem Jugendgästehaus des DRK-Kreisverbands Euskirchen auf Vogelsang in der Eifel, Mai 2025

Unermüdlich widmet er sich der Jugendarbeit, daneben aber auch dem humanitären Völkerrecht, der Bildungsarbeit und dem Klimaschutz. Nach der Tsunami-Katastrophe nimmt er 2005 an Einsätzen in Sri Lanka teil und geht noch im gleichen Jahr als Erdbebenhelfer nach Pakistan. 

Während seiner Zeit als Kreisgeschäftsführer wird das weitläufige Gelände von Vogelsang in der Eifel frei. Diese ehemalige NS-Ordensburg war als Schulungseinrichtung für Nachwuchskader der Partei errichtet worden, im wuchtigen und martialischen Stil jener Zeit. In den fünfziger Jahren hatten die belgischen Streitkräfte in Deutschland dann dort einen Truppenübungsplatz eingerichtet. Als sie 2006 abziehen, stellt sich die Frage nach der Nachnutzung des historisch belasteten Geländes. Der DRK-Kreisverband Euskirchen erwirbt mehrere große Objekte, die sich dort inzwischen zu einem „Rotkreuz-Campus der Humanität“ gruppieren. Nach und nach siedeln sich auch andere Organisationen und Firmen auf Vogelsang an, und der Nationalpark Eifel verlegt sein Hauptquartier dorthin. 

Das Gespräch fand im Oktober 2020 auf Vogelsang statt.

In unserem Interview widmet sich Zimmermann zwei ganz unterschiedlichen Stationen seiner Rotkreuzlaufbahn: zum einen den frühen Jahren im Bundeskatastrophenschutz, und zum anderen der jüngsten Entwicklung auf Vogelsang, wo in den letzten fünfzehn Jahren, stets Hand in Hand mit einem bewährten Team und vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, auch zwei Rotkreuzmuseen entstanden sind.

Als ebenso passionierter wie kontaktfreudiger Rotkreuzler ist Zimmermann weit über den Landesverband Nordrhein hinaus bekannt geworden. „Meine Begeisterung rührt zum einen aus meiner Jugendzeit – zwei Weltpfadfindertreffen, das waren schon besondere Erlebnisse“, rekapituliert er. „Zum anderen diese Fahrten nach Solferino, zum Ursprungsort des Roten Kreuzes. Auch dort erlebe ich junge Leute, aber auch ältere, und man merkt, dass die gemeinsame Ideale haben. Das ist nicht nur so geistig-sphärisch, sondern eben auch praktisch, tatkräftig. Es macht Spaß, sich mit jüngeren Menschen auseinanderzusetzen: Wie sehen die die Dinge, wie reagieren die, wie agieren die? Also das könnte ich noch ewig machen.“

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