Myanmar: Vielseitige Hilfe für Binnenvertriebene in Kachin

Im Norden von Myanmar liegt das Kachin-Bergland, ein Ausläufer des Himalayas. Seit 1962 haben bewaffnete Konflikte den gleichnamigen nordöstlichen Bundesstaat Kachin nicht zur Ruhe kommen lassen. Im Jahr 2011 und 2018 kam es zu einem besorgniserregenden Anstieg der Gewalt, der die Menschen zur vorübergehenden Flucht zwang. Insgesamt leben mehr als 106.400 Menschen in Lagern, und weitere 20.000 leben in Gastgemeinden sowohl in Kachin als auch in den nördlichen Teilen des benachbarten Shan-Staates, wo es ebenfalls bewaffnete Auseinandersetzungen gibt. 

Risiko durch Naturkatastrophen in Kachin

Zusätzlich zu den Auswirkungen des Konflikts bergen Naturgefahren wie Zyklone und Erdrutsche ein erhöhtes Risiko für die Bevölkerung in Kachin. Von Juli bis September 2019 wurden mehrere Gebiete in Kachin von sintflutartigen Monsunregenfällen getroffen. Die Rotkreuzmitarbeiter und Freiwilligen werden befähigt, noch besser auf Katastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutsche reagieren zu können. Durch Ausrüstung und Schulung werden die nötigen Strukturen geschaffen, um die Bevölkerung besser zu schützen.

Hilfe durch Werkzeuge und Bargeldhilfen

Den Vertriebenen in Kachin mangelt es auch an sicheren Unterkünften und sanitären Einrichtungen. Sie erhalten deshalb Werkzeugkits und Bargeldhilfen für Reparatur und Ausbau ihrer Häuser und zum Bau von Latrinen und Waschgelegenheiten sowie Wassertanks. Falls sie die Möglichkeit haben, in ihre Heimatgemeinden zurückzukehren, bekommen sie ebenfalls Unterstützung in Form von Werkzeugen und Bargeldhilfen, um ihre Wohn- und Hygienebedingungen dort zu verbessern.

Den Lebensunterhalt sichern

Durch kleine Geschäfte oder landwirtschaftliche Aktivitäten versuchen die Menschen in Kachin, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, doch es mangelt vielen an Arbeit und bewirtschaftbarem Land. Besonders betroffen sind davon Personen mit Behinderung. Berufsbildende Maßnahmen und praktische Workshops gepaart mit gezielten Bargeldhilfen versetzen die Menschen in die Lage, sich und ihre Familien ernähren zu können.

Kachin: Maßnahmen gegen Covid-19

Außerdem ist die Grenzregion zu China durch COVID-19 besonders gefährdet. Die Freiwilligen des Myanmarischen Roten Kreuzes führen zusammen mit dem Gesundheitsministerium Kampagnen durch und klären die Bevölkerung in Kachin über entsprechende Hygienemaßnahmen auf. Das Projekt umfasst auch die Bereitstellung von persönlicher Schutzkleidung und eine Krankenversicherung für Mitarbeiter/Freiwillige.

Schulen stärken und das Katastrophenrisiko vermindern

In den Schulen werden Lehrende und Schüler in Kachin zu den Risiken durch Katastrophen aber auch zu Covid-19 sensibilisiert. Es finden zielgruppengerechte Katastrophenschutz- und Erste-Hilfe-Übungen statt, so dass die Schüler im Ernstfall gezielt handeln können. Eigens entwickeltes Informationsmaterial und die nötige Grundausstattung wie z.B. Erste-Hilfe-Kits, Megafone und persönliche Schutzausrüstung werden ebenfalls bereitgestellt.

Video: Aufbau eines Duschraums in Kachin

In einem Camp für Binnenvertriebene in Kachin werden mithilfe on Cash-for-Work-Aktivitäten Duschräume gebaut. 

Das Projekt

Land

Myanmar

Region

Kachin

Laufzeit

07/2020 bis 06/2022

Projektvolumen

600.000 €

Partner

Myanmarisches Rotes Kreuz, Dänisches Rotes Kreuz, ICRC

Finanzierung

Auswärtiges Amt, DRK/Spenden

Portrait einer Rotkreuz-Freiwilligen in Myanmar

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