Junge trinkt an Wasserstelle

Humanitäre Hilfe für Geflüchtete in Bangladesch

Das DRK verbessert mit Projekten zu Wasser und Hygiene und Katastrophenvorsorge die Lebenssituation von Geflüchteten aus Myanmar und stärkt mit einkommensschaffenden Maßnahmen die Resilienz der aufnehmenden Gemeinden.

Über eine Million Geflüchtete aus Myanmar leben seit nunmehr über acht Jahren in den Camps von Cox’s Bazar und der Insel Bhasan Char – zusammen die größte Flüchtlingssiedlung der Welt. 

Die humanitäre Lage bleibt äußerst angespannt: Eine sichere, freiwillige und würdige Rückkehr ist angesichts der Situation in Myanmar nicht absehbar, während die Geflüchteten fast vollständig auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. 

Seit Beginn der Krise im Jahr 2017 arbeitet das DRK Seite an Seite mit seiner unabhängigen Schwestergesellschaft vor Ort – dem Bangladeschischen Roten Halbmond – um die Grundversorgung der Geflüchteten und ihrer Gastgemeinden zu sichern. Ein Fokus liegt auf der Sicherstellung der lebenswichtigen Wasser- und Sanitärversorgung, der Stärkung von Einkommensmöglichkeiten sowie der Katastrophenvorsorge.

Blick über einfache Hütten
Die Camps bestehen aus einfachen Hütten.

Vielschichtige Herausforderungen

Die humanitäre Situation in Cox’s Bazar bleibt auch nach Jahren äußerst prekär. Laut dem sogenannten Joint Response Plan 2025–2026* benötigen rund 1,48 Millionen Geflüchtete sowie Aufnahmegemeinden weiterhin lebenswichtige Unterstützung in zentralen Bereichen wie Ernährungssicherung, Gesundheitsversorgung, Schutz, Bildung und Stärkung von Einkommensmöglichkeiten. Besonders kritisch bleibt auch der Zugang zu Wasser-, Sanitär- und Hygienediensten: In den dicht besiedelten Camps sind sichere Wasserquellen, funktionierende Latrinen, Abfallmanagement und Hygieneangebote entscheidend, um Krankheitsausbrüche zu verhindern und ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig steigt auch die Belastung in den Gemeinden der besonders betroffenen Distrikte Ukhiya und Teknaf, da Infrastruktur, natürliche Ressourcen und öffentliche Dienstleistungen durch die langanhaltende Krise stark beansprucht sind.

*Inter-Sector Coordination Group. (2025). 2025-26 Joint Response Plan: Rohingya Humanitarian Crisis. https://rohingyaresponse.org/project/2025-26-jrp

Dringender Bedarf an Spenden und Förderung der humanitären Hilfe

Die Lage in Cox’s Bazar ist leider längst zu einer vergessenen Krise geworden. Trotz steigender Bedarfe steht die Unterstützung der Geflüchteten in Bangladesch vor erheblichen Finanzierungslücken infolge global sinkender humanitärer Mittel. Massive Kürzungen gefährden die Versorgung mit Nahrungsmitteln und sauberem Wasser, Gesundheits- und Schutzleistungen sowie die Instandhaltung der grundlegenden Infrastruktur. Dies verschärft Schutzrisiken wie Ausbeutung, Menschenhandel, Gewalt und Zwangsrekrutierung, untergräbt den sozialen Zusammenhalt mit Aufnahmegemeinden und zwingt viele Betroffene vermehrt zu riskanten Bewältigungsstrategien, einschließlich gefährlicher Fluchtbewegungen. 

Wir bitten dringend um Spenden von Privatpersonen und Fördermittel durch Stiftungen und Unternehmen, um unsere Projekte aufrechterhalten und fortführen zu können. 

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Information für Unternehmen

Wie Ihre Spenden und Förderungen eingesetzt werden

Wasser- und Sanitärversorgung und Hygienemanagement

Sauberes Wasser, Sanitäranlagen und Hygienestandards spielen eine entscheidende Rolle beim Schutz der Gesundheit der Menschen in Cox’s Bazar. Die Instandhaltung der bestehenden Wasserinfrastruktur ist von entscheidender Bedeutung, um den täglichen Bedarf von 20 Liter Trinkwasser pro Person zu decken. Ebenso ist die kontinuierliche Unterstützung für den Betrieb und die Instandhaltung von Sanitär- und Abfallentsorgungsanlagen unerlässlich, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern und Unter- und Mangelernährung vorzubeugen. Regelmäßige Verteilungen von Seife und Hygieneartikeln sowie Menstruationshygiene-Sets für Frauen und Mädchen tragen ergänzend für ein gesundes Leben in Würde bei. 

Stärken Sie die Gesundheit der Menschen in Cox‘s Bazar und verhelfen Sie Ihnen zu besseren Lebensbedingungen, indem Sie uns helfen, unsere Aktivitäten im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene weiterzuführen.

Stärkung der Resilienz und Verbesserung der Lebensgrundlagen

Die Unterbringung der Geflüchteten in der Gegend hat auch auf den Alltag der Aufnahmegemeinden massive Auswirkungen. Um ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten, benötigen auch die Aufnahmegemeinden stabile Lebensbedingungen und eine sichere Grundversorgung. 

Als eine der ärmsten und zugleich klimatisch besonders gefährdeten Regionen Bangladeschs sind viele Haushalte regelmäßig von Zyklonen, Überschwemmungen, Erdrutschen und Dürren betroffen. Gleichzeitig führen begrenzte Einkommensmöglichkeiten und steigende Lebenshaltungskosten sowie die Belastung natürlicher Ressourcen zu zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheit. Entsprechend bestehen große Bedarfe beim Ausbau lokaler Kapazitäten zur Katastrophenvorsorge, etwa durch Frühwarnsysteme, gemeindebasierte Notfallstrukturen und klimaresiliente Infrastruktur. Um die Resilienz besonders vulnerabler Haushalte langfristig zu erhöhen, sind Aktivitäten zur Stärkung von Einkommensmöglichkeiten ein wichtiger und nachhaltiger Ansatz. 

In den vergangenen Jahren konnten wir so zum Beispiel Spargruppen für Frauen nach dem Modell der Village Savings and Loan Association (VSLA) aufbauen und neue Möglichkeiten zur Einkommensgenerierung eröffnen. Durch gemeinschaftliche Spar- und Kreditmechanismen erhielten die Teilnehmerinnen Zugang zu finanziellen Ressourcen, mit denen sie kleine Unternehmen gründen, in landwirtschaftliche Betriebsmittel investieren, Land für gemeinschaftliche Landwirtschaft pachten oder sich in der Geflügel- und Viehzucht engagieren konnten. Diese erweiterten Einkommensmöglichkeiten verbessern nicht nur das Haushaltseinkommen und die Lebensbedingungen der Familien, sondern stärken zugleich die wirtschaftliche Unabhängigkeit, das Selbstvertrauen und die Entscheidungsfähigkeit der Frauen innerhalb ihrer Haushalte und Gemeinden.

Helfen Sie uns, Resilienz und Lebensgrundlagen in den Gemeinden weiterhin zu verbessern, auch durch die gezielte soziale und wirtschaftliche Förderung von Frauen.

Was wir mit Hilfe Ihrer Spende und Förderung erreichen können

In enger Zusammenarbeit mit dem Bangladeschischen Roten Halbmond verantwortet das DRK Wasser-, Sanitär- und Hygieneleistungen für 25.222 Menschen, wobei Frauen, Mädchen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen prioritär Unterstützung erhalten. Gleichzeitig stehen die Verhinderung und Bewältigung zusätzlicher potenzieller Krisen wie das Auftreten von Naturkatastrophen und sozialen Konflikten im Zentrum unserer Aktivitäten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die Stärkung der Resilienz der aufnehmenden Gemeinden durch Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge sowie einkommensschaffenden Maßnahmen insbesondere für Frauen.

Was Ihre Spende bewirkt

Mit 55 Euro erhalten 180 Personen einen Tag lang 3 Liter Trinkwasser.

Mit 100 Euro können 50 Menschen einen Tag lang mit 20 Litern sicherem Wasser zum Trinken, für die Zubereitung von Speisen sowie für die persönliche Hygiene versorgt werden.

Mit 100 Euro erhalten 45 Menschen drei Monate lang Bade- und Waschseife.

Mit 140 EUR erhalten 10 Frauen und Mädchen pro Jahr zwei Menstruationshygiene-Sets.

Mit 150 Euro können ein Jahr lang Betrieb und Instandhaltung von vier sanitären Einrichtungen gewährleistet werden.

Mit 2.000 EUR kann ein neuer Tiefbrunnen mit Handpumpe installiert werden zur Versorgung von 250 Menschen mit sauberem Wasser.

Humanitäre Hilfe des DRK

Als langjähriger Partner in den Bereichen Nothilfe und Katastrophenvorsorge unterstützt das DRK den Bangladeschischen Roten Halbmond. Das DRK ist mit internationalem und lokalem Personal vor Ort präsent und seine Aktivitäten seit Beginn der Krise 2017 verstärkt. 

Die Hilfsmaßnahmen des DRK beziehen die Geflüchteten und die schutzbietenden Gemeinschaften gleichermaßen mit ein, um den sozialen Zusammenhalt zu fördern.

Ausgewählte Aktivitäten

Wasser- und Sanitärversorgung

  • Wasserversorgung durch Installation, Betrieb und Wartung von Wasseranlagen, z. B. Tiefbrunnen, Handpumpen und Leitungen
  • Bau von Handwaschstationen und sanitären Einrichtungen
  • Bau, Instandsetzung und Wartung von Sanitäranlagen, einschließlich Lösungen für besonders schutzbedürftige Menschen
  • Abwasserentsorgung, Reinigung und Fäkalienmanagement
  • Aufklärung über Gesundheitsrisiken durch verschmutztes Wasser
  • Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Infrastruktur, z.B. gegen Starkregen, Erdrutsche und Überschwemmungen, durch Drainagesysteme und Böschungssicherungen 

Hygieneförderung und Abfallwirtschaft

  • Hygieneschulungen und Sensibilisierungskampagnen, inklusive Training von Multiplikator*innen
  • Verteilung von Hygienekits (Seife, Zahnpasta, Shampoo, Waschmittel)
  • Menstruationshygiene-Management (MHM) für Frauen und Mädchen
  • Förderung der Abfallsammlung, -trennung und -kompostierung auf Haushalts- und Gemeindeebene
  • Bereitstellung von Hausmülltonnen und Installation von Gemeinschaftsbehältern
  • Bau, Sanierung und Pflege von Entwässerungskanälen
  • Aufbau und Schulung von Nutzer- und Instandhaltungsgruppen für nachhaltige Wasser- und Sanitärversorgung
  • Förderung von lokalen Strukturen zur langfristigen Selbsthilfe 

Stärkung von Einkommensmöglichkeiten

  • Schulungen für Frauen in Schneiderei und Unterstützung beim Aufbau eigener Einkommensquellen
  • Ausbildung von Landwirten in klimaresilienter Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit entsprechenden Behörden
  • Training von Fischern in sicheren und nachhaltigen Fangmethoden
  • Berufliche Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen in technischen Fertigkeiten wie Nähmaschinenreparatur oder Solaranlagenwartung

Katastrophenvorsorge

  • Durchführung von Katastrophenvorsorge-Maßnahmen wie Evakuierungsübungen, Simulationen, Sensibilisierungskampagnen und Community-Theater
  • Schulungen zu Katastrophenvorsorge und Erster Hilfe für Schüler*innen und Gemeindemitglieder
  • Ausbildung von Freiwilligen und Gemeindemitgliedern in Katastrophenvorsorge
  • Gründung und Ausstattung von lokalen Village Development Committees
  • Training von Freiwilligen in Erster Hilfe, Such- und Rettungsmaßnahmen sowie Frühwarnsystemen

Hilfsprojekte des DRK in Cox's Bazar

Krüge und Eimer an Wasserstelle
Projekt

Wasser, Hygiene und Gesundheit für 25.000 Geflüchtete in Bangladesch

Region: Cox's Bazar und Bhasan Char
Projektvolumen: 600.000 Euro
Laufzeit: 01/2026 - 12/2026
Finanzierung: Spenden von Stiftungen und Unternehmen
Partner: Bangladeschischer Roter Halbmond

Projekt

Humanitäre Hilfe für die vergessene Krise in Cox’s Bazar

Region: Cox's Bazar und Bhasan Char
Projektvolumen: 3.500.000 Euro
Laufzeit: 01/2020 - 12/2025
Finanzierung: Auswärtiges Amt, DRK/Spenden
Partner: Bangladeschischer Roter Halbmond

Projekt

Stärkung der Resilienz von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen und Gastgemeinden

durch Maßnahmen zu Katastrophenrisikomanagement und einkommenssichernden Maßnahmen sowie durch die Stärkung der Hilfsstrukturen der Nationalen Hilfsgesellschaften in Bangladesch und Myanmar

Region: Cox's Bazar, Bangladesch und Rakhine, Myanmar
Projektvolumen: 4.350.000 Mio. Euro
Laufzeit: 09/2019 - 04/2026
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (ÜH)
Partner: Bangladeschischer Roter Halbmond, Myanmarisches Rotes Kreuz

Aus dem DRK-Blog

Eine Frau steht draußen an einer Wasserentnahmestelle und lässt Wasser in einen Blechkrug laufen
 - DRK-Team
Zu Besuch bei Noor in Cox‘s Bazar erleben wir, wie unsere Unterstützung rund um Wasser und Hygiene den Alltag und die Gesundheit tausender Menschen verbessert hat. Wo viele Menschen auf engem Raum in Notunterkünften leben, können einfache Maßnahmen viel bewirken.
Frau sitzt mit Nähprojekt an Nähmaschine
 - DRK-Team - Bangladesch
Dank der Existenzförderung des DRK gemeinsam mit dem Bangladeschischen Roten Halbmond hat Nurjahan Afrosa Sumi aus Cox's Bazar ihr eigenes kleines Unternehmen gegründet.
Ein Mann hockt im Lager Kutupalong unter einem Zelt und hält eine Abwasserprobe hoch
 - Bangladesch
Anlässlich des Weltwassertags erinnert sich Benedikt Orlob an seine Zeit als DRK-Helfer in Bangladesch, in der er mithilfe eines kleinen Feldlabors die Abwasseraufbereitung im Camp für Geflüchtete aus Myanmar unterstützte.
Lächelnde Frau in Bangladesch

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