
Die Menschen in Äthiopien leiden unter den Folgen anhaltender bewaffneter Konflikte und extremer Wettereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen. Mehr als 20 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Mit verschiedenen Projekten verbessert das DRK die Lebenssituation der betroffenen Familien.
Die fragilen Lebensbedingungen in Äthiopien führen zu Ernährungsunsicherheit und Wassermangel: Die hauptsächlich von der Landwirtschaft lebenden Menschen sind nach ausfallenden oder schlechten Ernten oft akut von Hungerkrisen bedroht. Knapp werdende Ressourcen erhöhen zunehmend auch lokale Spannungen. Es mangelt an Medikamenten, Artikeln des täglichen Bedarfs und sicheren Unterkünften. Über vier Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Zusätzlich beherbergt das Land über eine Million Geflüchtete aus den Nachbarländern Sudan, Südsudan, Somalia und Eritrea.
Das DRK unterstützt Menschen in Not mit Bargeldhilfen, Materialien für Unterkünfte und Zugang zu sauberen und sicheren Sanitäranlagen. Auch Schulungen zu landwirtschaftlichen und unternehmerischen Tätigkeiten werden angeboten. Auf diese Weise werden Menschen in ländlichen Regionen dazu befähigt, ihre Grundversorgung und ihren Lebensunterhalt eigenständig zu verbessern.
In Gegenden mit fehlender Wasserversorgung helfen Trucks, die Bevölkerung mit von sauberem Wasser zu versorgen. Wasser stellt nicht nur die Grundlage für Hygiene und Gesundheit dar, auch Landwirtschaft ist ohne diese wichtige Ressource nicht zu betreiben. Aus diesem Grund sichern wir in Äthiopien die Wasserversorgung in Siedlungen intern Vertriebener durch den Bau von Flachbrunnen. Um die Hygienesituation zu verbessern, werden in den Siedlungen und aufnehmenden Gemeinden zudem Latrinen gebaut.
In Hygiene- und Gesundheitsschulungen lernen die Menschen, sich vor infektiösen Krankheiten zu schützen und ihre hygienische Situation zu verbessern. Um das erlernte Hygieneverhalten langfristig beizubehalten und die Wasserstellen instand zu halten, werden in den Gemeinden Komitees mit Verantwortlichen gebildet. Diese Komitees werden darin geschult, Infrastruktur, wie neu gebaute Flachbrunnen, zu warten und sichere Hygienepraktiken in ihrer Gemeinde zu fördern.
Intern Vertriebene benötigen vor allem auch sichere Unterkünfte. Um betroffenen Familien in Äthiopien Hilfe, Schutz und die Grundlage für ein Leben in Würde zu ermöglichen, erhalten sie Baumaterialien und Unterstützung beim Bau von Unterkünften.
Zudem erhalten die Haushalte Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Küchensets, Wasserkanister, Seife und Decken.

Besonders vulnerable Familien in Äthiopien erhalten einmalige Bargeldhilfen, über deren Verwendungszeck sie selbst entscheiden können. So haben sie die Möglichkeit, flexibel und bestmöglich für sich zu sorgen. Neben der Selbstbestimmung werden auf diese Weise lokale Märkte gestärkt.

Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet seit über 40 Jahren eng mit dem Äthiopischen Roten Kreuz zusammen. Mit über 100 regionalen Büros ist das Äthiopische Rote Kreuz eine der zentralen Hilfsorganisationen im Land.
Gemeinsam aktivieren wir Maßnahmen zur Not- und Katastrophenhilfe und schaffen durch die Stärkung lokaler Akteure die Grundlage für langfristige Stabilität.
In komplexen Situationen – wie zuletzt während des Konflikts in der Region Tigray – nahm das Äthiopische Rote Kreuz eine tragende Rolle bei der Versorgung betroffener Familien ein.
Als neutrale Organisation ist dem Äthiopischen Roten Kreuz der Einsatz in Konfliktgebieten gewährt, um humanitäre Nothilfe zu leisten und Rettungsdienste durchzuführen. Das DRK unterstützte hier zuletzt bei der Hilfslogistik und Beschaffung von Ambulanzfahrzeugen.