
Nach 15 Jahren bewaffnetem Konflikt ist die humanitäre Lage in Syrien nach wie vor kritisch. Überall erzählen verlassene Hausruinen von dieser Zeit. Wir helfen, eine Wasseraufbereitungsanlage zu restaurieren, die während des Konflikts ausfiel.
Obwohl die Stadt ar-Raqqa an dem großen Fluss Euphrat liegt, war hier die Versorgung mit sauberem Wasser lange ein Problem. „Das Wasser, das wir bekamen, war voller Sand und Dreck und nicht zum Trinken oder für den Haushaltsgebrauch geeignet“, erzählt eine Anwohnerin. Das verunreinigte Wasser müsste eigentlich in der örtlichen Wasseraufbereitungsanlage gefiltert werden, doch die benötigte dringend Reparaturen. Wegen Problemen bei der Trinkwasserversorgung kam es 2022 sogar zu einem Ausbruch von Cholera mit 599 Fällen.

Was mich in diesen Tagen besonders bewegt hat: Trotz größter Herausforderungen sprechen viele Menschen nicht zuerst über das, was sie verloren haben – sondern über das, was sie aufbauen wollen.
– Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, nach einem Besuch in Syrien im Februar 2026
Gemeinsam mit unserer örtlichen Schwestergesellschaft, dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond, sowie dem Norwegischen Roten Kreuz stellten wir die Funktion der Wasseraufbereitungsanlage wieder her. Dafür war ein schwimmender Zulauf notwendig, der sich an den Stand des Flusses anpasst und stets möglichst klares Wasser von der Oberfläche zieht. Außerdem bauten wir vier große Tanks, die das trübe Wasser von groben Verunreinigungen befreien, bevor es anschließend gefiltert wird.
Bisher gab es keine Möglichkeit, die Filter der Aufbereitungsanlage zu säubern. Um das zu ändern, errichteten wir eine spezielle Waschanlage. Im letzten Schritt wird das Wasser mit einer von uns erneuerten Sterilisationseinheit zu sicherem Trinkwasser für rund 70.800 Menschen in der Region.
Projekte wie dieses verbessern die Lebensbedingungen vieler Menschen und geben nach 15 Jahren voller Leid und Zerstörung neue Hoffnung. Dank der Spenden vieler Unterstützender helfen wir dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond zum Beispiel auch bei dem Betrieb eines Kinderkrankenhauses in Aleppo. So verbessern wir die Gesundheitsversorgung und Lebensumstände vor Ort.
15,6 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe – etwa 70 Prozent der Bevölkerung.
Etwa 6 Millionen Menschen sind aus dem Land geflohen.*
Nur 50 Prozent der Gesundheitseinrichtungen sind noch funktionstüchtig.