Mosambik

Die Katastrophe kommt

Foto: Mutter und Baby in Mosambik

Im Durchschnitt trifft Mosambik ein Wirbelsturm pro Jahr. Manche von ihnen bringen so viel Regen, dass Wassermassen große Gebiete überschwemmen. Eine Gefahr für ganze Dörfer, auf die wir uns bestmöglich vorbereiten.

Junge mit Wasserkanister vor Wüste
Gegenteiliges Problem: Neben enormen Niederschlägen kommt es in Mosambik auch zu langen Dürreperioden.

Mosambik vor ein paar Monaten: Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Während hier in Deutschland die weihnachtliche Stimmung auf dem Höhepunkt ist, wächst in Mosambik die Sorge vor einer Katastrophe. Die Wettervorhersagen prognostizieren enorme Regenfälle, die in der letzten Dezemberwoche landesweit zu regionalen Überschwemmungen führen könnten.

Am 27. Dezember wird die Warnung offiziell: Das Nationale Institut für Katastrophenmanagement in Mosambik ruft zu vorsorglichen Maßnahmen auf. Sofort wissen wir und das Mosambikanische  Rote Kreuz, was zu tun ist. Vor elf Jahren war Mosambik eines der ersten Länder, in denen wir Ansätze der vorausschauenden humanitären Hilfe erprobten. Trotzdem ist allen bewusst: Das wird kein Routineeinsatz.
 

Früh handeln

Mann übergibt Frau Eimer und Hygieneprodukte
Hilfsgüterverteilung in Mosambik

Wir nutzen den 28. Dezember, um uns intern vorzubereiten. Zusammen mit unserer örtlichen Schwestergesellschaft verteilen wir Aufgaben, mobilisieren Freiwillige, verladen Hilfsgüter und organisieren deren Transport per LKW und Boot.

Noch scheint der Regen für die Jahreszeit in Mosambik nichts Ungewöhnliches zu sein. Aber wir wissen, dass er stärker werden wird. In den Tagen bis zum 31. Dezember warnen wir die Menschen, dass Schlimmeres bevorsteht und klären über Gefahren und Hilfsmaßnahmen im Fall einer Überschwemmung auf. Zum Beispiel drohen Cholera und Malariaausbrüche, weil Trinkwasser verunreinigt wird und sich Mücken schnell vermehren können. Schon zu diesem Zeitpunkt verteilen wir deshalb Seife und Moskitonetze und bereiten Evakuierungen vor, indem wir zum Beispiel Sammelpunkte identifizieren.

Es regnet unaufhörlich

Überschwemmung in Mosambik
Viele Menschen haben durch die Überschwemmung ihr Zuhause verloren.

In der folgenden Woche laufen unsere Bedarfsanalysen auf Hochtouren. Die Katastrophe steht unmittelbar bevor und der folgende Einsatz wird bestmöglich geplant. Dann nimmt der Regen dramatisch zu: Zwischen dem 9. und 12. Januar fallen beispielsweise im Süden des Landes über 200 Liter Regen pro Quadratmeter. So viel Niederschlag wird dort sonst für einen ganzen Monat erwartet. Die Fluten zerstören Häuser, Straßen und Ernten. Insgesamt sind rund 600.000 Menschen betroffen – viele von ihnen verlieren ihr Zuhause und ihre gesamte Lebensgrundlage.

Unser Team identifiziert rund 1.200 Familien, die dringend Notunterkünfte, Wasserfilter, Schlafmatten, Moskitonetze und viele weitere Hilfsgüter benötigen. Wo Zufahrtsstraßen geflutet sind, transportieren wir Hilfspakete mit Kanus zu den Bedürftigen. Am 16. Januar ruft Mosambik den landesweiten Notstand aus.

Katastrophenhilfe

Frauen im Wasser
In den Fluten: Zwei schwangere Frauen auf dem Weg ins Krankenhaus.

Für ältere und erkrankte Menschen, die sich nicht aus eigener Kraft in Sicherheit bringen können, ist die Lage besonders gefährlich. Im ganzen Land sind Tote und Verletzte zu beklagen.

Trotzdem wollen viele Menschen ihre überfluteten Ortschaften nicht verlassen. Verzweifelt versuchen sie, ihre Lebensgrundlagen zu schützen. Das erschwert Evakuierungen, die aufgrund der Gefahrenlage notwendig sind. In der außergewöhnlichen Situation ist manchmal auch Einfallsreichtum gefragt, wie unsere Ehrenamtliche Lina aus Chókwè zeigt: Sie schafft es, zwei schwangere Frauen, die bereits in den Wehen liegen, mit einem improvisierten Boot ins Stadtzentrum zu bringen. Dort werden sie von weiteren Rotkreuz-Einsatzkräften in ein Krankenhaus gefahren und bringen zwei gesunde Kinder zur Welt.

Unsere Hilfe geht weiter

Nach der Überschwemmung geht unsere vorausschauende Arbeit weiter. Nicht nur, weil es in der nächsten Regenzeit wieder zu einer solchen Katastrophe kommen kann, sondern auch, weil wir die Menschen in Mosambik auf Dürren vorbereiten. Denn auch zu wenig Niederschlag ist immer wieder ein Problem für die Menschen im Land.

Allein das Wissen, dass eine Katastrophe naht, gibt den Menschen wertvolle Zeit, um sich bestmöglich zu schützen. Außerdem unterstützen wir Landwirtinnen und Landwirte dabei, ihre Anbaumethoden an die klimatischen Veränderungen anzupassen und zum Beispiel neue Pflanzen auszusäen.

Ob Dürre oder Überschwemmung, vorausschauend oder während einer Katastrophe – bitte unterstützen Sie unsere humanitäre Hilfe! Während der Überschwemmung in Mosambik hat sich nochmal gezeigt, dass wir durch frühes Handeln viel Leid vermeiden können.

Frau in Mosambik mit Wasserkanister

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Titel der Publikation

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