
Das Libanesische Rote Kreuz (LRK) und seine Freiwilligen leisten lebensrettende Hilfe und halten - inmitten multipler Krisen - laufende soziale Dienstleistungen für die Bevölkerung aufrecht. Informationen zu den weitreichenden Hilfsmaßnahmen finden Sie auf dieser Seite.
Im Zuge anhaltender und wiederkehrender bewaffneter Konflikte und Eskalationen im Nahen Osten ist die Bevölkerung im Libanon immer wieder von Gewalt bedroht und innerhalb des Landes zur Flucht gezwungen. Das Libanesische Rote Kreuz (LRK) ist fortwährend im Einsatz, um den Menschen in Not zu helfen. Dazu gehören Rettungseinsätze, medizinische und soziale Dienste sowie der Ausbau des Katastrophenschutzes.
Im Zuge des bewaffneten Konflikts in Israel und den Palästinensischen Gebieten war auch der Libanon zunehmend betroffen. Es kam im Süden des Landes zu Kampfhandlungen, die das Leben der Menschen erheblich beeinträchtigen.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat eine Hilfslieferung mit fast sieben Tonnen dringend benötigter medizinischer Ausrüstung in den Libanon auf den Weg gebracht. Der Transport erfolgt in Kooperation mit der Bundeswehr, die die Hilfsgüter von Köln nach Beirut fliegt. Die Ausrüstung umfasst unter anderem Infusionsgeräte, Verbandsmaterial und Ballonkatheter – Materialien, die dringend benötigt werden, um verwundete und verletzte Menschen medizinisch zu versorgen.
Aufgrund der angespannten Lage in der Region ist die Durchführung ziviler Hilfsflüge aktuell äußerst schwierig. Der Hilfsgütertransport des DRK ist daher ein entscheidender Beitrag, um die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung in den von Konflikten betroffenen Gebieten sicherzustellen. Die Lieferung ist Teil der kontinuierlichen Unterstützung des DRK für das Libanesische Rote Kreuz (LRK) in seiner wichtigen Arbeit vor Ort.
Ermöglicht wird die Hilfe des DRK im Nahen Osten durch die Förderung des Auswärtigen Amts, der Europäischen Union und Spendenmittel.

Das DRK hat seine Unterstützung 2024 bereits intensiviert. Diese flexible und bedarfsgerechte Unterstützung ermöglicht es dem LRK, seine Hilfe allein nach dem Maß der Not zu leisten und die vulnerablen Personen bestmöglich zu schützen.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist seit mehr als einem Jahrzehnt im Libanon aktiv und arbeitet eng mit dem Libanesischen Roten Kreuz (LRK) zusammen. Diese langjährige Partnerschaft konzentriert sich auf folgende Bereiche, die auch im aktuellen Konflikt von höchster Relevanz sind:

Unser Partner, das Libanesische Rote Kreuz (LRK), ist einer der wichtigsten humanitären Akteure im Land. Die oberste Priorität liegt im Schutz der Bevölkerung. Zu den wesentlichen Tätigkeiten des LRK zählen:

Das LRC betreibt mit über 12.000 Freiwilligen 51 Ambulanzzentren, 13 Bluttransfusionszentren, 36 Zentren für die medizinische Grundversorgung, 8 mobile medizinische Einheiten, 14 Katastrophenmanagement-Zentren. Es ist der wichtigste Anbieter von medizinischen Notfall- und Blutdiensten im Libanon und oft der einzige Akteur, der in der Lage ist, in Konfliktgebieten tätig zu sein.

Der Ansatz der gemeindebasierten Katastrophenvorsorge ist so einfach wie effektiv: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Freiwillige des Libanesischen Roten Kreuzes werden darin ausgebildet, Gefahren und Risiken besser zu erkennen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst angemessen auf diese zu reagieren. Das Libanesische Rote Kreuz führt landesweit Evakuierungsübungen und Erste-Hilfe-Trainings an Schulen durch und unterstützt die Gemeinden am Anfang mit Kleinstprojekten zur unmittelbaren Verbesserung der Gefährdungslage.
Das LRK hilft den Gemeinden dabei, sich selbst besser zu vernetzen und eigene Vorsorgemechanismen zu etablieren, die im Ernstfall vor allem besonders Schutzbedürftigen zugutekommen sollen. So haben nicht nur die direkt Angesprochenen eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber identifizierten Gefahren, sondern können ihre Erfahrungen und ihr Wissen auch an ihre Familien und Freunde weitergeben.

Der Libanon ist eines der Länder, das am stärksten von der Syrienkrise betroffen ist. Laut UNHCR hat der Libanon mit 1,5 Millionen syrischen Geflüchtete im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung die meisten Geflüchtete weltweit aufgenommen. Im Land ist eine von sechs Personen geflohen. Offizielle Zahlen zu erhalten ist herausfordernd, da die offizielle Registrierung 2015 eingestellt wurde. Zusätzlich leben ungefähr 250.000 palästinensische Geflüchtete sowie über 11.000 Menschen aus anderen Ländern wie dem Irak im Libanon.
Dieser Zustrom ist eine große Herausforderung für das Land, welches ohnehin unter einer Wirtschaftskrise, Inflation, hoher Arbeitslosigkeit und einer maroden Infrastruktur leidet. Die steigenden Preise führen dazu, dass immer mehr Menschen in extremer Armut leben. Im Jahr 2023 leben 88 % der syrischen Familien unterhalb der extremen Armutsgrenze, während es 2019 noch 55 % waren. Diese prekäre Situation erhöht das Risiko sozialer Spannungen und gefährdet die Stabilität im Land.
Über die Hälfte der registrierten Geflohenen im Libanon ist jünger als 18 Jahre, und 37 % der Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren gehen nicht zur Schule (Stand Ende 2023, UNHCR). Seit Beginn der Kämpfe in Gaza Ende 2023 flohen etwa 90.000 Menschen aus dem Gebiet entlang der südlichen Grenze zu Israel, darunter auch syrische und palästinensische Geflüchtete.
Der Libanon hat eine lange Geschichte bewaffneter Konflikte und wird zudem durch die anhaltenden Konflikte in seinen Nachbarländern enorm beeinträchtigt. Darüber hinaus ist das Land auch Risikogebiet für zahlreiche Naturkatastrophen wie Erdbeben, Waldbrände und Kältewellen.

Der Libanon leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, die durch die verheerende Explosion im Hafen von Beirut im August 2020 sowie die Covid-19 Epidemie weiter verschärft wurde. Die Lebensmittelpreise sind so stark gestiegen, dass die Mehrheit der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt.