
Die Menschen in Bangladesch leiden unter wiederkehrenden Naturkatastrophen: Extreme Wetterbedingungen, Überschwemmungen und Wirbelstürme bedrohen Menschenleben, gefährden die Landwirtschaft und zerstören Häuser, Schulen oder ganze Distrikte.
Zudem sind in den letzten Jahren fast eine Million Geflüchtete aus der Region Rakhine in Myanmar nach Bangladesch gekommen und leben dort unter schwierigen Verhältnissen in großen Flüchtlingslagern.
Anfang 2020 kam erschwerend die Ausbreitung des Coronavirus in dem wirtschaftlich schwachen und eng besiedelten Land hinzu. Die humanitäre Hilfe für die ohnehin vulnerable Bevölkerung steht damit vor zusätzlichen Herausforderungen und erfordert erweiterte Hilfsmaßnahmen.
Das DRK unterstützt die Aktivitäten des Bangladeschischen Roten Halbmondes vor Ort. Erhalten Sie hier einen Überblick.
Rund 140.000 Menschen in den Camps für Geflüchtete in Cox’s Bazar und den umliegenden Aufnahmegemeinden sind von schweren Monsunregen betroffen. Nach Stand am 14.Juli 2026 verloren 15 Menschen ihr Leben und 19 wurden verletzt. Infrastruktur und zahlreiche Unterkünfte sind beschädigt. Über 13.000 Menschen wurden obdachlos.
In dem von BDRCS und DRK unterstützten Einsatzgebiet wurde bereits eine Bedarfsanalyse der Wasser- und Sanitärversorgung durchgeführt. Zahlreiche Latrinen und ein Standort zur Abfallaufbereitung wurden beschädigt.

Neben den Schadensermittlungen arbeiten BDRCS und DRK derzeit an der Hangsicherung und der Instandsetzung der Sanitäranlagen. Parallel klären Freiwillige über die sichere Nutzung der Anlagen, über wasserbedingte Krankheiten, über Abfallmanagement und Umwelthygiene auf.
Die aktuelle Monsunlage macht erneut die anhaltende Notlage der Rohingya-Geflüchteten deutlich. Angewiesen auf humanitäre Hilfe leben sie in einfachen Unterkünften in dicht besiedelten Gebieten. Jeder weitere Erdrutsch, jede Überschwemmung, jeder Sturm bringt sie in große Not.
Gleichzeitig gefährden massive Finanzierungslücken die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln, Wasser, Gesundheits- und Schutzleistungen sowie die Instandhaltung der Basisinfrastruktur. Eine verlässliche und schnelle Unterstützung ist jedoch entscheidend, um lebensrettende Maßnahmen aufrechtzuerhalten und die Resilienz der betroffenen Bevölkerung gegenüber wiederkehrenden Krisen zu stärken.

Über eine Million Geflüchtete aus Myanmar leben seit dem Jahr 2017 in den Camps von Cox’s Bazar und der Insel Bhasan Char – zusammen die größte Flüchtlingssiedlung der Welt.
Die humanitäre Lage bleibt äußerst angespannt: Eine sichere, freiwillige und würdige Rückkehr ist angesichts der Situation in Myanmar nicht absehbar, während die Geflüchteten fast vollständig auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
Seit Beginn der Krise arbeitet das DRK Seite an Seite mit dem Bangladeschischen Roten Halbmond, um die Grundversorgung der Geflüchteten und ihrer Gastgemeinden zu sichern. Ein Fokus liegt auf der Sicherstellung der lebenswichtigen Wasser- und Sanitärversorgung, der Stärkung von Einkommensmöglichkeiten sowie der Katastrophenvorsorge.

Immer wieder ist Bangladesch von den Folgen des Klimawandels betroffen und wird von extremen Wetterereignissen wie Tropenstürmen oder auch Dürren heimgesucht.
Die vorhersagebasierte Katastrophenhilfe stellt ein effizientes und zukunftfähiges Programm dar, um Katastrophen im Vorfeld besser einzuschätzen und somit schon vor Katastrophenausbruch humanitäre Hilfe leisten zu können. Auf diese Weise können die Folgen von Extermwetterereignissen stark reduziert werden.
Erhalten Sie in folgendem Eintrag einen genaueren Einblick in den Ablauf des Programms zur vorhersagebasierten Katastrophenhilfe nach den schweren Überschwemmungen am Flusslauf des Jamura in Bangladesch: » Bangladesch: Ein neues Zeitalter

Viele Menschen in Bangladesch und Myanmar leiden unter Armut, während beide Länder extrem anfällig für Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen und Erdbeben sind. Damit die Betroffenen effektivere Hilfe erhalten, stärken wir die Strukturen der Katastrophenvorsorge und die Hilfskapazität unserer Schwesterorganisationen Bangladeschischer Roter Halbmond und Myanmarisches Rotes Kreuz.
In beiden Ländern helfen wir auf mehreren Ebenen, doch es gibt jeweils den regionalen Bedingungen entsprechende Schwerpunkte. Auf lokaler Ebene fördern wir in Bangladesch die Selbsthilfekapazitäten und damit die Resilienz der Menschen in den Gemeinden. Auf Ebene der Zweigstellen stärken wir die Strukturen und Kapazitäten im Bereich des Katastrophenrisikomanagements, während wir auf nationaler Ebene anstreben, die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Katastrophenrisikomanagements zu verbessern und relevante Akteure verstärkt zu vernetzen.
Bangladesch & Myanmar: Katastrophenrisiko gezielt vermindern
Familien in der Stadt Rajshahi erleben außergewöhnliche Hitzewellen. Wir unterstützen den Bangladeschischen Roten Halbmond im Katastrophenschutz, um die Menschen in der Region besser auf den Umgang mit starker Hitze vorzubereiten: ein Projekt in Zusammenarbeit mit IFRC und der EU Civil Protection & Humanitarian Aid.