
Als Enkel der britischen Königin Victoria (und Großvater des heute regierenden schwedischen Königs) gehört Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha zum europäischen Hochadel. Er wird 1884 als Leopold Charles Edward George Albert in England geboren und kommt erst im Alter von fünfzehn Jahren nach Deutschland. Seine Schulzeit verbringt er zunächst in Eton, dann an der Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde, anschließend studiert er Jura in Bonn. 1905 übernimmt er die Regierung des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha.

1914 wird er aus dem Stand zum General der Infanterie ernannt. Nach seiner erzwungenen Abdankung infolge der Niederlage 1918 wendet er sich zunehmend rechtsradikalen Kreisen zu. Er gilt als einer der frühen adeligen Sympathisanten der NSDAP, der er 1933 auch beitritt. Noch im gleichen Jahr übernimmt er verschiedene repräsentative Ämter, so auch das des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes. 1934 wird er außerdem zum Kommissar der freiwilligen Krankenpflege ernannt. Ab 1936 ist er Reichstagsabgeordneter der NSDAP.
Im DRK unterliegt er Mitte 1934 einem internen Kampf um die Kompetenzen des Präsidentenamtes. In den Folgejahren vertritt der Herzog das Rote Kreuz nahezu ausschließlich im Ausland, wirkliche Entscheidungsmacht hat er keine. Allerdings tragen seine aristokratische, kosmopolitische Herkunft zusammen mit seinen politischen Überzeugungen dazu bei, das Ansehen des NS-Regimes im Ausland zu erhöhen.
Mit der Ernennung von Ernst-Robert Grawitz zum stellvertretenden Präsidenten zu Beginn des Jahres 1937 verliert er erneut an Einfluss. Obwohl er bis 1945 im Amt bleibt, tritt er öffentlich kaum noch in Erscheinung.
Nach Kriegsende zeitweise von den Alliierten interniert, wird er 1950 im Rahmen der Entnazifizierungsprogramme als Mitläufer eingestuft und zu einer Geldstrafe verurteilt. Seine engen Verbindungen in führende Kreise des NS-Staates legen jedoch nahe, dass er zumindest teilweise in die Verbrechen seiner Parteigenossen eingeweiht gewesen ist. Er stirbt 1954, ohne sich jemals zu seiner Schuld bekannt zu haben.