
Nachhaltig sein, Wissen teilen und Strukturen so ausrichten, dass wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können. Die DRK-Strategie 2030 hat es in sich, dabei sind das nur drei von insgesamt neun Teilzielen der Verbandsstrategie. Die DRK-Strategie 2030 wurde ab 2019 unter großer Beteiligung des gesamten DRK entwickelt. Seit 2022 setzen wir die Strategie um.
Dass Veränderungsprozesse in großen, föderalen Organisationen Zeit brauchen, ist verständlich. Informationen müssen bereitgestellt, diskutiert und an die örtlichen Begebenheiten angepasst werden. Eine Vorgabe, die für alle passt, funktioniert selten. Schon die Umsetzung der DRK-Strategie 2010 hat viel Zeit in Anspruch genommen. Doch sie betraf auch die Grundlagen des Verbandes: Satzungen wurden angepasst und Vorstandsmodelle umgesetzt. Was ab 2020 auf das DRK zukam, hatte andere Dimensionen. Anfang 2020 begann die Corona-Pandemie, im Sommer 2021 überflutete die Ahr große Gebiete im Südwesten Deutschlands und 2022 eskalierte der Konflikt in der Ukraine. Das DRK bewältigte alle damit verbundenen Aufgaben, doch klar ist auch, dass andere Aufgaben dafür in den Hintergrund traten. So nahm die Umsetzung der DRK-Strategie 2030 erst ab 2022 wieder richtig Schwung auf.
Die DRK-Strategie ist komplex. Um die Inhalte dennoch fokussiert umsetzen zu können, erfolgt die Umsetzung in Schwerpunkten. Der erste Schwerpunkt fokussierte sich ab 2022 auf die Gewinnung von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie auf die Stärkung des Bewusstseins für die Rotkreuz-Grundsätze und die DRK-Aufgabe innerhalb und außerhalb des Gesamtverbands. Im Rahmen dieses Schwerpunkts fanden der erste Strategietag und das erste Co-Kreativ Camp statt. Zum ersten Mal wurden fünf Strategieprojekte mit je bis zu 10.000€ gefördert und inhaltlich begleitet: der Kreisverband Gütersloh bildete mit Virtual Reality Ehrenamtliche aus; der Landesverband Sachsen gewann mit #TeamSozial neue Ehrenamtliche; im Landesverband Baden-Württemberg entstand ein Netzwerk für Frauen im DRK; der Landesverband Hessen erprobte die Verwendung von Google-Ad-Grants für das Ehrenamt und der Kreisverband Nienburg entwickelte ein einfaches Konzept zur Ansprache von Jungrentnern.
Neben dem Förderprogramm wurde das Schulungsprogramm, in dem Teilnehmende im Projektmanagement gefördert werden, erstmals angeboten. Außerdem wurden die Strategie-Checks entwickelt und es gab eine Diskussionsreihe zum Thema GenZ und Alpha im Ehrenamt. Zusätzlich fanden online regelmäßige Strategie-Stammtische statt, um die Beteiligung an der Strategie aller im Verband zu erhöhen.
Nach der Umsetzung des ersten Teilziels bis 2024, arbeiten wir seit 2025 bis einschließlich 2027 am zweiten Strategie-Schwerpunkt. In diesem Schwerpunkt stehen die formulierten Ziele für einen nachhaltigen Verband, zum Wissens- und Erfahrungsaustausch in Ehren- und Hauptamt, sowie der Ausrichtung des DRKS als zukunftsfähige Organisation mit passenden Strukturen und Prozessen.
Die Umsetzung der DRK-Strategie 2030 gelingt nur gemeinsam unter Beteiligung aller engagierten haupt- und ehrenamtlichen Menschen im DRK. In Eigenverantwortung und entlang ihrer individuellen Gegebenheiten vor Ort setzen sich DRK-Verbandsgliederungen daher konkrete Ziele und entwickeln Maßnahmen und Projekte, die zum Erfolg der Strategie führen. Das DRK-Generalsekretariat begleitet diesen Prozess, fördert den Austausch, koordiniert und setzt Impulse. Dafür wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Formate und fachliche Angebote entwickelt und etabliert.
Im Rahmen des zweiten Schwerpunkts startete Anfang des vergangenen Jahres der Strategie-Podcast. Außerdem werden aktuell wieder fünf Projekte mit je bis zu 10.000 € gefördert: der Landesverband Oldenburg entwickelt ein interaktives Bildungsmodul für Kinder und Jugendliche, um die Krisenkompetenz an Schulen zu stärken; der Landesverband Hessen widmet sich in ihrem Projekt der Frage, wie Integration im Ehrenamt gelingen kann; der Bundesverband der Wasserwacht entwickelt ein digitales Mitglieder-Handbuch; im DRK-Kreisverband Vulkaneifel werden MINT-basierte Bildungsformate für junge Menschen zu der Themenschnittstelle Klimawandel und Bevölkerungsschutz entwickelt und der Landesverband Sachsen entwickelt gemeinsam mit Haupt- und Ehrenamtlichen KI-Prompts. Im Oktober 2025 fand der zweite Strategietag statt; am Anfang des Jahres tagte dann das erste Strategieforum in Berlin, auf dem sich ehemalige Teilnehmende aus den Strategieprogrammen vernetzen konnten. Auch die Online-Stammtische zum regelmäßigen Austausch innerhalb des Verbands finden weiterhin regemäßig statt. In diesem Jahr arbeiten wir auch daran, unser Schulungsprogramm weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse im Verband anzupassen.
Zur Halbzeit führen wir erneut eine umfassende Verbandsbefragung durch. Die Ergebnisse der ersten Befragung 2019 bildeten die Grundlage für die Entwicklung der DRK‑Strategie 2030. Mit der aktuellen Befragung wollen wir ein breit gefächertes Meinungsbild einholen, um den bisherigen Umsetzungsstand zu prüfen und gleichzeitig aktuelle sowie zukünftige Themen für das gesamte DRK zu identifizieren. Auf diese Weise dient die Verbandsbefragung sowohl als Reflexionsinstrument als auch als Impulsgeber für die Weiterentwicklung strategischer Maßnahmen in der zweiten Hälfte der Umsetzungsphase.
Zudem wurden fachlichen Angebote zu zentralen Strategiethemen geschaffen:
Im Bereich der Mobilisierung von Hauptamt wurden 2024 ein Fachtag zum strategischen Personalrecruiting durchgeführt, das Stellenportal jobs.drk.de überarbeitet und 2025 ein Workshop zur Entwicklung von Arbeitgebermarken im DRK angeboten. Zur Mobilisierung von Ehrenamt wurde der DRK Zeitspende-Leitfaden entwickelt sowie die Diskussionsreihe „Gen Z und Alpha im Ehrenamt“ gestartet. Für das Bereitstellen und Teilen von Wissenwurde eine Beschlussdatenbank eingerichtet, ein Workshop zu 16.3.-Beschlüssen durchgeführt und die Entwicklung eines Schulungsprogramms zur Qualifizierung von Ehrenamtlichen in Aufsichtsfunktionen gestartet.
Der Weg zur Umsetzung der DRK-Strategie 2030 ist bereits halb geschafft – dank zahlreicher Unterstützungsformate, innovativen Projekten und engagierten Menschen im gesamten Verband. Jetzt gilt es in der zweiten Hälfte die gewonnen Erkenntnisse zu bündeln, neue Impulse entlang der Ziele zu setzen und uns gemeinsam weiterzuentwickeln. Ganz nach dem Leitmotiv “Füreinander da. Miteinander stark.” gehen wir die zweite Hälfte gemeinsam an!