Rettungshunde

Immer der Nase nach

Hund mit Rotkreuz-Binde

Wenn Menschen im Hochschwarzwald als vermisst gemeldet werden, folgen die Rettungshunde des DRK-Kreisverbands Freiburg ihrer Spur – Pfote für Pfote, Meter für Meter. Sie sind rund um die Uhr 365 Tage im Jahr einsatzbereit!

Es ist 21:32 Uhr, als die Meldung der Polizei bei der Leitstelle eingeht: Eine Person wird vermisst. Matthias Mück, stellvertretender Staffelleiter der Rettungshundestaffel Hochschwarzwald, holt Details ein: weiblich, 78 Jahre, kurzes graues Haar, trägt vermutlich einen roten Pullover. „Bis vor Kurzem war der Helikopter in der Luft. Aber jetzt im Dunkeln kommen unsere Spürnasen zum Einsatz, die brauchen kein Licht“, erzählt Matthias Mück. Er fragt ab, welche Teams verfügbar sind. In spätestens 60 Minuten sind sie am Einsatzort.

Auf der Spur der Vermissten

Hund schnüffelt Geruchsprobe
Eine Mantrailer-Hündin nimmt den Duft eines Geruchsartikels auf.

„Am Einsatzort angekommen sucht die Hundeführerin für den Mantrailer (Personenspürhund) einen sogenannten Geruchsartikel im Haus“, erklärt Matthias Mück. Die Hündin nimmt den Geruch auf. Als sie eine Spur findet, folgt sie ihr wie auf Schienen: vier Meter voraus über eine kleine Brücke, eine Straße, bis zum Waldrand. „Als die Spur abbricht, teilen wir das Gebiet auf und schicken fünf Flächenteams los“, beschreibt er weiter. 

Die Leuchthalsbänder tanzen im Dunkeln, ihre Lichter werden immer schwächer: 20, 50, 100 Meter voraus suchen die Hunde selbstständig nach menschlicher Witterung. Plötzlich ein Bellen. In diesem Moment schießt Adrenalin durch den Körper des Hundeführers. Ist es die Vermisste? In welcher Verfassung ist sie? Als der Hundeführer näher kommt, entdeckt er im Schein seiner Taschenlampe die gesuchte Frau. Sie ist ansprechbar, aber stark unterkühlt. Die Bergwacht wird zum Abtransport angefordert. Gegen 4:30 Uhr geht es für alle nach Hause.

DRKlerin mit Dalmatiner im Wald

Eine Person wie in diesem Einsatz aufzufinden, ist der schönste Erfolg. „Aber das Nichtfinden oder das Verlieren einer Spur sind kein Misserfolg“, erklärt Matthias Mück. Jeder abgesuchte Bereich ohne Auffindung ist ein wichtiger Hinweis! Denn so kann sich die Suche auf andere Orte konzentrieren. „Und endet die Spur etwa an einer Tankstelle, kann die Polizei über Zeugenbefragung und Videoüberwachung weitersuchen.“

Ehrenamt mit Herz und Spürsinn

Die ehrenamtlichen Rettungshundestaffeln des DRK gibt es deutschlandweit, die Staffel im Hochschwarzwald feiert dieses Jahr sogar ihr 30-jähriges Bestehen. Zu ihr gehören 14 Teams, die zwei- bis dreimal pro Woche trainieren. Spenden helfen z.B., die 2,5-jährige Ausbildung zu finanzieren, die 2.500 Euro pro Hund kostet. Auch wichtige Ausrüstung wie Leuchthalsbänder, GPS-Geräte oder wärmende Hundemäntel wird davon angeschafft.

Rettungshundearbeit des DRK

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Titel der Publikation

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