Elisabeth von Thadden mit Schülerinnen

Elisabeth von Thadden

Mitarbeiterin im DRK-Präsidium und Helferin in einem Soldatenheim

Als eine der wenigen Persönlichkeiten aus den Reihen der Regimegegner und des Widerstands steht Elisabeth von Thadden in näherer Verbindung zum Roten Kreuz. Jahrgang 1890, entstammt sie einer pommerschen Adelsfamilie. Ihr Weltbild und ihre Lebenshaltung sind stark christlich geprägt. Als Pädagogin orientiert sie sich an der Arbeit Alice Salomons, deren Soziale Frauenschule in Berlin in den zwanziger Jahren kurzzeitig unter den Fittichen des Roten Kreuzes steht. Nach diesem Vorbild gründet sie 1927 ein Mädcheninternat auf Schloss Wieblingen bei Heidelberg. 

Portrait von Elisabeth von Thadden
Elisabeth von Thadden um 1941

Ihre Ablehnung des nationalsozialistischen Ungeistes bekundet sie allein schon durch die Mitgliedschaft in der „Bekennenden Kirche“. Trotz einschlägiger Verbote unterstützt sie auch jüdische Schülerinnen nach Kräften. Nachdem ihr 1941 wegen politischer Unzuverlässigkeit die Leitung der Schule entzogen wird, sucht sie eine neue Aufgabe, zugleich aber eine Stelle, an der sie weniger exponiert ist. 

Sie kommt im Präsidium des DRK in Potsdam-Babelsberg unter, wo sie der Kriegsgefangenenfürsorge zugeteilt wird. Dort wird sie jedoch nur in untergeordneter Funktion beschäftigt, etwa in der Poststelle. Wie sie später berichtet, werden damals ganze Stapel mit Post deutscher Soldaten, die nach der Schlacht von Stalingrad in Kriegsgefangenschaft geraten sind, der Gestapo übergeben. 

Schließlich wird sie als Helferin einem Soldatenheim in Frankreich zugeteilt. Allein dort betreibt das Rote Kreuz zu dieser Zeit dreihundert solcher Erholungsheime für Frontsoldaten, in denen rund tausendfünfhundert Helferinnen tätig sind. Sowohl über ihre Sachbearbeiterin im Präsidium wie über die Heimleiterin äußert sie sich abschätzig. Schwerer wiegt indes ihre regimekritische Haltung, aufgrund derer sie im Januar 1944 verhaftet, ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht und schließlich im September 1944 hingerichtet wird.

Schließlich wird sie als Helferin einem Soldatenheim in Frankreich zugeteilt. Allein dort betreibt das Rote Kreuz zu dieser Zeit dreihundert solcher Erholungsheime für Frontsoldaten, in denen rund tausendfünfhundert Helferinnen tätig sind. Sowohl über ihre Sachbearbeiterin im Präsidium wie über die Heimleiterin äußert sie sich abschätzig. Schwerer wiegt indes ihre regimekritische Haltung, aufgrund derer sie im Januar 1944 verhaftet, ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht und schließlich im September 1944 hingerichtet wird. 

Stefan Schomann

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