
Joachim von Winterfeldt-Menkin war von 1921 bis 1933 der erste Präsident des DRK e.V. Ein Forschungsprojekt nimmt sein Wirken genauer unter die Lupe.
Joachim von Winterfeldt-Menkin (15.05.1865-03.07.1945) war ein preußischer Politiker und Verwaltungsfachmann, der die Provinz Brandenburg von 1911 bis 1930 als Landesdirektor prägte. Neben seiner politischen Tätigkeit widmete er sich besonders der sozialen Fürsorge und dem Aufbau des Deutschen Roten Kreuzes, dessen Präsident er bis 1933 war. Auch in der deutschen Außenpolitik spielte er 1917 bei den Friedensverhandlungen mit Russland eine Rolle. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zog er sich aus seinen öffentlichen Ämtern zurück. Sein Name ist bis heute vor allem mit seinem sozialpolitischen und humanitären Engagement verbunden.

Die Geschichte des DRK ist geprägt von großen Brüchen: Gleichschaltung in der Zeit des Nationalsozialismus, Auflösung nach dem Krieg durch die Alliierten aufgrund seiner Verstrickung in das NS-Regime, Neugründung von zwei Rotkreuz-Gesellschaften in den beiden deutschen Staaten. Als erstem DRK-Präsidenten kam Joachim von Winterfeldt-Menkin bei der Gründung des Dachverbands 1921 und bei der Neuausrichtung des Roten Kreuzes eine Schlüsselrolle zu.

Den hundertsten Jahrestag des DRK-Dachverbands 2021 haben wir zum Anlass genommen, sein Schaffen genauer zu untersuchen und bekannte wie auch weniger bekannte Aspekte von Joachim von Winterfeldt-Menkin zu beleuchten. Dazu haben wir ein Forschungsprojekt auf den Weg gebracht.
Unser Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Entwicklung des DRK seit dem Ersten Weltkrieg zu erhalten. Wir wollen über diese Jahre und insbesondere über die Umbruchphase 1933 mehr Klarheit gewinnen. Eine von uns beauftragte und 2008 veröffentlichte Studie zum DRK unter der NS-Diktatur hat hier bereits wichtige Erkenntnisse geliefert, die Rolle Winterfeldt-Menkins während der Gleichschaltung des DRK jedoch noch nicht erschöpfend behandelt.
Die Ergebnisse der Untersuchung werden für 2026 erwartet.