Flut in Florenz

Nach schweren Hochwassern rund um Florenz reisen Spezialtrupps des DRK ins Katastrophengebiet und versorgen die Bevölkerung mit Trinkwasser.
Einsatzwagen bei Überschwemmung
Einsatz des DRK - Hilfszugs bei Überschwemmungen in Florenz 1966: Anlage zur Trinkwasseraufbereitung

Am 4. November 1966 tritt der Arno über die Ufer, wodurch es in Florenz und der umgebenden Provinz zu schweren Überschwemmungen kommt. Millionen Kubikmeter Wasser überfluten die Deiche, zerstören Reisfelder und richten vor allem bei Bauern sowie Industrie- und Handwerksbetrieben enorme Schäden an. 34 Menschen sterben in der Flut, die städtischen Wasserleitungen wird so schwer beschädigt, sodass die Trinkwasserversorgung zusammenbricht. 

Auf Anforderung des Italienischen Roten Kreuzes (CRI) und vermittelt durch die Liga der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften in Genf entsendet das DRK Spezialtrupps aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern in das Katastrophengebiet. Von Stuttgart-Vaihingen aus reist eine Zentralstaffel mit 11 Spezialfahrzeugen und 26 Helfern an. Insgesamt sind 44 DRK-Kräfte bei strömendem Regen im Einsatz. 

Sie lindern die akute Trinkwassernot und beseitigen sie schrittweise, indem sie sieben Trinkwasseraufbereitungsanlagen sowie 21 Ausgabestellen einrichten. Dafür wird Wasser aus einem Nebenfluss des Arno abgepumpt, gefiltert und an die Bevölkerung verteilt. Anfangs begegnen viele Bewohner dem Angebot mit Misstrauen, da das Wasser aus einer Stelle stammt, an der üblicherweise Müll abgeladen wird. Doch die sorgfältige Aufbereitung überzeugt sie schließlich. 

Gleichzeitig ruft das DRK die deutsche Bevölkerung zu Spenden auf. Das Bayerische Rote Kreuz erhält unter anderem eine großzügige Spende des Bayerischen Rundfunks, die Notunterkünfte vor Ort ermöglicht. 

Als Zeichen des Dankes verleiht das CRI später seine höchste Auszeichnung an den Präsidenten des Bayerischen Roten Kreuzes, Dr. Hans Ehard. Die Einsatzkräfte in Florenz erhalten vom DRK-Präsidenten die Leistungsspange in Silber verliehen. 

Hochwasser haben bereits Ende des 19. Jahrhunderts (►1883) die Gründung erster „Wasserwehren“ in Deutschland bewirkt; seither bildet die Wasserwacht eine der tragenden Säulen der Rotkreuzarbeit. Bei großflächigen Schadensereignissen (►2002) müssen bisweilen tausende von Helfern mobilisiert werden.

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