Rotkreuz-Mitarbeiter im Jemen
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Jemen: Nothilfe, Wasser und Gesundheit für Familien

Seit Beginn der Kämpfe im Jemen in 2015 hat sich die Lage im Land dramatisch verschlechtert. Die Kampfhandlungen haben bereits Zehntausende Menschenleben gefordert – davon mindestens 16.000 Zivilisten. Über 50.000 Menschen wurden verletzt. Hinzu kamen drei Cholera-Wellen in den letzten drei Jahren. Im Frühjahr 2019 ist die Cholera ein drittes Mal in Folge ausgebrochen. Das DRK unterstützt den Jemenitischen Roten Halbmond mit Hilfsgütern gegen die Cholera (Hygienekits) und einem Durchfall-Behandlungszentrum. Die Zivilbevölkerung des ohnehin sehr armen Landes befindet sich mitten in einer Hungersnot und die zivile Infrastruktur bricht immer mehr zusammen. Einem Großteil der Bevölkerung fehlt die Grundversorgung, die Menschen haben nur schwer Zugang zu Wasser, Unterkünften oder Nahrung. Dadurch werden chronische, behandelbare und vermeidbare Krankheiten wieder lebensbedrohlich, wie zum Beispiel Cholera, Diphterie oder aktuell auch das Dengue-Fieber.

Für 50 € können wir einer Familie Grundnahrungsmittel für einen Monat bereitstellen.

Jahrelanger Konflikt: Die Bevölkerung leidet Not

Seit mehreren Jahren tobt ein gewaltsamer Konflikt im Jemen. Durch Großoffensiven auf zentrale Orte wie die Hafenstadt Hodeidah und Frontlinien wie im stark besiedelten Taiz ist die Versorgungslage im Land immer prekärer geworden und Tausende von Menschen wurden vertrieben. Insgesamt sind im Jemen über 3,6 Millionen Menschen innerhalb des Landes geflohen, auf der Suche nach Schutz, Deckung der Grundbedarfe und Einkommensmöglichkeiten. Mittlerweile finden kämpferische Auseinandersetzungen jedoch in einem Großteil des Landes statt und die resultierende humanitäre Krise wird immer verheerender. Die Mehrheit der wichtigen Infrastruktur und der Gesundheitseinrichtungen ist zerstört; Lebensmittel und Medikamente sind schwer zu erhalten, und die Bevölkerung ist durch den andauernden Konflikt gezeichnet und stark geschwächt. Alle Bürger des Landes sind von der Krise betroffen, sei es durch direkte Kampfhandlungen oder indirekte Konsequenzen des Konflikts. Millionen von Menschen können ohne humanitäre Hilfe ihre Existenz nicht mehr sichern.

Das DRK leistet wichtige Hilfe im Jemen

Das Deutsche Rote Kreuz ist vor Ort und unterstützt den Jemenitischen Roten Halbmond dabei, Hilfe für die Bevölkerung zu leisten. Der Einsatz findet unter schwierigen Bedingungen statt und ist für die humanitären Helfer oft gefährlich.

Das DRK unterstützt den Jemenitischen Roten Halbmond insbesondere im Gesundheitsbereich. Dazu gehören der Betrieb und die Ausstattung von 7 Krankenhäusern und Gesundheitsstationen, die Beschaffung von Medikamenten und die Versorgung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern. Ein Schwerpunkt der Hilfe liegt in der Behandlung von chronisch erkrankten Patienten, wie z. B. der Dialyse bei Niereninsuffizienz. Außerdem kann der Jemenitische Rote Halbmond mit Unterstützung des DRK eine mobile Klinik betreiben, die täglich abgelegene Gemeinden in der Region um das Konfliktgebiet Taiz erreicht. 

Die Zahl der an Cholera erkrankten Menschen im Jemen ist nach wie vor hoch. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres über 823 000 Verdachtsfälle, mehr als 1200 Menschen starben bereits. Andere vermeidbare und chronische Krankheiten wirken sich aufgrund des Zusammenbruchs des Gesundheitssystems verheerend aus.

Als "entsetzliche humanitäre Situation" beschreibt der Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) bei den Vereinten Nationen, Robert Mardini, die aktuelle Lage im Jemen. Laut Angaben der Vereinten Nationen hat es in der Hafenstadt Hodeida in den letzten zwei Monaten rund 50 Todesfälle gegeben. Neben zehntausenden Fällen von Cholera und Malaria belastet mit Dengue-Fieber eine weitere schmerzende und lähmende Krankheit die notleidende Bevölkerung. Der erneute Ausbruch von Dengue ist auf das schwache Gesundheitssystem in dem von bewaffneten Konflikten beherrschten Land zurückzuführen. Ansteckende Krankheiten wie das Dengue-Fieber können sich so schneller verbreiten.

Die Situation im Überblick

  • Mehr als 3,6 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes geflüchtet, wovon 1,2 Millionen bereits zurückkehren konnten.
  • Bisher wurden 16.000 Zivilisten durch Kampfhandlungen getötet und mindestens 10.200 verletzt.
  • 24,1 Millionen Menschen, mehr als 80 % der Bevölkerung, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
  • Fast 18 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser.
  • 3,3 Millionen Menschen leiden an Mangelernährung - darunter 2,2 Millionen Kinder.
  • Knapp 20 Millionen Menschen, das heißt 68 Prozent der Gesamtbevölkerung, leiden unter Ernährungsunsicherheit.
  • 1,8 Millionen Kinder und 1,1 Millionen schwangere/stillende Frauen sind akut mangelernährt.
  • 16,4 Millionen Jemeniten haben keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung.
  • Über eine Million Menschen sind in den drei Cholera-Wellen seit 2016 erkrankt und über 2.000 sind daran gestorben.

Lieferung von Trinkwasser und Lebensmitteln

Viele Wasseraufbereitungs-Anlagen und -leitungen wurden zerstört. In der Hauptstadt Sana’a, die rund 2,5 Millionen Einwohner fasst und in der mehrere hunderttausend intern Vertriebene leben, funktioniert die Trinkwasserversorgung nicht mehr. Das DRK sorgt dafür, dass Tanklaster die Gemeinden an 47 Wasserstationen in insgesamt vier Bezirken des Landes mit Wasser versorgen. An den Stationen holen sich die betroffenen Familien täglich Trinkwasser.

Die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich seit Beginn des Konflikts mehr als verdoppelt. Zerstörte Infrastruktur wie Häfen und Straßen machen den Transport von Nahrungsmitteln und anderen Gütern schwierig, teuer und zeitintensiv. Die Preise für viele Güter, wie beispielsweise Speiseöl und Weizen, sind um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Durch die damit einhergehende geschwächte Kaufkraft der Bevölkerung steigt die Gefahr einer Hungersnot massiv an. Nahrungsmittelpakete werden per Schiff ins Land gebracht und verteilt.

Mit 230 € kann eine Schule mit Krankenliegen und Erste-Hilfe-Kits ausgestattet werden.

Unterstützung von mangelernährten Kindern und ihren Müttern

Akut mangelernährte Kleinkinder unter fünf Jahren und deren Mütter sowie stillende und schwangere Frauen werden mit Hilfe des DRK und des Auswärtigen Amtes unterstützt. Zu diesem Zweck hilft der Jemenitische Rote Halbmond in mehreren Gesundheitszentren. Unter anderem werden ein Kreißsaal, eine Notfallgynäkologie und eine mobile Gesundheitsstation betrieben. Die medizinischen Einrichtungen erhalten Medikamente, Ausstattung und Unterstützung bei baulichen Maßnahmen.

Durchfall-Behandlungszentrum und Maßnahmen gegen den erneuten Cholera-Ausbruch

Im Mai 2017 bestätigte das Jemenitische Gesundheitsministerium den erneuten Ausbruch der Cholera (bereits im Oktober 2016 kam es zu einem Ausbruch der Krankheit). Seitdem gab es über 1 Million Verdachtsfälle und rund 2.500 Tote. Mangelnde Wasserversorgung, Überschwemmungen und nicht abtransportierter Müll führen gerade in den Städten immer wieder zu katastrophalen hygienischen Bedingungen.

Im März 2019 erfasste die dritte Cholera-Welle den Jemen. Hundertausende Menschen stehen im Verdacht, erkrankt zu sein und viele sind seither bereits verstorben.

Das DRK unterstützt den YRCS in der Durchführung von Cholerakampagnen und Verteilungen von Hygienekits die spezifisch auf die Prävention und Behandlung von Cholera und Dehydrierung angepasst sind. In Taiz wird außerdem in den nächsten Wochen ein Durchfallbehandlungszentrum eröffnet.

Das Projekt

Region: Taiz, Hajjah, Amran, Al Dahle und Sana´a
Finanzierung: Auswärtiges Amt, Britisches und Belgisches Rotes Kreuz, action medeor und Spenden.
Partner: Jemenitischer Roter Halbmond (YRCS)

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