Bedrohliche Blutungen - starke Blutungen stillen

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Typische Verletzungsmuster wie tiefe Schnittwunden aber auch gewaltige Kräfte, die bei einem Unfall auf den Körper wirken, führen zu Verletzungen, oft mit Beteiligung größerer Blutgefäße. Es kann zu bedrohlichen inneren, aber auch zu den im Folgenden behandelten äußeren Blutungen kommen. Auch der (Teil-)Abriss von Körperteilen, so genannte Amputationen, haben oft starke Blutungen zur Folge.

Größere Blutgefäße befinden sich beispielsweise an Hals, Schlüsselbein, Oberarm, Handgelenk, Leiste, Ober- und Unterschenkel. Es kann bereits in kurzer Zeit zu einem hohen Blutverlust kommen, nicht selten entwickelt sich dadurch ein Schock.

Das Ziel der Ersten Hilfe ist es, die Blutung möglichst rasch zum Stoppen zu bringen. Äußere Blutungen werden durch direkte, lokale Druckanwendung und abhängig von der betroffenen Körperstelle mit oder ohne Zuhilfenahme eines Druckverbandes gestillt. Bereits durch das Hochhalten des betroffenen Körperteils (Arm, Bein) lässt die Blutung meist etwas nach.

Erkennen

  • Ggf. hat sich eine Blutlache gebildet.
  • Der Betroffene und dessen Kleidung sind mit Blut verschmiert.
  • Blut strömt (bei arteriellen Verletzungen pulsierend) aus einer sichtbaren Wunde.
  • Oft erkennt man Anzeichen von einem Schock: Der Betroffene hat kalte Haut, friert, zittert und ist auffallend blass.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Foto: Ein blutige Verletzung am Unterarm wird verbunden. DRK-Service GmbH/J. F. Müller
  • Ruhe bewahren! Um „Hilfe“ rufen, möglichst weitere Helfer einbeziehen. Notruf 112 möglichst frühzeitig (durch weitere Helfer) veranlassen.
  • Einmalhandschuhe tragen, um sich selbst und den Betroffenen vor Infektionen zu schützen.
  • Betroffenen ansprechen, möglichst (auf eine Decke) hinlegen, beruhigen und trösten. Sagen Sie dem Betroffenen immer, was Sie als Nächstes tun werden (psychische Betreuung).
  • Je nach Lage der Verletzung seitlich am Körper des Betroffenen knien.
Foto: Durchfühunrg eines Druckberbands am Unterarm, eine verpackte Binde dient als Druckmaterial. DRK-Service GmbH/J. F. Müller
  • Möglichst keimfreies Material auf die Wunde pressen, um die Blutung zu stoppen.
  • Um die Blutung zu verringern, sollte die betroffene Extremität zusätzlich hochgehalten werden (wenn möglich, vom Betroffenen selbst oder durch [einen weiteren] Helfer).
  • Sofern es abhängig von der verletzten Körperstelle möglich ist, Druckverband anlegen.

Beachte:

Wenn das Anlegen eines Druckverbandes an der verletzten Körperstelle (z.B. an Hals, Bauchbereich, Leiste), nicht möglich ist, Material weiter auf die Wunde drücken bis der Rettungsdienst den Betroffenen übernimmt.

 

 

Foto: Helferin beugt sich kümmernd über einen liegenden, zugedeckten Verletzten DRK-Service GmbH/J. F. Müller
  • Betroffenen mit leicht erhöhten Beinen lagern und zudecken (besonders bei Blässe, Frieren, Zittern, kalter Haut).
  • Auf Wunsch des Betroffenen verwundete Extremität erhöht lagern (z.B. Arm auf dem Oberkörper).
  • Sofern Sie alleine Sind, veranlassen Sie den Notruf 112.
  • Betroffenen weiterhin betreuen, beobachten und trösten (psychische Betreuung), bis der Rettungsdienst eintrifft.

Beachte:

Bei starken Blutungen aus Körperhöhlen muss das Blut abfließen können, damit der Betroffene nicht zu ersticken droht.

Bei Amputationen erst den Betroffenen versorgen, dann das Amputat. In keimfreiem Verbandmaterial kühl verpackt der verletzten Person oder dem Rettungsdienst mitgeben (z.B. Replantat-Beutel aus dem Betriebsverbandkasten).

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