In interdisziplinär besetzter Runde kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Praxis und öffentlicher Verwaltung zusammen, um die bisherigen Projektergebnisse zu reflektieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Fokus standen mögliche Verortungsmodelle sowie Nutzungs- und Verstetigungsansätze für ein Informationssystem im Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV).
Deutlich wurde dabei vor allem eines: Belastbare Netzwerke müssen bereits vor Krisen und Großschadenslagen aufgebaut werden. Die Teilnehmenden betonten, dass insbesondere die Übergänge von der psychosozialen Akuthilfe in weiterführende Unterstützungsangebote verbessert werden müssen. Noch immer hängen viele Strukturen stark von einzelnen Personen und persönlichen Kontakten ab. Das macht Systeme anfällig und erschwert eine verlässliche Zusammenarbeit im Einsatzfall.
Psychosoziale Hilfsangebote werden teilweise zu spät oder gar nicht genutzt. Als mögliche Lösung wurde die Einrichtung zentraler und niedrigschwelliger Anlaufstellen diskutiert, die Orientierung bieten und passende Unterstützungsangebote vermitteln. Solche Strukturen müssten kommunal verankert sein, etwa bei Gesundheitsämtern oder sozialpsychiatrischen Diensten.
Im Workshop wurden erste Entwürfe einer digitalen Plattform erprobt und diskutiert, die Akteure und Kompetenzen im psychosozialen Hilfeleistungssystem sichtbar macht, um Netzwerke vor der Lage nutzbar zu machen und die Koordination an den Versorgungsübergängen während einer Lage zu unterstützen. Die Aktualität der Informationen könne durch eine dezentrale Abfrage des Systems von den jeweiligen Angebotsträgern der PSNV gewährleistet werden. Neben einer Akteurs-Kompetenz-Übersicht sollten Zuständigkeitsbereiche, Versorgungskapazitäten sowie relevante Schnittstellen für die Weitervermittlung für PSNV-Leitungspersonal abrufbar sein. Öffentlich zugängliche Informationen müssen hingegen vor allem verständlich, vertrauenswürdig und bedürfnisorientiert aufbereitet sein, insbesondere wenn sie direkt von Betroffenen genutzt werden.
Insgesamt wurde die Bedeutung von Prävention und vorbereitender Vernetzung betont. Deutlich wurde, dass ein ganzheitlicher Ansatz über die reine Einsatz- und Nachsorgeperspektive hinausgehen muss, um die psychosoziale Versorgung bereits vor einer Lage zu stärken.
Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für ihre engagierte Mitwirkung, die fachliche Tiefe der Diskussionen und die Bereitschaft, ihre Perspektiven und Erfahrungen einzubringen.
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