
TELEPIK erforscht, wie pflegebedürftige Menschen nach einer Evakuierung in Krisen- und Katastrophenlagen verlässlicher versorgt werden können. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Helfende vor Ort mithilfe von Telepflege und digital verfügbaren pflegerelevanten Informationen unterstützt werden können.
Die wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen stellt den Bevölkerungsschutz vor neue Herausforderungen. Gerade in vorübergehenden Betreuungseinrichtungen gerät ihre Versorgung schnell unter Druck, wenn pflegefachliche Unterstützung und verlässliche pflegerelevante Informationen nicht ausreichend verfügbar sind.
Vor diesem Hintergrund untersucht TELEPIK, wie sich Telepflege und digitale Pflegedokumentation aus dem pflegerischen Alltag auf den Bevölkerungsschutzkontext übertragen lässt. Ziel ist es, fachliche Unterstützung aus der Ferne und eine verlässliche Informationsgrundlage so zusammenzudenken, dass Helfende vor Ort gezielt unterstützt werden können.
Kern des Projekts ist eine digitale Vernetzungs- und Dokumentationsplattform. Zugleich untersucht TELEPIK gemeinsam mit haupt- und ehrenamtlichen Expertinnen und Experten, welche fachlichen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit daraus ein praxistaugliches Gesamtkonzept für den Bevölkerungsschutz werden kann. So trägt das Projekt auch dazu bei, Pflege und Bevölkerungsschutz enger zusammenzubringen.


Pflege und Bevölkerungsschutz sind zentrale Aufgabenbereiche des DRK und fest in Ausbildung, Organisation und Einsatzpraxis verankert. Im Projekt TELEPIK übernimmt das DRK die Konsortialführung und verantwortet die organisatorische Gesamtkoordination. Schwerpunkt des DRK-Teilvorhabens ist die Katastrophenpflege und Telepflege als integrativer Bestandteil des Bevölkerungsschutzes. Dazu analysiert das DRK pflegerische Bedarfe, Brüche und Engpässe in realen Einsatzlagen und entlang typischer Versorgungspfade, insbesondere in Notunterkünften. Auf dieser Grundlage schafft das DRK fachliche und organisatorische Voraussetzungen für die Entwicklung des TELEPIK-Systems und verantwortet dessen Transfer, Sichtbarkeit und Verstetigung im Bevölkerungsschutz.
Im Projekt entwickelt das Universitätsklinikum Aachen (UKA) eine webapp-basierte Dokumentations- und Informationsplattform für den Katastrophenfall. Kern des UKA-Teilvorhabens ist die sichere, videobasierte Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Pflegeexpertinnen und -experten. Das UKA bringt seine Erfahrung im Katastrophenschutz sowie in Engineering und Entwicklung ein, um eine praxistaugliche, robuste Lösung zu gestalten. Dazu erstellt das UKA einen Prototypen, analysiert die benötigten Funktionen und testet ihn in realitätsnahen Szenarien. So entsteht eine nutzerzentrierte Plattform, die bestehende Abläufe im Bevölkerungsschutz sinnvoll unterstützt und den effizienten und sicheren Einsatz telepflegerischer Expertise ermöglicht.
Im Projekt unterstützt MA&T die Entwicklung eines praxisnahen Gesamtkonzepts für den Einsatz von Telepflege im Katastrophenfall. Schwerpunkt des MA&T-Teilvorhabens sind Kompetenzaufbau, Qualifizierung und Akzeptanz von Telepflege im Bevölkerungsschutz. MA&T bringt insbesondere seine Erfahrung in der konzeptionellen Arbeit, im Change-Management sowie in der Entwicklung strukturierter Qualifizierungs- und Kompetenzkonzepte ein. Ein Fokus liegt darauf, telegestützte pflegerische Maßnahmen sinnvoll in bestehende pflegerische Organisations- und Betreuungsprozesse einzubinden, exemplarisch an der Pflegestation des Mobilen Betreuungsmoduls 5.000. Die erarbeiteten Ansätze werden in Praxiserprobungen begleitet und evaluiert. So entstehen umsetzbare Konzepte, Qualifizierungsmodule und Handlungsempfehlungen für Telepflege im Bevölkerungsschutz.


Das DRK hat die Ausrichtung der Forschungsaktivitäten verbandsübergreifend festgelegt. Dabei wurden drei zentrale Schwerpunktthemen identifiziert: Gesellschaftliche Entwicklung, Ressourcenmanagement und Resilienz. Um die wissenschaftliche Befassung mit diesen Themen praktisch umzusetzen, orientieren sich daran spezifische Handlungsnotwendigkeiten und Forschungsprojekte.
TELEPIK nimmt dabei Bezug auf folgende Handlungsnotwendigkeiten: „Optimale Koordinierung und Einsatz von Personalressourcen“, „Betreuungsdienst der Zukunft“, „Vulnerable Gruppen in Krisen und Katastrophen“, „Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Bevölkerungsschutz“, „Bedarfsgerechte Integration Ehrenamtlicher“, „Verbesserte Einbindung spontaner Hilfsangebote“.
Zum DRK-Projektteam gehören Dr. Carolin Saltzmann als Verbundkoordinatorin sowie Marcus Schöps und Joshua Stepputat als wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Amelie Kloas als studentische Hilfskraft.
Für die projektbezogene Kommunikation nutzen Sie gerne auch das zentrale DRK-Projektpostfach: telepik(at)drk(dot)de

Dr. Carolin Saltzmann
Sachgebietsleiterin Sicherheitsforschung
Team Sicherheitsforschung & Innovationstransfer
C.Saltzmann(at)drk(dot)de
Joshua Stepputat
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Team Sicherheitsforschung & Innovationstransfer
j.stepputat(at)drk(dot)de
Marcus Schöps
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Team Sicherheitsforschung & Innovationstransfer
m.schoeps(at)drk(dot)de
Amelie Kloas
Studentische Hilfskraft
Team Sicherheitsforschung & Innovationstransfer
a.kloas(at)drk(dot)de