Foto: DRK-Teddy auf Parkbank Jörg F. Müller / DRK
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  1. Hilfe in Deutschland

Wenn Kinder nach Hilfe rufen

Westerwald: Gewalt gegen Kinder ist eine Alltagstragödie. Unser Kinderschutzdienst unterstützt Betroffene, ihre Erlebnisse zu verarbeiten und neue Perspektiven zu entwickeln.

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Jedes Jahr wird in Deutschland zwölf- bis vierzehntausend Mal in Fällen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder ermittelt. Nach einer Studie der Universität Ulm ist die Dunkelziffer aber weitaus höher. Sie geht von etwa einer Million betroffenen Kindern aus. Statistisch gesehen sitzen also in jedem Klassenzimmer zwei betroffene Kinder.

Im Jahr 2016 hat der Kinderschutzdienst Westerwald über 100 Kinder beraten, die körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt ertragen mussten. „Gewalt gegen Kinder zieht sich quer durch alle Gesellschaftsschichten“, weiß Eva Schäfer, Teamleiterin des Kinderschutzdienstes Westerwald. „Sehr oft spielt sie sich in der eigenen Familie ab. In diesen Fällen ist es für das Kind besonders schwierig, sich der Gewalt zu entziehen.“

Dass diese Kinder es überhaupt in die Beratung geschafft haben, ist bereits ein großer Schritt: „Kinder müssen häufig mehrmals Hilfe rufen, bis ihre Eltern oder andere Bezugspersonen reagieren. Das geschieht nicht mit böser Absicht: Die Kinder werden einfach missverstanden. Oft sind die Kinder aber auch zu traumatisiert, um über das Erlebte reden zu können. Denn die betroffenen Kinder erleben oft massive Grenzverletzungen“, verdeutlicht Eva Schäfer. „Erst im Laufe der Beratung gelingt es ihnen, sich zu öffnen. Am Allerwichtigsten ist es, dass die Kinder vor weiterer Gewalt geschützt sind und wieder stabil ihren Alltag bewältigen können.“

Foto: Titel des DRK-Soforthilfe Reports 1 2019
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Begleitung und Prävention

Zum Wohle der Betroffenen setzt der Kinderschutzdienst auch darauf, mit Prävention Gewalt zu verhindern: So schult das Team um Eva Schäfer jährlich über 300 Erzieher/-innen und Lehrer/-innen darin, wie sie Kindeswohlgefährdung erkennen und damit umgehen können. Außerdem bieten sie Kindertagesstätten und Schulen die Gelegenheit, eine „Präventionskiste gegen sexualisierte Gewalt“ auszuleihen. „Wenn Gewalt rechtzeitig erkannt und gestoppt wird, können Kinder wieder glücklich werden. Dann können die Wunden heilen.“

Damit der Kindeschutzdienst sich angemessen um betroffene Kinder und Jugendliche kümmern kann, ist er zunehmend auf Spenden angewiesen. Mit diesen Geldern können Präventionsprogramme durchgeführt werden. Außerdem ermöglichen sie, dass die betreuten Kinder Gruppenaktivitäten unternehmen können und Spiel- und Bastelmaterialien zur Verfügung haben.

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