
Die Menschen in Sudan leiden seit Ausbruch des bewaffneten Konflikts 2023 unter einer der größten humanitären Krisen der Welt. In Zusammenarbeit mit dem Sudanesischen Roten Halbmond leistet das DRK unter schwierigen Bedingungen dringend benötigte humanitäre Nothilfe.
Die Lebenssituation der Menschen in Sudan ist durch multiple Krisen geprägt: Ein Großteil der Bevölkerung leidet unter Ernährungsunsicherheit, Wassermangel, unzureichender Gesundheitsversorgung und den Folgen gewaltsamer Auseinandersetzungen. Wiederkehrende Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen und Dürren, verstärkt durch den Klimawandel, verschlechtern die humanitäre Lage zusätzlich.

Über 33 Millionen Menschen, mehr als 60 Prozent der Gesamtbevölkerung, sind in großer humanitärer Not.
Sie benötigen dringend überlebensnotwendige Hilfe wie den Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser, medizinischer Hilfe und sicheren Unterkünften.

Der seit drei Jahren anhaltende bewaffnete Konflikt hat katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung: 13 Millionen Menschen befinden sich innerhalb des Landes auf der Flucht.
Auch wichtige Infrastruktur ist beschädigt. In weiten Teilen ist das Versorgungsnetz für Wasser und Strom zerstört; viele Gesundheitseinrichtungen sind außer Betrieb.
Besonders betroffen sind Kinder und Frauen. Sie sind verstärkt von akuter Unterernährung und gesundheitlichen Risiken bedroht.
17 Millionen Kinder haben nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen, was einen großen Schatten auf ihre Zukunftsperspektiven wirft.
Phoenix 15.04.2026 - “Not ist unermesslich”
WDR 15.04.2026 - “Lage dramatisch eskaliert”
WAZ 13.04.2026 - „Sudan – eine der schlimmsten Katastrophen weltweit“
Deutschlandfunk 06.12.2026 - Der vergessene Krieg: Interview mit Christoph Johnen, DRK
taz 14.04.2025 - Krisen nicht nach Wichtigkeit für Europa sortieren

Aufgrund der kritischen Sicherheitslage ist der Zugang für humanitäre Hilfe erschwert und oftmals nur bedingt möglich. Schutz und Sicherheit der Helfenden, v.a. unserer Schwestergesellschaft, sind oft nicht verlässlich gewährleistet. Seit Ausbruch des Konflikts sind allein 22 Helfende des Sudanesischen Roten Halbmonds (SRCS) im Einsatz ums Leben gekommen.
Das DRK unterstützt den Sudanesischen Roten Halbmond seit Ausbruch des Konflikts bei seiner unermüdlichen und lebensrettenden Arbeit. Diese Unterstützung ist nur dank Spenden möglich.
Um seine Arbeit fortzusetzen, ist das DRK dringend auf Spenden angewiesen, gerade weil die katastrophalen Auswirkungen des Konflikts weltweit nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten.
Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich das DRK gemeinsam mit dem Sudanesischen Roten Halbmond (SRCS) mit einer Vielzahl von bedarfsgerechten Projekten, z.B. in der Katastrophenvorsorge, vorausschauenden humanitären Hilfe, Bildung, Gesundheit und Verbesserung der Lebensgrundlagen.
Seit Ausbruch des bewaffneten Konflikts konzentriert sich unsere Zusammenarbeit auf zwei Schwerpunkte: die Unterstützung von Nothilfe-Aktivitäten, um das akute Leid der Zivilbevölkerung zu lindern, und die Stärkung der Einsatzfähigkeiten des Sudanesischen Roten Halbmondes.
Die unter schwersten Bedingungen durchgeführten Hilfsaktionen umfassen die Bereitstellung von medizinischer Ausrüstung, Medizintechnik und Schutzausrüstung für den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen. Mitarbeitende und Freiwillige des SRCS leisten Erste Hilfe, transportieren Verletzte und unterstützen das medizinische Personal.
Innerhalb des Landes vertriebene Menschen erhalten in Aufnahmezentren Zugang zu funktionaler Wasser- und Sanitärversorgung sowie Bargeldhilfen und/oder Sachleistungen.
In El-Fasher in Nord-Darfur unterstützt das DRK die Installation von solarbetriebenen Wasserstellen und die Instandsetzung von sanitären und medizinischen Einrichtungen.
Im einzig noch funktionierenden Krankenhaus unterstützen wir ein spezielles Programm für schwangere Frauen und besonders schutzbedürftige Mütter. Beispielsweise werden schwangere Frauen mit Geburtshilfe und Bargeldhilfen unterstützt, um unter sicheren Bedingungen entbinden zu können.
In der Region Blue Nile unterstützt das DRK ebenfalls schwangere und notleidende Mütter mit Bargeldhilfen und/oder Entbindungsausrüstung. Zusätzlich wird dort eine mobile Gesundheitsstation betrieben, welche die medizinische Versorgungslage in der Region verbessert.

Bargeldhilfen sind ein wichtiger und effizientes Mittel der humanitären Hilfe: Menschen in Not erhalten so Handlungsspielraum und können selbst entscheiden, was sie am dringendsten benötigen. Dabei unterstützt das DRK den SRCS bei der schnellen und gezielten Auszahlung von Geldern an Familien und Binnenvertriebene.

In Kooperation mit dem SRCS und mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes baut das DRK die Planung und Durchführung von Bargeld- und Gutscheinverteilungen weiter aus. Das beinhaltet die Implementierung, Koordinierung und Optimierung eines Systems zur Bargeld-Verteilung in den teilnehmenden SRCS-Zweigstellen auf Bundesstaatsebene und in der SRCS-Zentrale.
Im Jahr 2024 erhielten im Rahmen des Projekts 6.138 besonders bedürftige und vulnerable Haushalte in vier Bundestaaten (Northern State, Gedaref, Kassala, Blue Nile) Bargeldhilfen in Höhe von 150 bis 200 Euro pro Familie. Umfragen der unterstützen Familien zeigen, dass das Geld vor allem für Nahrungsmittel und medizinische Versorgung eingesetzt wird.