
Das Leben in Somalia ist durch eine Vielzahl ineinandergreifender Krisen bestimmt: Anhaltende und bewaffnete Konflikte sowie extreme Wetterereignisse wie schwere Dürren führen zu weitreichender Ernährungsunsicherheit, Wassermangel und dem Verlust von Existenzgrundlagen. Das DRK leistet humanitäre Nothilfe und engagiert sich in langfristig angelegten Projekten.

Rund 54 Prozent der somalischen Bevölkerung leben unter der nationalen Armutsgrenze. Politische Instabilität, bewaffnete Konflikte, fehlende Infrastruktur sowie gehäuft auftretende extreme Wetterereignisse infolge des Klimawandels haben die Situation der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten deutlich verschärft. Schwere Dürreperioden in den vergangenen Jahren haben landwirtschaftliche Nutzflächen wie Äcker und Weideland vertrocknen und Nutzvieh verenden lassen.
Quellen: World Bank Document, https://www.bmz.de/de/laender/somalia/soziale-situation-119622
Im Jahr 2025 litten in Somalia 4,4 Millionen Menschen - etwa 23 Prozent der Bevölkerung - unter akuter Ernährungsunsicherheit. Zudem sind etwa 1,85 Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung betroffen; darunter befinden sich schätzungsweise 421.000 Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung.
Quelle: Details | FAO in Somalia | Food and Agriculture Organization of the United Nations, Somalia-2025-2026-02-22

Seit rund 25 Jahren arbeiten wir vertrauensvoll mit dem Somalischen Roten Halbmond zusammen, um in akuten Krisen lebensrettende Nothilfe zu leisten und zudem langfristig die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Unsere Hilfe basiert auf einer gemeindebasierten Analyse des jeweiligen Bedarfs vor Ort und umfasst die Bereiche Ernährungssicherung, Wasser und Hygiene, Klimaanpassung und Katastrophenvorsorge.
Die Menschen in Somalia sind nicht nur regelmäßig von schweren Dürren betroffen, sondern auch durch wiederaufflammende Konflikte bedroht. Besonders Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung benötigen besondere Unterstützung.
Das DRK unterstützt mit einem vom Auswärtigen Amt geförderten Soforthilfeprojekt besonders gefährdete Menschen mit Bargeldhilfen, was eine schnelle und flexible Reaktion auf akute Notlagen ermöglicht: Die Betroffenen können damit selbstbestimmt ihren dringendsten Bedarf decken - z.B. Wasser kaufen oder Nahrungsmittel auf lokalen Märkten erwerben.
Region
Hargeisa und Mogadischu
Projektvolumen
255.000 EUR
Finanzierung
Auswärtiges Amt / DRK
Dauer
01.02.2026 - 30.09.2026
Partner
Somalischer Roter Halbmond
Ziel all unserer Maßnahmen ist es, die Widerstandsfähigkeit der Somalierinnen und Somalier zu stärken, sodass sich Krisen in Zukunft weniger gravierend auswirken. Damit unsere Projekte nachhaltig wirken, setzen wir sie mit intensiver Beteiligung der Bevölkerung sowie in enger Zusammenarbeit mit Gemeindeorganisationen und Behörden um. In all unsere Projekte fließt ehrenamtliches Engagement aus den Gemeinden mit ein.

Als Folge des Klimawandels treffen Überschwemmungen und intensive Dürreperioden die Menschen in Somalia immer häufiger. Wir unterstützen den Somalischen Roten Halbmond beim Aufbau einer langfristigen, gemeindebasierten Katastrophenvorsorge.
Für schnelle Hilfe im Ernstfall gründen wir zum Beispiel lokale und regionale Einsatzteams und bilden sie aus. In Risiko- und Kapazitätsanalysen werden in den Gemeinden Naturgefahren und Katastrophenrisiken, wie beispielsweise ungesicherte Wasserstellen, wetteranfällige Einkommensquellen sowie lokale Selbsthilfekapazitäten (katastrophensichere Gebäude, Personen mit Erste-Hilfe-Kenntnissen etc.) identifiziert.

Aus diesen Analysen werden in einem weiteren Schritt konkrete Maßnahmen entwickelt, um das Ausmaß künftiger Katastrophen zu verringern, wie z.B. das Errichten von Schutzwällen auf Feldern oder die Befestigung von wichtiger Infrastruktur.
Um die Gemeindemitglieder in die Vorbereitung auf Katastrophenfälle miteinzubeziehen, koordinieren die Einsatzteams die Aktivitäten in den Gemeinden und führen Simulationsübungen durch, damit im Notfall jeder weiß, was zu tun ist. Die Teams setzen darüber hinaus nicht nur Aufklärungskampagnen rund um das Thema Klimawandel um, sondern setzen sich dafür ein, dass die Folgen des Klimawandels stärker in übergeordneten Strategien, Plänen und Programmen berücksichtigt werden. Weiterhin bauen wir Kapazitäten für Katastrophenmanagement bei unserer Schwesterngesellschaft, dem Somalischen Roten Halbmond, auf.

Um die Wasser- und Hygienesituation zu verbessern, baut und saniert das DRK in den Gemeinden Somalias Brunnen und große Wassersammelbecken – traditionelle Berkads. Wasserkomitees mit geschulten Dorfbewohnern sorgen dafür, dass diese Einrichtungen langfristig instandgehalten werden.
Über den Ausbau der Infrastruktur hinaus führen wir Trainings rund um das Thema Gesundheit und Hygiene durch, um ein verbessertes Hygieneverhalten zu fördern. Denn durch die Anwendung einfacher Hygieneregeln und die Nutzung sauberen Wassers wird Infektionskrankheiten vorgebeugt. Ergänzend dazu verteilen wir Wasserfilter.

Für einen großen Teil der Menschen in Somalia ist die Nutztierhaltung neben der Landwirtschaft eine wichtige Einnahmequelle. Wie landwirtschaftlicher Anbau sind auch Nutztiere anfällig für die Folgen von Wetterextremen, sodass unzählige Existenzen den Klimarisiken unterworfen sind. Im Falle einer Katastrophe verlieren die Betroffenen schnell ihr gesamtes Hab und Gut. Darüber hinaus sind viele junge Menschen, die in Somalia einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen, ohne ausreichende Bildung aufgewachsen, sodass ihnen Perspektiven fehlen, um ein von externer Hilfe unabhängiges Leben zu führen.

Um die Lebensgrundlagen der Menschen zu stabilisieren, unterstützen wir sie, Einkommensalternativen zu entwickeln. Je nach Region können das zum Beispiel die Fischerei oder das Führen kleiner Geschäfte sein. So sind die Menschen weniger abhängig von einer Einkommensquelle und können ihre Existenz besser sichern. Kleinbauern und -bäuerinnen nehmen an Schulungen teil, um neue landwirtschaftliche Techniken und Anbaumethoden zu erlernen, die an den Klimawandel angepasst sind. Von uns bereitgestelltes Werkzeug und neue Bewässerungssysteme sind ihnen bei ihrer Arbeit eine große Hilfe.
Die Ernährungsunsicherheit und ihre Folgen haben in ganz Somalia stetig zugenommen, bedingt durch Konflikte, Klimaschocks, wirtschaftliche Veränderungen sowie bestehende Ursachen wie Armut und Ausgrenzung. Der Somalische Rote Halbmond (SRCS) arbeitet vor Ort mit der IFRC, dem IKRK und Partnern der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, wie dem DRK, zusammen, um die von der Krise betroffenen Menschen zu unterstützen.
110 Euro unterstützen eine sechsköpfige Familie einen Monat lang mit Bargeldhilfen.
Mit 60 Euro können Freiwillige in den lokalen Gemeinden in Erste Hilfe ausgebildet werden.
24 Euro reichen aus für einen Keramikfilter zur Trinkwasseraufbereitung.