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Cholera-Epidemie in Haiti

Nach dem Erdbeben im Januar 2010 hat Hurrikan Tomas im Oktober das ohne-hin erschütterte Haiti in eine weitere Krise gestürzt. Wenn auch die Sturmschä-den niedrig blieben, konnte ein Anschwellen der bereits verschmutzten und mit gefährlichen Bakterien verseuchten Flüsse nicht verhindert werden. In brau-nem Wasser standen ganze Dörfer und die Notunterkünfte der Menschen, die seit Januar dort ausharren. Die Cholera breitet sich im gesamten Land aus.

Fotos aus dem Cholera-Behandlungszentrum in Arcahaie

© Daniel Cima / American Red Cross

Die Zahl der Infizierten sinkt seit Januar, doch mehr als 4600 Menschen sind der Krankheit erlegen (Stand: März 2011). Schon Wochen vor dem Starkregen führte der größte Fluss Haitis, der Artibonite, die gefährlichen Cholerabakterien; vermutlich ha-ben sich etliche Menschen, die in Flussnähe leben, mit der gefährlichen Krankheit angesteckt, als sie sich im Fluss mit Trinkwasser versorgten. Die Bewohner wurden umgehend vor dieser Gefahr gewarnt, doch nachdem der Artibonite über die Ufer trat, konnten sich die Krankheitserreger weiter verteile

Bitte helfen Sie den Menschen in Haiti mit Ihrer Spende

 

Nothilfe des Roten Kreuzes

Die beste Vorbeugung gegen Cholera ist frisches Wasser und persönliche Hygiene. Daher wurde verstärkt sauberes, mit Chlor versetztes Wasser verteilt. An Schulen und in den Notlagern wurde der Bevölkerung gründliches Händewaschen beige-bracht, Seife und Wasseraufbereitungstabletten ausgegeben. Über Radio wurde vor den Gefahren der Krankheit gewarnt. Ein bereits installiertes System zur massenhaf-ten Verbreitung von SMS erlaubt es dem Roten Kreuz, die Bevölkerung in bestimmten Regionen über empfehlenswerte Vorgehensmaßnahmen gezielt und schnell zu informieren.

Über 200 Latrinen und Duschen wurden in verschiedenen Lagern aufgebaut, beste-hende wurden desinfiziert. Freiwillige Helfer des Haitianischen Roten Kreuzes und Krankenschwestern werden weiter- oder ausgebildet. Sie sollen über die Durchfaller-krankung aufklären und Vorbeugemaßnahmen an ihre Landsleute weitergeben.

Cholerabehandlungszentrum in Arcahaie

Das Deutsche Rote Kreuz hat im Oktober ein Behandlungszentrum für Cholerafälle nördlich der Hauptstadt Port au Prince in Arcahaie in Betrieb genommen. Die Station unterstützt eine lokale Gesundheitsstation. Im DRK-Behandlungszentrum, in dem bis zu 250 Cholerapatienten täglich versorgt werden können, besteht derzeit aus drei Zelten und wird von 15 Helfern betrieben. Zuletzt wurden auch die schwer zugänglichen Dörfer in Bergregionen mit Aufklärungskampagnen und Hygiene Chlortabletten etc. erreicht.

Die Cholera hat mittlerweile einen endemischen Status und wird auf Haiti eine Krankheit bleiben, die mit jeder Regenzeit wieder ausbrechen kann. Doch Haitis Bewohner sind durch die umfangreiche Aufklärungsarbeit des Roten Kreuzes gewarnt und gewappnet – sie wissen, wie sie einer Ansteckung vorbeugen können.

 

So lernen Kinder singend, sich vor der Ansteckung mit der Cholera zu schützen

Dieses Lied ist in Haiti weit verbreitet. Es wird in den Schulen gelehrt und u.a. im Radio gespielt.

Flash ist Pflicht! www.youtube.com/watch?v=U6OwCiHlPW8

Aufklärungssong in Kreolisch

Dlo, savon, yon gode
3 bagay nesesè
Mete plis dlo lakay nou
Pou nou lave men nou
Pa bliye lave men nou
Lè nou sòti nan twalèt
Pou pwoteje lavi nou
Ak anvironman nou


vide dlo sou men n
savonnen men nou
netwaye zong nou
byen rense men nou
leve men-n anlè die we e e e e e e

Deutsche Übersetzung

Wasser, Seife, Geschirr
sind 3 notwendige Dinge.
Lasst uns ins Haus gehen,
damit wir unsere Hände waschen.
Lass uns nicht vergessen, unsere Hände zu waschen,
wenn wir von der Toilette kommen,
damit wir unser Leben schützen
und unser Dorf.


Gieß Wasser auf deine Hände
Seife deine Hände ein
Säubere deine Fingernägel
Wasche deine Hände gründlich
Hebt eure Hände hoch und ruft Juche!

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