Jedes Jahr stellt die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften ihren Weltkatastrophenbericht vor. Im Jahr 2020 kamen 24.396 Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben. 

Der Klimawandel wird für die Menschheit immer bedrohlicher. Das geht aus dem Weltkatastrophenbericht 2020 der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) hervor. Demnach traten im Jahr 2019 weltweit 308 Naturkatastrophen auf, 77 Prozent davon waren klimabedingt. Die Folge: 24.396 Tote, 97,6 Millionen Betroffene. „Aufgrund der globalen Erwärmung treten Wetterextreme wie Überschwemmungen, Stürme und Hitzewellen immer häufiger auf, ihr Ausmaß wird immer fataler. Die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen ist in den vergangenen 30 Jahren um 35 Prozent gestiegen. Die Weltgemeinschaft muss daher dringend gemeinsam wirkungsvolle Maßnahmen umsetzen, um die Erderwärmung zu stoppen. Der Klimawandel ist langfristig eine größere Herausforderung als die Coronavirus-Pandemie,“ sagte der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Christian Reuter anlässlich der Veröffentlichung des Berichts im November 2020.

Maßnahmen zum besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels müssten laut Weltkatastrophenbericht vor allem die Menschen erreichen, die davon besonders betroffen sind, wie zum Beispiel in Küstenregionen. Um Gemeinden besser vor der zunehmenden Bedrohung durch Wetterextreme zu schützen, müssten lokale Strukturen gestärkt und nachhaltige Investitionen in die Katastrophenvorsorge getätigt werden – das gelte für Regierungen, Geldgeber und humanitäre Akteure. Besonders die vorausschauende humanitäre Hilfe müsste gefördert werden, um bereits vor dem Auftreten einer Katastrophe aktiv werden zu können.

„Deswegen bringen wir als DRK diesen Ansatz der vorausschauenden humanitären Hilfe (Forecast-based Financing, FbF) voran, den wir zusammen mit IFRC und dem Rotkreuz-Rothalbmond-Klimazentrum entwickelt haben und der vom Auswärtigen Amt unterstützt wird. Ziel ist es, anhand von Wetterdaten drohende Extremwetterereignisse besser vorherzusagen, ihre Auswirkungen zu minimieren und Menschenleben zu schützen. Wird ein vorab definierter Vorhersage-Schwellenwert erreicht, werden automatisch finanzielle Hilfsmittel freigegeben – um zum Beispiel Häuser zu stabilisieren, Menschen zu evakuieren und ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen,“ erklärt Reuter.

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Die Auswirkungen des Klimawandels zerstören bereits jetzt jedes Jahr Leben und Lebensgrundlagen und werden ohne sofortiges und entschlossenes Handeln nur noch schlimmer werden. Der Weltkatastrophenbericht 2020 analysiert Trends bei Klimakatastrophen und zeigt, wie wir die humanitären Auswirkungen der Klimakrise gemeinsam angehen können.

Fakten zu klima- und wetterbedingten Katastrophen und deren Auswirkungen

  • In den letzten zehn Jahren wurden 83 % aller durch Naturgefahren ausgelösten Katastrophen durch wetter- und klimabedingte Extremereignisse wie Überschwemmungen, Stürme und Hitzewellen verursacht.
  • Die Zahl der klima- und wetterbedingten Katastrophen wuchs seit den 1960er Jahren und ist seit den 1990er Jahren um fast 35 % gestiegen.
  • Der Anteil der Klima- und Extremwetterkatastrophen an allen Katastrophen und Extremwetterereignisse zurückzuführen sind, hat in dieser Zeit ebenfalls deutlich zugenommen, von 76 % aller Katastrophen in den 2000er Jahren auf 83 % in den 2010er Jahren.
  • Diese wetter- und klimabedingten Extremkatastrophen haben in den vergangenen Jahren mehr als mehr als 410.000 Menschen getötet, die große Mehrheit davon in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Hitzewellen gefolgt von Stürmen forderten die meisten Todesopfer.
  • Weitere 1,7 Milliarden Menschen auf der Welt waren in den letzten zehn Jahren von klima- und wetterbedingten Katastrophen betroffen.

Wie und wo das DRK überall hilft

Der Bericht zeigt auch, dass über 97 Millionen Menschen in 2020 direkt von Naturkatastrophen betroffen waren. Das DRK ist derzeit selbst in rund 40 Ländern aktiv und unterstützt seine Schwestergesellschaften in vielen weiteren Ländern, um den Betroffenen zu helfen. Mehr über unsere Arbeit können Sie in unserer Rubrik "Hilfe weltweit" erfahren. Und Sie können auch Berichte aus erster Hand nachlesen, die wir dazu in unserem DRK-Blog veröffentlichen.

Weltkatastrophenbericht 2020: Gemeinsam humanitäre Auswirkungen der Klimakrise bekämpfen

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie anfällig die Welt für eine globale Katastrophe ist. Aber eine andere, größere Katastrophe bahnt sich schon seit vielen Jahrzehnten an, und die Menschheit hinkt immer noch weit hinterher, wenn es darum geht, ihr zu begegnen. 
Die Auswirkungen der globalen Erwärmung töten bereits Menschen und zerstören jedes Jahr Leben und Lebensgrundlagen, und sie werden nur noch schlimmer werden, wenn nicht sofort und entschlossen gehandelt wird. 

Die Häufigkeit und Intensität klimatologischer Ereignisse nimmt deutlich zu, mit mehr Stürmen der Kategorie 4 und 5, mehr Hitzewellen und mehr Starkregen, neben vielen anderen Extremen. Der Verlust natürlicher Ressourcen, Ernährungsunsicherheit, direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit und Vertreibung nehmen ebenfalls zu.

Viele Gemeinden sind von gleichzeitigen und aufeinanderfolgenden Katastrophen betroffen, so dass ihnen nur wenig Zeit bleibt, sich zu erholen, bevor der nächste Schock kommt. sich zu erholen, bevor der nächste Schock eintrifft. Die am meisten gefährdeten Menschen in diesen Gemeinden laufen Gefahr, zurückgelassen zu werden, wenn ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten nicht verstanden und ihre Stimmen nicht gehört werden.

Weltkatastrophenbericht 2020 zum Herunterladen (in englisch)

Frühere Weltkatastrophenberichte zum Herunterladen (in englisch)

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