Während Erste Hilfe sich auf körperliche Beschwerden fokussiert, legt psychosoziale Notfallversorgung und Krisenintervention das Augenmerk auf das seelische Wohlbefinden in traumatischen Situationen. Ein Ehrenamt, das viel von den Einsatzkräften abverlangt – und dessen Wichtigkeit für die Gesellschaft in den letzten Jahren mehr und mehr erkannt wurde.
Wie kommt man überhaupt zu so einem Ehrenamt?
„Ich habe früher im medizinischen Bereich gearbeitet, die meiste Zeit davon im Nachtdienst einer Notaufnahme. An vielen Stellen hätte ich mir Unterstützung für Menschen gewünscht, deren Angehörige verstorben sind. In der Nacht stand so eine Hilfe nicht regulär zur Verfügung. Anfang der 2000er erkannte man die Bedarfe noch nicht überall. Als ich in der Zeitung über das Kriseninterventionsteam gelesen habe, war ich sofort interessiert. Mittlerweile bin ich seit 16 Jahren in diesem Ehrenamt aktiv“, erzählt Oliver Ahrens. „Kein Einsatz ist wie jeder andere“, sagt er.
Malte Stüben arbeitet hauptberuflich als Sozialpädagoge in einer schulpsychologischen Beratungsstelle. „Ich weiß, wie es ist, wenn junge Menschen Schlimmes erfahren haben, aber keine zeitnahe adäquate Hilfe bekomme. Das sind Dinge, die sie ein Leben lang mit sich herumtragen und oft zu psychischen Erkrankungen führen. Aktiv dazu beizutragen, dass das Risiko der Erkrankung an einer posttraumatischen Belastungsstörung reduziert wird, ist mein Motor und der Grund, warum ich mich schon seit 25 Jahren engagiere.“
Grundsätze sind wichtiger denn je
Insgesamt besteht das Kriseninterventionsteam Hamburg aus über 50 Freiwilligen. Oliver Ahrens freut sich und ist stolz auf seine Kameradinnen und Kameraden in diesem fordernden Ehrenamt. Die Auszeichnung mit der Dankmedaille gilt ihnen allen.
Über das Team sagt er: „Ich kann mich auf jedes einzelne Mitglied verlassen. Dieses Gefühl ist besonders, unsere Einsätze sind meistens herausfordernd und oft belastend. Es ist toll, jemanden an meiner Seite zu haben, dem ich vertrauen kann.“ Die Arbeit erdet ihn und gibt ihm viel zurück. Malte Stüben ergänzt: „Es ist toll, dass so viele Menschen in unserem Team die Werte und Grundsätze des Roten Kreuzes nach außen tragen.“ Sein Team trägt aktiv dazu bei, dass es den Menschen in Hamburg ein kleines bisschen besser geht.
„Viele Bereiche würden ohne das Ehrenamt gar nicht funktionieren“, resümiert Oliver Ahrens abschließend. Von Sanitätsdienste auf Großveranstaltungen hin zu Besuchsdiensten, dem Engagement im Hospiz oder Vereinsportarten wie Fußball – ohne Ehrenamt geht’s einfach nicht.
