Seit 2008 bis zu seinem frühen Tod im Sommer 2025 war Matthias Lippe als Kreisbereitschaftsleiter aktiv. Als Leitung war er immer dann zur Stelle, wenn er gebraucht wurde – und begeisterte mit seiner Multifunktionalität. Einen „Macher“ nennt ihn sein Kreisverband, denn auf ihn konnte man zählen. Für viele war er mit seinem außergewöhnlich spezifischen DRK-Fachwissen der erste Ansprechpartner in der Kommune.
Vor seinem Tod hat sich der überzeugte Rotkreuzler ausdrücklich für die Stärkung des Ehrenamts ausgesprochen. Menschen für die positiven Aspekte des Ehrenamtes zu begeistern, lag ihm sehr am Herzen. Ehrenamt ist vielseitig – und Matthias Lippe ein wunderbares Beispiel dafür, was Menschen als Teil der Rotkreuzbewegung alles bewirken können.
Krisenerprobte Leitungsfunktion
Matthias Lippe leitete die Einsätze in diversen Hochwasserkatastrophen. Beim Elbehochwasser 2002 trug er maßgeblich zur erfolgreichen Evakuierung von 80 Bewohnern eines DRK-Seniorenzentrums bei. Besonders beeindruckend war sein Organisationstalent – denn fast zeitgleich koordinierte er die Evakuierung von Teilen der lokalen Bevölkerung und den Aufbau einer Notunterkunft.
Schnelles Handeln gefragt
Die Flüchtlingskrise 2015/2016 stellte bestehende Strukturen auf die Probe und erforderte ein ganz besonderes Maß an Einsatzwillen und Engagement von Ehrenamtlichen. Innerhalb weniger Stunden sorgte der Kreisbereitschaftsleiter für den Aufbau einer Notunterkunft für über 1.200 Geflüchtete. Auch danach engagierte er sich mit viel Herzblut, wurde sogar drei Monate von seinem Arbeitgeber freigestellt.
In der Covid19-Pandemie schaffte er innerhalb kurzer Zeit eine einsatzfähige Einheit. Er war es, der den Umbau eines Sanitätsbusses zu einer mobilen Test- und Impfstation initiierte. So ermöglichte er auch kleinen Ortschaften in der Region Covid-Tests und Impfungen.
Stärkung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit
Was zunächst als lose Kooperation im Rahmen einer Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Oborniki begann, weitete Matthias Lippe zu einer festen, verlässlichen Partnerschaft aus. Matthias Lippe organisierte einige Hilfstransporte nach Polen – eine Zusammenarbeit, die nun schon seit 2006 Früchte trägt.
„Matthias hinterlässt ein Vermächtnis von Hilfsbereitschaft, Fachkenntnis und unermüdlichen Einsatz, dass uns alle auch in Zukunft ein Vorbild sein wird. Wir verlieren aber nicht nur einen Macher und Kümmerer, sondern auch einen Freund, der immer und zu jeder Zeit für uns alle da war.“ -Sonja Petersen, Präsidentin des Kreisverbands Lüchow-Dannenberg e.V.
