Foto: Eine junge Frau aus Syrien hält ihr Kleinkind auf dem Arm Jakob Dall/Dänisches Rotes Kreuz
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MADAD-Programm: Gemeinsam helfen wir Flüchtlingen

Auch im achten Jahr geht der Krieg in Syrien mit verhängnisvollen Folgen weiter. Die große humanitäre Katastrophe hat den derzeit größten Flüchtlingsstrom der Welt ausgelöst. Neben Millionen Binnenflüchtlingen in Syrien suchen mehr als fünf Millionen Menschen vor allem in den Nachbarländern Zuflucht, wo sie dringend auf Schutz und Hilfe angewiesen sind. Das Rote Kreuz hilft mit dem MADAD-Programm.

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Mit etwa 45 € können drei Erste-Hilfe-Kits beschafft werden.

Was ist MADAD?

Im Rahmen des MADAD-Programms erhalten Flüchtlinge wie Gastgemeinden in den Nachbarländern Syriens dringend benötigte Unterstützung. Und der Name des Programms, das arabische Wort „Madad“, bringt das Vorhaben auf den Punkt: Er bedeutet „gemeinsam helfen“.

Das internationale Flüchtlingshilfsprogramm ist aus dem MADAD-Fonds der EU finanziert und steht unter der organisatorischen Leitung des Dänischen Roten Kreuzes. Ziel ist es, bis 2019 bis zu einer Million syrische Flüchtlinge und Menschen aus ihren Aufnahmegemeinden in der Türkei, dem Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten zu unterstützen. Das humanitäre Programm soll die Lebensbedingungen und die Widerstandsfähigkeit der Menschen verbessern gegen künftige Krisen, aber auch das friedliche Miteinander unter Flüchtlingen und den Menschen in den Gastgemeinden fördern. Damit möchte das Programm auch zur Stabilität in der Region beitragen.

15 Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften arbeiten in dem MADAD-Programm zusammen: neben dem Deutschen Roten Kreuz die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, der Ägyptische Rote Halbmond, das Dänische Rote Kreuz, das Französische Rote Kreuz, der Irakische Rote Halbmond, der Jordanische Rote Halbmond, das Libanesische Rote Kreuz, das Niederländische Rote Kreuz, das Norwegische Rote Kreuz, der Palästinensische Rote Halbmond, das Spanische Rote Kreuz, das Schwedische Rote Kreuz, das Schweizerische Rote Kreuz und der Türkische Rote Halbmond.

Warum ist MADAD notwendig?

Die große Mehrheit der syrischen Flüchtlinge hält  sich in den Nachbarländern Syriens auf – häufig Länder, die selbst mit Armut und Krisen zu kämpfen haben. Dort brauchen sie täglich Hilfe: Zugang zu medizinischer Versorgung, psychosoziale Unterstützung und vieles mehr. Doch ihre Situation wird dadurch erschwert, dass die Flüchtlinge in manchen Gemeinden als Hauptgrund für die zunehmende Armut gelten. Das führt zu Spannungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Das MADAD-Programm soll die Not und die damit einhergehenden Spannungen lindern.

Wie wird das MADAD-Programm finanziert?

Das MADAD-Programm wird aus dem von der EU getragenen "MADAD"-Fonds finanziert. Der regionale EU-Treuhandfonds umfasst 49 Millionen Euro für drei Jahre Programmarbeit und wird von 23 Geldgebern der Europäischen Kommission sowie der EU-Fazilität zur Hilfe von Flüchtlingen in der Türkei finanziert. Es handelt sich dabei um die größte Einzelzuwendung, die der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung bislang durch die EU bewilligt wurde.

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Mit 60 € helfen Sie eine Familie für einen Monat mit den dringendsten Hygieneartikeln zu versorgen. 

Wie genau hilft das MADAD-Programm?

Der Bedarf an Hilfe ist enorm. Dank des MADAD-Fonds kann das Rote Kreuz seine Hilfe für die von der Krise betroffenen Menschen weiter ausbauen. Die aus dem Fonds finanzierten Projekte sollen vor allem pädagogische, soziale, wirtschaftliche und Schutzbedürfnisse syrischer Flüchtlinge in Jordanien, im  Libanon, der Türkei, Ägypten und im Irak erfüllen. Gleichzeitig werden aber auch die größtenteils überlasteten Gemeinden und Verwaltungen der Gastländer unterstützt. Die  Projekte in den einzelnen Ländern bewirken zum Beispiel, dass …

  • … Kinder im Libanon, in Jordanien und der Türkei wieder zur Schule gehen können und Zugang zu sicheren Räumen für informelle Bildung oder psychosoziale Hilfe erhalten.
  • … syrische Studenten, deren Ausbildung durch die Krise unterbrochen wurde, Stipendien erhalten, um an jordanischen, libanesischen oder türkischen Universitäten weiterstudieren zu können.
  • … syrische Flüchtlinge und bedürftige Einheimische durch Berufsausbildungen und Jobmessen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. 
  • … Menschen beim Start in die Selbstständigkeit unterstützend begleitet werden. 
  • … Frauen, Männer und Kinder psychosoziale Unterstützung in Anspruch nehmen können. 
  • … Betroffene – insbesondere Kinder – Gesundheitsvorsorge und Neugeborene Hygienepakete erhalten. 
  • … lokale Aktivitäten und Initiativen gestärkt werden, die den sozialen Zusammenhalt fördern. 
  • … Flüchtlinge in Erster Hilfe und/oder Feuerbekämpfung geschult werden, um sich selbst besser helfen zu können. 
  • … Betroffene Hygiene- und Gesundheitsschulungen erhalten, um Krankheiten vorzubeugen.

Würdigere Lebensbedingungen für die Flüchtlinge und die Menschen in den Gastgemeinden tragen dazu bei, die Resilienz der Betroffenen zu stärken und dauerhafte Lösungen zu finden. Im Zuge des Programms werden auch die Nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften gefördert, die die Nothilfe im Land auch langfristig sichern.

Menschen, Hilfe und Hoffnung: Berichte aus den MADAD-Projekten vor Ort

„Mein erstes türkisches Wort war `schnell´“

Foto: Portrait eines lachenden syrischen Jungen John Engedal Nissen/ Dänisches Rotes Kreuz

Als syrischer Flüchtling lebt der 10-jährige Mohammed in Istanbul. Der Anfang in der Türkei war schwierig für ihn, doch der Besuch in einem vom DRK geförderten Gemeindezentrum des Türkischen Roten Halbmonds hat sein Leben verändert.

Türkei: Ein Stück Unabhängigkeit für Khadeja

Foto: syrische Frauen in einem Frisierkurs eines türkischen Gemeindezentrums John Engedal Nissen/Dänisches Rotes Kreuz

Khadeja ist aus Syrien in die Türkei geflüchtet, um dort in Sicherheit leben zu können. Sie versucht sich durch eine Ausbildung als Friseurin eine Zukunft aufzubauen und hofft, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.

Türkei: Als Freiwilliger hilft Ahmed Kindern

Foto: Portrait eines ehrenamtlichen syrischen Jugendlichen John Engedal Nissen/Dänisches Rotes Kreuz

Es ist kein Zufall, dass Ahmed im Kinderbetreuungsraum zu finden ist, wenn er das Gemeindezentrum des Türkischen Roten Halbmonds besucht. Es ist einer seiner absoluten Lieblingsorte – und einer der Hauptgründe, warum er sich dort als Freiwilliger engagiert.

Jordanien: Zwei Mädchen – eine Freundschaft

Foto: zwei Mädchen in Jordanien Arm in Arm Rikke Østergård/Dänisches Rotes Kreuz

Zwei Mädchen. Zwei Geschichten. Eine Freundschaft. Mais, die aus Jordanien stammt, und die aus Syrien geflüchtete Reema sind beste Freundinnen. In der Schule haben sie sich gefunden, um nun zusammen zu lachen, zu wachsen und sich beizustehen.

Libanon: „Erste-Hilfe-Wissen gibt mir Selbstvertrauen“

Syrische Familie Jakob Dall

Der Palästinensische Rote Halbmond bietet aus Syrien geflüchteten Palästinensern wie Ahmad Gesundheitsaufklärung und Erste-Hilfe-Trainings. Einst half Ahmads Familie großzügig anderen, nun sind sie selbst auf Hilfe angewiesen.

Irak: Gesundheitsschulungen für mehr Widerstandskraft

Foto: Junge syrische Mutter mit ihrem Baby im Arm Safin A. Sleman/Dänisches Rotes Kreuz

Das Wohlergehen ihrer Kinder ist für die 26-jährige Niroz von größter Bedeutung. Deshalb weiß sie die kostenlosen Gesundheitsschulungen zu schätzen, die Freiwillige des Irakischen Roten Halbmonds anbieten.

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