Bildung für Kinder im Jemen Jemenitischer Roter Halbmond/DRK
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Jemen: Hilfsprogramm für Sicherheit und Gesundheit

Im Jemen unterstützt das DRK unter anderem ein Hilfsprojekt für Sicherheit und Gesundheit von Schulkindern und Nierenkranken. Aufgrund des anhaltenden bewaffneten Konflikts im Jemen ist das Gesundheitssystem im Land inzwischen weitgehend zusammengebrochen – lediglich 51 Prozent aller Gesundheitseinrichtungen sind funktionsfähig. Auf 10.000 Personen kommen nur noch 10 Gesundheitsfachkräfte, von denen die meisten seit zwei Jahren kein regelmäßiges Gehalt erhalten haben. Eine desaströse Situation, vor allem für die Schwächsten der Gesellschaft: Kinder und chronisch erkrankte Menschen. Um ihnen zu helfen, unterstützt das DRK den Jemenitischen Roten Halbmond bei der Gesundheitsförderung.

400 € genügen, um eine Schule mit einem Erste-Hilfe-Kit und Trage auszustatten.

Das Gesundheitssystem im Jemen

Im Jemen benötigen 19,7 Millionen Menschen gesundheitliche Hilfe. Die Abwehrkräfte der Bevölkerung sind durch Unterernährung und fehlendes sauberes Wasser geschwächt. So gab es seit Ende 2016 1,3 Millionen Cholera-Verdachtsfälle, rund 2.800 Todesfälle sind dokumentiert. Auch verschwunden geglaubte Krankheiten wie Diphterie treten wieder auf und behandelbare chronische Leiden wie Diabetes oder Niereninsuffizienz werden tödlich, weil die Behandlung nicht mehr sichergestellt ist. Seit 2015 sind jedes Jahr rund 25 Prozent der Dialysepatienten verstorben.

Der Zusammenbruch des Gesundheitssystems sowie des Wasser- und Abwassersystems betrifft auch noch funktionierende Schulen und damit rund 5,8 Millionen Kinder. Die Förderung der Hygiene ist dort unabdingbar, um die Ausbreitung gefährlicher Durchfallerkrankungen wie Cholera zu verhindern. Der Mangel an geschlechtergetrennten Toiletten und Hygieneeinrichtungen ist überdies ein Hauptgrund dafür, dass Mädchen die Schule abbrechen. 

Hilfe für mehr als 15.000 Jemeniten

Gemeinsam mit dem Jemenitischen Roten Halbmond setzen wir uns dafür ein, die Gesundheitssituation von Kindern und Menschen mit Nierenleiden in Sana`a sowie im Gouvernorat Hodeidah zu verbessern. 15.840 Personen werden davon direkt profitieren.

400 € machen es möglich, notwendige Schutzmaßnahmen in einer Schule zu treffen – u. a. eine Überdachung als Sonnenschutz und Feuerlöscher.

Hilfe für Schulen im Jemen

In neun Schulen mit insgesamt 7.500 Lernenden und 100 Lehrkräften schaffen wir sichere und gesunde Lernbedingungen. Wir beräumen zum Beispiel Geröll, sichern die elektrischen Anlagen oder errichten Schutzvorrichtungen für Gefahren wie Feuer, Verkehr oder starke Sonneneinstrahlung. Im Zentrum unserer baulichen Verbesserungen steht die Schaffung adäquater, nach Geschlechtern getrennter Sanitäranlagen für Kinder und Lehrkräfte sowie die Realisierung eines kleinen Kantinenbetriebs.

Um darüber hinaus die gesundheitlichen und hygienischen Bedingungen zu verbessern, führen wir an den Schulen – und soweit möglich in den umliegenden Gemeinden – Hygienekampagnen durch, die etwa Informationen zur Prävention von Cholera berücksichtigen. Mädchen und Jungen sowie die Lehrkräfte erhalten Erste-Hilfe-Kurse, um im Ernstfall angemessen helfen zu können. Den Schulen stellen wir dazu Erste-Hilfe-Kits bereit. Darauf aufbauend bieten Freiwillige des Roten Halbmonds regelmäßig Aktivitäten der psychosozialen Fürsorge und Betreuung in den Schulen an und verstärken diese im Falle von Luftangriffen oder Gefechten im Umfeld der Schulen, um Schullabbrüche zu verhindern.

Besonders Mädchen sollen von dem Projekt profitieren, nicht nur, indem sie über eigene sanitäre Anlagen verfügen, sondern auch, indem wir in allen Maßnahmen besonders auf ihre Bedürfnisse eingehen. Auch für Jungen bieten Schulen einen besonderen Schutz, da sie dann eher vor Kinderarbeit, Zwangsrekrutierung oder willkürlicher Haft geschützt sind.

Wiederaufbau von Dialysezentren

Die bestehenden Dialysezentren – nur 28 von 32 existierenden Zentren im Jemen sind in Betrieb – sind nicht in der Lage, den Bedarf der landesweit geschätzten 4.400 Patienten mit Nierenversagen zu decken. Neben Sana`a Stadt hat Hodeidah mit vier Zentren die meisten Einrichtungen und die höchste Anzahl Patienten, das sind 812 Personen. Im Zuge des Projekts wollen wir zwei bis drei dieser Zentren wiederherstellen und ausrüsten, so dass sie voll funktionstüchtig sind. 700 Dialysepatientinnen und -patienten im Gouvernorat Hodeidah werden davon profitieren.

Foto: Rothalbmond-Helfer im Gespräch mit einer Kindergruppe

270 € reichen, um einen Rothalbmondfreiwilligen für die psychosoziale Betreuung zu schulen.

Stärkung des Roten Halbmonds

Wir stärken unsere Schwestergesellschaft, den Jemenitischen Roten Halbmond, um seine Kapazitäten in den am Projekt beteiligten Zweigstellen zu vergrößern. So schulen wir Freiwillige wie Mitarbeitende, damit sie selbstständig Erste-Hilfe-Trainings geben, Aufklärungskampagnen rund um Gesundheit und Hygiene umsetzen oder Aktivitäten zur psychosozialen Hilfe durchführen können. Daneben sammeln die Mitarbeitenden in den Zweigstellen Sana`a und Hodeidah im Zuge des Projekts unter anderem Erfahrungen im Projekt- und Finanzmanagement.

Bei allen Maßnahmen unseres Projekts beteiligen wir die Betroffenen intensiv. Ziel ist es, die Nachhaltigkeit des Projekts zu steigern und kulturelle Bedürfnisse zu berücksichtigen. Neben den direkt Begünstigten profitieren rund 85.000 Menschen indirekt von unserem Projekt – etwa die Familien der Kinder, die dadurch bessere Lernbedingungen vorfinden und psychosoziale Fürsorge erhalten, die Einzugsgemeinden der Schulen, in denen Hygienekampagnen durchgeführt werden, oder das Personal in den Dialysezentren.

Das Projekt

Region: Gouvernorate Sana`a und Hodeidah
Projektvolumen: 2.800.000 Millionen Euro
Laufzeit: 15. April 2019 bis 15. Oktober 2021
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Spenden
Partner: Jemenitischer Roter Halbmond
Ziel: Verbesserung des Lernumfelds an ausgewählten Schulen im Gouvernorat Sana’a sowie des Zugangs zu Dialyse im Gouvernorat Hodeidah.


Jemenitisches Kind

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