Foto: Portrait einer Bangladeschin mit Jungen auf dem Arm DRK
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Bangladesch: Ein neues Zeitalter

Agieren statt reagieren! Mit vorhersagebasierter Katastrophenhilfe setzen wir ein wichtiges Programm in die Tat um, mit dem wir die Folgen von Katastrophen drastisch mindern und den Menschen schon vor dem Unglück Hilfe zukommen lassen können.

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144 € versorgen drei fünfköpfige Familien in Bangladesch im Katastrophenfall einen Monat lang mit Bargeldhilfen.

Bangladesch leidet stark unter den Auswirkungen des Klimawandels. Die Überflutungen zur Regenzeit werden extremer, Tropenstürme, aber auch Dürren und Hitzewellen nehmen zu. Immer wieder geraten Millionen Menschen in Notlagen. So waren im Juli 7,5 Millionen Menschen am Flusslauf des Jamuna von schweren Überschwemmungen betroffen. Gemeinsam mit dem Bangladeschischen Roten Halbmond (BDRCS) leisteten wir währenddessen humanitäre Hilfe. Dabei wurde deutlich, wie effizient vorhersagebasierte Katastrophenhilfe menschliches Leid verhindert:

Sonntag, 14. Juli

Am Sonntag, den 14. Juli, erreichen die Regenvorhersagen einen kritischen Schwellenwert. In den nächsten fünf bis zehn Tagen ist mit schweren Überschwemmungen zu rechnen.

„Mit Erreichen dieses Schwellenwertes beginnen umgehend unsere Hilfsmaßnahmen. Neben Wettervorhersagen besitzen wir auch Daten zur Armutssituation und anderen Risikofaktoren. So können wir ermitteln, wo genau unsere Hilfe am dringendsten benötigt wird“, erläutert Stefanie Lux, Koordinatorin für vorhersagebasierte Katastrophenhilfe im Deutschen Roten Kreuz.

Montag, 15. Juli

Am nächsten Tag beginnen Mitarbeitende des BDRCS, im Zielgebiet Hilfsempfänger zu identifizieren. „Die Einsatzkräfte hatten bereits eine Grundausbildung erhalten. So waren sie optimal vorbereitet und konnten sofort helfen“, berichtet Stefanie Lux.

Dienstag, 16. Juli und Mittwoch, 17. Juli

Die 500 ärmsten Familien werden identifiziert. Unter ihnen befinden sich zum Beispiel alleinerziehende Mütter, schwangere Frauen oder Menschen mit chronischen Krankheiten.

Donnerstag, 18. Juli

Noch bevor die Überschwemmungen ihr volles Ausmaß im Zielgebiet erreichen, erhalten die gefährdeten Haushalte 5.000 Taka pro Familie. Das ist das durchschnittliche Monatseinkommen und entspricht umgerechnet etwa 48 Euro. Damit können sie sich, ihre Nutztiere und ihr übriges Hab und Gut fortbringen, bis sie in ihr normales Leben zurückkehren können.

„Die Maßnahmen sind je nach Extremwetterereignis und betroffener Region individuell festgelegt. Solange die lokalen Märkte funktionieren, sind Vorwarnungen und Bargeldmittel aber fast immer die effizienteste Unterstützung. Außerdem fördern wir so die lokale Wirtschaft“, erläutert unsere Koordinatorin.

In Sicherheit

„Als Feldarbeiterin verdiene ich gerade genug, um Essen zu kaufen. Doch wenn das Ackerland überschwemmt ist, kann ich nicht arbeiten und verdiene nichts. Dank der Hilfe konnte ich Reis für meinen Sohn und mich kaufen“, berichtet die junge Mutter Wallina. Auch Bäuerin Alefa Katun ist froh über die wichtigen individuellen Bargeldhilfen: „Meine Kühe wären im Überschwemmungsgebiet verhungert oder ertrunken. Ohne finanzielle Unterstützung hätte ich sie nicht evakuieren können und sie wegen des Hochwassers für die Hälfte ihres Wertes verkaufen müssen. Aber das sind doch zwei gute Kühe. Sie sind gesund und geben Milch“, berichtet die 40-Jährige. Mit unserer Unterstützung hat Alefa sich, ihre Kinder und ihrer Tiere rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Immense Vorteile

„Wenn wir schon vor Beginn eines Extremwetterereignisses und direkt an den am stärksten bedrohten Orten handeln können, verringern sich die Folgekosten von Katastrophen ganz erheblich“, stellt Stefanie Lux fest. „Aber, was noch viel entscheidender ist: Dank vorhersagebasierter Katastrophenhilfe sind deutlich weniger Tote zu beklagen!“

  • Hintergrund: Forecast-Based Financing
    Grafik: Schema vorausschauender Katastrophenhilfe
    Vorhersagebasierte Katastrophenhilfe: a) eine Katastrophe droht, b) Gelder werden bereitgestellt und die Betroffenen identifiziert, c) Schutzmaßnahmen werden ergriffen, d) die Katastrophe beginnt, die Betroffenen sind bestmöglich vorbereitet.

    Vorhersagebasierte Katastrophenhilfe – sogenanntes „Forecast-Based Financing“ – ist so praktisch wie innovativ: Auf Basis von Messdaten wie zum Beispiel Wettervorhersagen können wir viele Extremwetterereignisse bereits wenige Tage vor ihrem Eintreten voraussagen – und die am schwersten betroffenen Gebiete identifizieren. So sind wir in der Lage, frühzeitig zuvor festgelegte Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die ideal auf die Katastrophenart und den Einsatzort abgestimmt sind, und somit die Folgen von Katastrophen zu mindern.


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