Togo: Frühwarnsystem bei Klimakatastrophen
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Togo: Frühwarnsystem bei Klimakatastrophen

Das westafrikanische Land Togo ist zunehmend von extremen Wetterlagen betroffen, die mittlerweile unvorhersehbar geworden sind. Das DRK arbeitet mit dem Togoischen Roten Kreuz (CRT) sowie dem Rotkreuz-/Rothalbmond-Klimazentrum in Den Haag zusammen, um Maßnahmen zur Frühwarnung zu ergreifen, die beim Umgang mit dem Klimawandel helfen sollen.

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Auf der einen Seite Trockenheit, auf der anderen Überschwemmungen: Mittlerweile wird es in Togo immer schwieriger, auf den Wechsel von Dürreperioden und Regenzeit adäquat zu reagieren. Das DRK unterstützt daher die Menschen, sich auf den Katastrophenfall vorzubereiten und dadurch besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen zu können.

Dreifarbige Pegelmesssäulen säumen seit der Einführung des Frühwarnsystems im Jahr 2009 alle Flüsse Togos. Bei bedrohlichen Wasserständen alarmieren Freiwillige per Megaphon oder Notfallhandy sofort die eigenen und benachbarten Gemeinden. Aktuell nehmen bereits 112 Gemeinden mit rund 100.000 Personen entlang der Wasserläufe im ganzen Land an diesem Rotkreuz-Projekt teil. Durch dieses Frühwarnsystem unterstützt das CRT den Togoischen Staat bei dessen Anstrengungen, die Bevölkerung besser auf Naturkatastrophen und auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten. Aufgrund dessen Erfolgs ist dieses relativ einfache, aber effektive Frühwarnsystem bereits über die Grenzen Togos hinaus bekannt.

Wissenschaftliche Unterstützung

Momentan konzentriert sich die langjährige Kooperation zwischen dem CRT und dem DRK darauf, das gemeinsam entwickelte Frühwarnsystem durch eine noch verlässlichere Vorhersage und eine längere Vorwarnzeit zu optimieren. Dies soll durch ein hydrologisches Rechenmodell, welches derzeit in Kooperation mit dem Rotkreuz-/Rothalbmond-Klimazentrum in Den Haag (RCCC) entwickelt wird, realisiert werden. Hierfür müssen vorab Daten gesammelt und aufbereitet werden, auf deren Basis später vor drohenden Überschwemmungen gewarnt werden kann. Die benötigten Daten werden derzeit von CRT-Freiwilligen mittels der bereits installierten und geeichten Pegelmesssäulen und Regenmessern erhoben und per SMS an einen Server übermittelt. Zudem werden durch den Betreiber eines Staudammes in der Region weitere Daten zur Füllhöhe des Stausees sowie die geplanten Schleusenöffnungszeiten in das System eingepflegt. Das RCCC unterstützte das DRK/ CRT bei der Entwicklung dieses Systems.

Sobald der Betreiber des Staudamms das CRT über eine geplante Schleusenöffnung informiert, kann das hydrologische Rechenmodell mittels eines selbstlernenden Algorithmus relativ genaue Vorhersagen zu Überschwemmungen unterhalb des Staudammes treffen. Wenn aufgrund der vorliegenden Informationen schließlich eine Überschwemmung vorhergesagt wird, werden vorher festgelegte, standardisierte Verfahren durch das CRT eingeleitet. Diese umfassen beispielsweise die Verteilung von Chlortabletten für die Aufbereitung von Trinkwasser, die Ausstrahlung von Radiosendungen zu empfohlenen Katastrophenvorsorgemaßnahmen, wie etwa die Befestigung von Häusern und Wegen und die sichere Verwahrung von Wertgegenständen, sowie ggf. auch Anleitungen für koordinierte Evakuierungsmaßnahmen.

Diese Vorgehensweise folgt dem neuartigen Ansatz der vorhersagebasierten Finanzierung, gemäß welchem bereits vor einer Naturkatastrophe Gelder freigegeben und Maßnahmen getroffen werden, um die Katastrophenrisiken für die betroffene Bevölkerung zu reduzieren und das Ausmaß der Schäden um ein vielfaches zu verringern.

Das Deutsche Rote Kreuz begleitet in dem Projekt den Aufbau von weiteren Katastrophenmanagement-Teams, die sich aus Mitgliedern der Gemeinden zusammensetzen. Sie und andere Freiwillige werden hierbei intensiv geschult. In regelmäßigen Simulationen üben sie die in ihren Notfallplänen erarbeiteten Abläufe und Aufgaben. Für den Einsatz sind sie mit Erste-Hilfe-Kenntnissen und Katastrophen-Kits ausgerüstet.

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Reduktion von Katastrophenrisiken und Anpassung an den Klimawandel

Zum Vorgehen innerhalb der Gemeinden: Das DRK beginnt in den Gemeinden als erstes mit einer Analyse der bestehenden Risiken. Bei der Risikoanalyse wird die lokale Bevölkerung befähigt, die Naturgefahren und Katastrophenrisiken, aber auch die bereits vorhandenen Selbsthilfekapazitäten vor Ort zu identifizieren. Lokales Wissen und bereits etablierte Strukturen, wie z.B. Evakuierungswege, sichere Zufluchtspunkte oder funktionierende Dorfkomitees werden berücksichtigt und eingebunden. Anhand von Risikokarten lassen sich die gefährdeten und sicheren Gebiete im Projektgebiet ausweisen. Mit dieser Analyse beginnt die Katastrophenvorsorge. In der Folge vereinbaren die Bewohner in den Projektgemeinden ihren Aktionsplan zur Reduzierung von Katastrophenrisiken, den die Bevölkerung zum Teil mit eigenen Mitteln umsetzen kann, und zum Teil mit der Unterstützung des CRT.

Die Dorfbewohner sind zudem in Mütterclubs und Hygienekomitees organisiert, von denen ein Teil der Mitglieder auch Rotkreuz-Freiwillige sind. Sie organisieren Aktionen und nutzen Techniken wie Theaterstücke, Sketche und Filme, um über die erhöhten Gesundheitsrisiken im Katastrophenfall aufzuklären und Lösungsmöglichkeiten zu vermitteln sowie um die Vorzüge von flutresistentem Hausbau, energieeffizientem Kochen oder Aufforstung als natürlichem Hochwasserschutz zu erläutern.

Auch Lehrer nehmen an diesen Veranstaltungen teil. Sie führen darüber hinaus mit ihren Schulkindern Niederschlagsmessungen durch, welche ebenfalls in das oben genannte, hydrologische Rechenmodell eingespeist werden. So formt das Projekt langfristig das Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels und verknüpft die wissenschaftliche Ebene mit der Lebensrealität in den Dörfern.

Das Projekt

Region: Alle 5 Regionen Togos (Maritime, Plateaux, Central, Kara, Savannes)
Projektvolumen: 1,8 Mio Euro 
Finanzierung: BMZ und Spenden 
Partner: Togolesisches Rotes Kreuz, Rotkreuz-/Rothalbmond-Klimazentrum


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