Foto: Helferin des Mosambikanischen Roten Kreuzes mit einem Kleinkind im Arm IFRC
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Mosambik: Das Wetter kennen heißt Leben retten

Dürren, Überschwemmungen und Zyklone bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschen in Mosambik. Auf Wettervorhersagen basierende Maßnahmen verringern viel Leid.

Ihre Spende hilft!

92 Euro helfen, acht Familien mit je einem Wasserfilter auszustatten.

Der Limpopo ist die meiste Zeit des Jahres ein harmloser Fluss, der sich sanft durch das Tiefland der Region Gaza im Süden von Mosambik schlängelt. Doch wenn die Regenzeit einsetzt, wird aus dem unscheinbaren Wasserlauf ein reißender Strom: „Die Gegend um den Limpopo ist so flach, dass er 20 bis 30 Kilometer breit werden kann“, berichtet Florian Neubauer, DRK-Referent für das südliche Afrika. „Wenn er über die Ufer tritt, zerstört er die Ernten und kann ganze Häuser mit sich reißen.“

Dass der eigentlich segensreiche Regen die Menschen gefährdet, liegt am Klimawandel: Er löst immer länger andauernde Dürreperioden aus, die die Böden am Ufer so sehr austrocknen, dass sie in der Regenzeit kaum Wasser aufnehmen können. Das wechselseitige Auftreten von Dürren und Überschwemmungen hat dramatische Folgen: Das Trinkwasser ist extrem knapp, Ernten fallen aus, Nutztiere sterben. Mehr als zwei Millionen Menschen sind von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, davon weit über 750.000 Kinder.

Vorausschauend prüfen

Viele dieser Wetterextreme können jedoch immer besser vorhergesagt werden. Darum hat das DRK im Auftrag des Auswärtigen Amtes Maßnahmen entwickelt, die bereits vorausschauend Bedrohungen identifizieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein auf Wettervorhersagen basierendes Frühwarnsystem, das ab einem gewissen Schwellenwert Alarm schlägt.

„Wichtig sind dabei bspw. historische Daten, die uns Informationen darüber geben, welche Regenmenge in den vergangenen Jahren zu Überschwemmungen geführt haben. Dadurch lässt sich abschätzen, in welchen Regionen wir auf Grundlage von Extremunwetterwarnungen zukünftig aktiv werden müssen“, erläutert Alexandra Rüth, Leiterin der Projektgruppe zur Humanitären Anpassung an den Klimawandel.

„Dadurch, dass für die vorhersagebasierte Finanzierung ein Fonds zur Verfügung steht, können zudem schneller als vorher Gelder für die Soforthilfe zur Verfügung gestellt werden“, ergänzt Neubauer.

Umfassend handeln

„Die vorhersagebasierte Finanzierung (FbF) ist Teil eines Maßnahmenbündels, mit dem wir die Widerstandsfähigkeit der lokalen Gemeinden stärken“, erklärt Hans Janssen, der viele Jahre vor Ort das DRK-Büro für das südliche Afrika geleitet hat. „Denn sie funktioniert nur optimal, wenn die Menschen vor Ort Evakuierungsrouten kennen, Erste Hilfe anwenden können und sich vor Krankheiten zu schützen wissen. Dazu schulen wir gemeinsam mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz Dorfkomitees, die ihr Wissen an die Gemeindemitglieder weitergeben.“

Neben der theoretischen Ausbildung stellen wir auch Saatgut zur Verfügung, um die Lebensgrundlage der Bevölkerung in Krisenzeiten zu sichern, und verteilen Moskitonetze und Wasserfilter zum Schutz vor Krankheiten.

FbF im Vorfeld von Zyklon Idai

Dank der Vorarbeit des FbF-Projekts wurden bereits vor Eintreffen des Wirbelsturms Idai im März 2019 verschiedene Maßnahmen durchgeführt, wodurch zahlreiche Menschen sich vor der Katastrophe schützen konnten: 

  • Entsendung von Experten des Mosambikanischen Roten Kreuzes in die voraussichtlich vom Zyklon betroffenen Regionen  
  • Durchführung von Evakuierungen
  • Verbreitung von Warnungen in vor allem ländlichen Gebieten
  • Stabilisierung von Dächern in angrenzenden Gebieten
  • Aktivierung, Mobilisierung und Ausrüstung von Freiwilligen
  • frühzeitige und führende Rolle des Roten Kreuzes in der Koordinierung und im Bereich Search and Rescue aufgrund der frühzeitigen Mobilisierung

 

Frühwarnung kann Leben retten. Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, die Sicherheit der Menschen in Mosambik vor und während Naturkatastrophen zu verbessern!

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