Foto: lachende Kindergruppe in Marokko
DRK

Marokko: Katastrophenvorsorge in Schulen

Die Kluft zwischen arm und reich ist in Marokko groß. Jede sechste Familie auf dem Land lebt in absoluter Armut. Die ungleiche Verteilung der Einkommen spiegelt sich unter anderem auch im Zugang der Menschen zu Trinkwasser, Gesundheitsversorgung oder Bildung wider. Gleichzeitig gibt es in Marokko immer wieder Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben. Oft fehlt es den betroffenen Gemeinden an Wissen, wie man sich selbst und andere am besten schützt. Weil Kinder von diesen Umständen besonders betroffen sind, arbeitet der Marokkanische Rote Halbmond seit Jahren mit Schulen, Lehrern und Eltern zusammen. Von dort aus werden die Botschaften über die richtigen Verhaltensweisen und Erste Hilfe-Kenntnisse in die gesamte Gemeinde weitergetragen.

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Roter Halbmond: wichtiger Akteur der Katastrophenvorsorge

Der Marokkanische Rote Halbmond (MRH) ist eine unabhängige und neutrale Organisation, die vom Staat das Mandat erhalten hat, im Katastrophenfall zu helfen, aber auch Katastrophenvorsorge aktiv zu betreiben. Der MRH arbeitet mit Freiwilligen, die im Rahmen des Projektes in verschiedenen Themen rund um die Katastrophenvorsorge und Erste Hilfe geschult werden und die ihr Wissen dann als Teil ihres ehrenamtlichen Engagements an die Schulgemeinschaften weitergeben. Den MRH in seiner Rolle zu stärken und ihn bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben zu unterstützen, ist ein wichtiges Ziel dieses vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierten Projektes.

Schüler, Lehrer und Eltern erstellen gemeinsam Notfallpläne

Auch in Marokko ist gesetzlich vorgeschrieben, dass jede Schule über einen Evakuierungs- und Sicherheitsplan verfügt. In den meisten Fällen fehlt es den Rektoren und Lehrkräften aber an Kenntnissen, wie man einen solchen Plan entwickeln und umsetzen kann. Hier helfen die Freiwilligen des MRH und beraten die Rektoren und die Lehrerschaft, wie ein solcher Plan zu erstellen, umzusetzen und zu üben ist. Erste Hilfe kann Leben retten, gerade in Ländern in denen Gesundheitseinrichtungen weit entfernt und häufig schlecht ausgestattet sind. Der MRH bildet Lehrerinnen und Lehrer aus, sodass sie in der Lage sind, zu helfen. Aber auch den Schülerinnen und Schülern werden altersgerechte Kenntnisse im Bereich Erste Hilfe vermittelt. Ergänzt wird dieses Programm von thematischen Einheiten zum Beispiel zur Verkehrssicherheit, Hygiene, Ernährungsgewohnheiten oder Umweltschutz. Die Lehrkräfte können aus verschiedenen Modulen wählen, welches am besten zum jeweiligen Schulumfeld passt.

Reichweite des Projektes und wie es weiter geht

In der aktuellen Projektphase wird mit insgesamt 240 Schulen in 4 Regionen Marokkos gearbeitet. Das entspricht in etwa einer Schülerzahl von 120.000. Insgesamt sollen 300 Freiwillige des MRH ausgebildet werden. Besonders wichtig ist zudem das fortlaufende Gespräch mit dem Bildungsministerium. Am Ende des Projektes soll erreicht werden, dass die im Projekt entwickelte Methodik in allen Schulen Marokkos Anwendung findet. In der nationalen Risikomanagement-Strategie Marokkos findet das Thema bereits Erwähnung. An einer entsprechenden Vereinbarung zwischen dem MRH und dem Bildungsministerium wird bereits gearbeitet.

Länderübergreifendes Projekt fördert Austausch und Kooperation

Das Projekt findet gleichzeitig in vier Ländern der Region statt: im Libanon, in Ägypten, in Palästina und in Marokko. So erhalten die einzelnen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften die Gelegenheit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen.

Das Projekt

Region: Marokko, Libanon, Ägypten und Palästina
Projektvolumen: 2,7 Millionen Euro
Finanzierung: BMZ und Spenden
Partner: Marokkanischer Roter Halbmond
Laufzeit: Januar 2019 bis Dezember 2021   

 


Freiwillige vor Ort: "Eine sinnvolle Aufgabe"

Mahjouba nahm zum ersten Mal vor drei Jahren an einer Erste-Hilfe-Schulung im Ortsverband des Roten Halbmondes teil. Zunächst wollte sie nur ein Zertifikat über eine erfolgreich absolvierte Schulung erhalten, in der Hoffnung dieses werde ihr bei der Arbeitssuche helfen. Dann aber gefiel ihr die Gemeinschaft mit den anderen Freiwilligen und sie besuchte noch mehr Fortbildungen. Einer der Schwerpunkte der Arbeit des Ortsverbandes liegt in einem Projekt zur Katastrophenvorsorge in Schulen. Gerade die Arbeit mit Kindern und Lehrern macht ihr Spaß. Wenn sie mit Schülerinnen und Schülern Erste Hilfe übt oder über Verkehrssicherheit spricht, freut sie sich über die sinnvolle Aufgabe und die Begeisterung, mit der die Kinder bei der Sache sind. Mahjouba lebt noch bei ihren Eltern, diese unterstützen ihr Engagement.


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