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DRK- Gesundheitsexperte im Interview

Dr. Hans-Jürgen Ebbing ist Gesundheitsberater der internationalen Zusammenarbeit des DRK. Er unterstützt und begleitet weltweit Gesundheitsprojekte. Kürzlich besuchte er die Menschen in den Flüchtlingslagern in Cox‘s Bazar in Bangladesch. Er berichtet über die schwierigen Lebensbedingungen vor Ort und die Rotkreuz-Hilfe im Bereich Gesundheit, Hygiene und Wasser. 

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Sie waren vor einigen Wochen in den Flüchtlingslagern Cox‘s Bazar in Bangladesch. Wie ist die Lage dort?

Ende letzten Jahres war die Situation der geflüchteten Menschen katastrophal: Wasser, Nahrungsmittel, gesundheitliche Versorgung – es fehlte an allem. Die Geflüchteten mussten sich aus Plastikplanen, Müllbeuteln und Bambus eine provisorische Behausung schaffen. Mittlerweile hat sich vieles verbessert, auch wenn die Lage schwierig bleibt. 

Welche Maßnahmen hat das Rote Kreuz vor Ort ergriffen?

Schwerpunkte sind unsere Arbeit im Wasser-, Sanitär- und Hygienebereich – etwa der Bau von Brunnen und Latrinen – und die Gesundheitsversorgung. Wir betreiben gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft, dem Bangladeschischen Roten Halbmond, mehrere Gesundheitsstationen im Umfeld der Flüchtlingscamps, sodass wir möglichst nahe bei den bedürftigen Menschen sind. Als Teil der weltweiten Rotkreuz-und Rothalbmondbewegung unterstützen wir beispielsweise auch ein Feldkrankenhaus, das auf Operationen und komplizierte Geburten spezialisiert ist. Wir haben Krankenschwestern und Geburtshelferinnen entsandt, und eine meiner Aufgaben war die Koordination eines neuen Finanzierungsantrages für die Fortsetzung der Aktivitäten.

Ist die Gesundheitssituation in den Camps stabil?

Trotz der weiterhin schwierigen Lebensbedingungen ist die Gesundheitssituation gegenwärtig recht stabil. Dennoch kommt es immer wieder zu Krankheitsausbrüchen. Durchfallerkrankungen, Atemwegserkrankungen, aber auch ansteckende Infektionskrankheiten wie Masern oder Diphterie bleiben eine Herausforderung, da die Geflüchteten nicht geimpft sind. Die bevorstehende Regenzeit bereitet den Menschen vor Ort ebenfalls große Sorgen, da sich die Lage dadurch sicherlich nochmals verschlechtern wird.

Die Gesundheitsvorsorge des DRK arbeitet nach dem Konzept der „Community Based Health Care“. Was bedeutet das?

Mit der „Community Based Health Care“, also dem Ansatz einer gemeindenahen Gesundheitsvorsorge, stärken wir vor allem die Gemeindebasis vor Ort – innerhalb der Camps, aber auch in der aufnehmenden Gesellschaft. Dies bedeutet im konkreten Fall in Cox’s Bazar, dass wir das lokale Personal und die Freiwilligen des Bangladeschischen Roten Halbmonds unterstützen und weiterbilden. Zusätzlich engagieren sich viele Flüchtlinge freiwillig, z. B. in der Hygiene- und Gesundheitsaufklärung. Wir schulen die Geflüchteten zu Helfern, die Probleme innerhalb der Gemeinschaft aufzeigen und eindämmen. Außerdem ist es längerfristig unser Ziel, dass die Menschen in der Region auch nach dem Fortgang der Flüchtlinge von den neu entstandenen Kompetenzen und Strukturen profitieren.

Haben Sie Eindrücke mitgebracht, die Hoffnung machen?

Mich hat beeindruckt, wie sehr die Menschen ihr Leben selbst wieder in die Hand nehmen. Neben der Freiwilligenarbeit sind innerhalb der Gemeinschaft aus geflüchteten Menschen auch kleine Märkte entstanden, und es hat sich im Camp mittlerweile etwas Infrastruktur und eine gewisse Wirtschaft etabliert. Die Menschen erzeugen so ein wenig Normalität inmitten der weiterhin kritischen Situation.

Zur Person 

Herr Dr. Hans-Jürgen Ebbing ist Mediziner und hat zudem einen Master in Public Health. Seit drei Jahren ist er als Gesundheitsberater für das DRK tätig. Er prüft und evaluiert Hilfsmaßnahmen aus dem Gesundheitsbereich z. B. hinsichtlich des Bedarfs vor Ort und der Einhaltung von Standards. 

 

 

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