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Philippinen: Richtig handeln, langfristig planen

Nummer Eins in der Katastrophenhilfe: Wie das DRK nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen den Menschen zurück in ein stabiles Leben hilft.

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Jede Spende hilft dem DRK, Menschen in Not zu unterstützen.

Es begann in den frühen Morgenstunden: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 315 Stundenkilometern raste Wirbelsturm Haiyan über die Inseln der Philippinen. Damit ist er der stärkste Wirbelsturm, der je auf Land getroffen ist. Seine Wucht traf die philippinische Bevölkerung mit voller Härte: Mehr als 6.000 Menschen verloren ihr Leben. Er ruinierte Häuser, Schulen, Krankenhäuser, Straßen und Stromnetze, vernichtete Ernten und das Saatgut. Die Betroffenen standen vielerorts vor dem Nichts: Mit den zerstörten Feldern verloren zwei Drittel der Bauern gleichzeitig ihre Einkommensquellen.

Alexandra Vlantos, DRK-Länderreferentin Philippinen

Seit Tag eins nach dem Wirbelsturm unterstützt das DRK die Menschen mit Hilfsprojekten in den am stärksten betroffenen Regionen Leyte, Cebu und Capiz. „In der Nothilfe-Phase lauteten die ersten Ziele: Versorgung mit Hilfsgütern, sauberem Wasser und Nahrung. Das half den Menschen, die ersten Wochen zu überleben“, berichtet Alexandra Vlantos, DRK-Länderreferentin Philippinen. „In dieser Zeit haben wir parallel das Konzept zum Wiederaufbau ausgearbeitet.“

Es gehört zu den Kernkompetenzen des Roten Kreuzes, bereits während der Nothilfe-Phase in Kooperation mit den Helfern und Betroffenen vor Ort die nachfolgenden Schritte mitzudenken. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz hilft das DRK, die Widerstandsfähigkeit von Menschen in Risikoregionen zu stärken, sodass sie durch hereinbrechende Katastrophen in ihrer zukünftigen Entwicklung nicht schwerwiegend zurückgeworfen werden.

Widerstandskraft stärken

„Die Philippinen gehören zu den katastrophenanfälligsten Ländern der Welt. Jährlich sind sie von über 20 Wirbelstürmen betroffen“, erklärt Alexandra Vlantos. „Darum haben wir unsere Maßnahmen eng miteinander abgestimmt und so angelegt, dass diese zukünftig den Menschen in der Region helfen werden. Denn nach dem Taifun ist immer auch vor dem Taifun.“

Widerstandsfähig sind Menschen dann, wenn sie sich zum einen schon im Vorfeld bestmöglich vor Katastrophen wappnen können und sich zum anderen relativ schnell und gut wieder von den Folgen erholen. Zur Katastrophenvorsorge des DRK gehören Frühwarnsysteme, Evakuierungspläne und stabile Bausysteme. Zerstörte Lebensgrundlagen hilft das DRK wiederaufzubauen: Häuser, Schulen, Kliniken, Wasserbetriebe und Sanitäranlagen wurden nach dem Taifun Haiyan instand gesetzt – unter Berücksichtigung einer widerstandsfähigen Bauweise. Mit betriebswirtschaftlichen Schulungen für Kleinunternehmer und landwirtschaftlichen Trainings für Bauern lernen erwerbstätige Menschen ihre Arbeit katastrophenresistent auszurichten. Finanzielle Unterstützung ermöglicht ihnen einen neuen Berufsstart.

Vor Ort vernetzen

Die passgenaue Soforthilfe im Katastrophenfall funktioniert so effizient, weil das DRK mit den lokalen Rotkreuz-Gesellschaften – wie dem Philippinischen Roten Kreuz – und Gemeinden reibungslos kooperiert und gut vernetzt ist. Dadurch ist es möglich, diejenigen Menschen schnell zu identifizieren, die am dringendsten Hilfe benötigen. „Die Zusammenarbeit mit der lokalen Verwaltung lief hervorragend. Die Bedürftigen wurden schnell benannt und erreicht“, erläutert Alexandra Vlantos. „So konnten wir zügig und zielgerichtet helfen.“

Der 45-jährige Eduardo Vargas aus Dulag in der Provinz Leyte kann das bestätigen: „Mein Haus war völlig zerstört. Und ich wusste nicht, wer mir helfen würde und wo ich hin sollte. Ich hatte alle Hoffnung verloren. Dann kamen die Freiwilligen des Roten Kreuzes. Als ich erfuhr, dass sie mir helfen würden, schöpfte ich wieder Mut. Es hat nach Baubeginn nur sechs Tage gedauert, bis mein neues Haus beziehbar war. Ich kann gar nicht sagen, wie unglaublich dankbar ich bin.“

Weil die Handwerker und das verwendete Material direkt aus den betroffenen Regionen kamen, half der schnelle Bau sturmfester Unterkünfte gleichzeitig, die zum Erliegen gekommene Wirtschaft zu stabilisieren. Ebenso legte die finanzielle Unterstützung von Betroffenen einen Grundstock für ihr Einkommen. „Die Bevölkerung weiß am besten, was sie benötigt“, erklärt Alexandra Vlantos. „Der Fischer will sein Boot reparieren, der Bauer Saatgut erwerben und die Handwerkerin Hammer und Nägel kaufen. Da ist es praktischer und viel effektiver, wenn sie sich in eigener Verantwortung darum kümmern können.“

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Die neuen Unterkünfte halten auch hohen Windgeschwindigkeiten Stand.

Drei Jahre nach Haiyan

Drei Jahre nach Haiyan sind die großen Wiederaufbauprojekte in Leyte, Cebu und Capiz zum großen Teil umgesetzt. Der Ansatz, eng mit der lokalen Bevölkerung zusammenzuarbeiten und die verschiedenen Hilfsangebote abzustimmen, hat funktioniert. Die errungene Widerstandsfähigkeit der betroffenen Philippinen trägt Früchte.

„Ein Jahr nach Haiyan gab es einen ersten Stresstest unserer Maßnahmen: ein weiterer Taifun stürmte erneut durch die Regionen. Dieses Mal brachten sich die allermeisten Menschen rechtzeitig in Sicherheit. Als wir im Anschluss die neu gebauten Häuser in Augenschein nahmen, konnten wir feststellen, dass alle noch intakt waren“, freutsich Alexandra Vlantos. Der tolle Erfolg des DRK-Einsatzes auf den Philippinen macht deutlich, dass die Hilfsmaßnahmen des DRK wirken.

Mit unserer Hilfe zur Selbsthilfe, der individuellen Unterstützung der Betroffenen und der spezifischen Ausrichtung an den Gegebenheiten im Land stärken wir die Widerstandskraft von Menschen, die besonders schwer und häufig von Katastrophen heimgesucht werden. Dass wir ein so weitreichendes Katastrophenmanagement durchführen können – heute und in Zukunft – verdanken wir teilnahmsvollen Spenderinnen und Spendern!

Katastropheneinsatz auf den Philippinen

Innerhalb von drei Jahren hat das DRK in den Regionen Leyte, Cebu und Capiz vielfältige Hilfsprojekte angestoßen und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort umgesetzt. Zahlen und Frakten Das DRK hat im Einzelnen

  • über 6.000 neue Häuser gebaut und über 6.500 repariert
  • über 180 Wasserzugänge gebaut oder repariert
  • über 6.800 Latrinen errichtet
  • über 5.000 Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt
  • Gesundheits-, Wasser- und Hygieneschulungen für über 30.000 Menschen verwirklicht
  • über 10.000 finanzielle Starthilfen vergeben
  • in 75 Gemeinden und deren Schulen Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge umgesetzt

Sowohl die abgeschlossenen als auch die laufenden Projekte stärken dauerhaft die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften und der einzelnen Menschen.

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