buehnenbild_klimaanpassung_Togo_2012.jpg Thorsten Klose / DRK
Sie befinden sich hier:
  1. Hilfe weltweit
  2. Was wir tun
  3. Klimawandel

Klimaanpassung: Vorsorge als humanitäre Aufgabe

Die Folgen des Klimawandels betreffen die ganze Welt, doch seine Auswirkungen spüren vor allem die ohnehin Schwächsten und Hilfsbedürftigen. Immer mehr Menschen werden von extremen Dürren, Überflutungen und zunehmend stärker werdenden tropischen Stürmen bedroht werden. Wetterbedingte Extremereignisse sind inzwischen für 75 Prozent aller Naturkatastrophen verantwortlich.

Helfen Sie uns mit einer Spende!

Jede noch so kleine Spende hilft dem DRK bei der Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen.

Für die meisten Länder existieren gute bis sehr gute Wettervorhersagen, Wissenschaftler wissen oft schon Monate, Wochen bis Tage vorab von einer bald eintretenden Katastrophe. Aufgrund mangelnder Mechanismen werden die internationale Gemeinschaft aber nicht vor der Katastrophe tätig, sondern erst dann wenn Menschen zu Tode kommen und Häuser und Lebensgrundlagen zerstört sind.

Neuer Ansatz: Hilfe wird aufgrund von Vorhersagen finanziert

Um das kostbare Zeitfenster, welches durch die Wettervorhersagen geschaffen wird, zu nutzen und unter dem Prinzip der Vorsorge aktiv werden zu können, hat sich das Auswärtige Amt (AA) zu einem Richtungswechsel entschlossen: Das AA und das DRK entwickeln deshalb ein System, um besser auf Vorhersagen zu reagieren und schon vor der eintretenden Katastrophe Menschen und Regionen zu unterstützen (Maßnahmenpaket des Auswärtigen Amtes). In drei Pilotländern Bangladesch, Mosambik und Peru werden dazu bis 2017 spezifische Strategien und Vorgehensweisen zur vorhersagebasierten Finanzierung von humanitären Hilfsmaßnahmen ausgearbeitet und durchgeführt. Bei eintretenden Schwellenwerten werden Vorbereitungen für den Ernstfall getroffen, um menschliches Leid zu mindern.

Bangladesch: Informationszentren helfen bei der Vorbereitung

Der Climate Change Vulnerability-Index klassifiziert Bangladesch als das weltweit am stärksten vom Klimawandel gefährdete Land, aufgrund seiner existierenden Klimagefahren, seiner extremen Armut sowie der hohen Abhängigkeit vom landwirtschaftlichen Sektor. Durchschnittlich verlieren jedes Jahr ca. 6.200 Menschen ihr Leben aufgrund von Katastrophen, und die Auswirkungen verursachen Schäden im Wert von 550 Millionen US-Dollar. Klima-Recherche- und Informationszentren werden dazu beitragen, die Gemeinden über bevorstehende Extremwetterereignisse zu informieren. Diese Information und ausgearbeitete Ablaufprotokolle für Hilfs- und Schutzmaßnahmen führen dazu, dass bei einem herannahenden Zyklon die Menschen ihre Häuser sturmfest gemacht haben, Nahrung und Saatgut in Plastiksäcken gesichert sind und sichere Gebäude aufgesucht werden.

Mosambik: Frühwarnung kann über Leben und Tod entscheiden

Auch in Mozambik sind tropische Wirbelstürme und Überschwemmungen die größten Bedrohungen für die Bevölkerung. Frühwarnung und die verbesserte Nutzung von meteorologischen Daten zur Vorhersage solch extremer Wetterereignisse spielen hier bei der Katastrophenvorbeugung eine große Rolle, da die Reaktionszeit vor einem Tropensturm entscheidend ist für dessen Auswirkungen. Dies trifft auch auf besonders gefährdete Überflutungsgebiete zu. Beispielsweise kann das Wissen um Evakuierungsrouten und Erste-Hilfe-Maßnahmen im Katastrophenfall über Leben und Tod entscheiden. Doch auch einfachere Maßnahmen können große Wirkung zeigen: durch die frühzeitige Verteilung von Moskitonetzen kann der Ausbruch einer Malariaepidemie verhindert werden.

Peru: sichere Bauweise und frühzeitige Hilfsgüter beugen Not vor

Die klimatische Situation Perus ist komplex. Zu einen wird der Norden Perus oft von Überschwemmungen des Amazonas-Hydrosystems heimgesucht, zum anderen ist das Hochland Süd-Perus anfällig für eine Vielzahl an Extremwetterereignissen, wie Dürren, Frost, schweren Kältewellen und anderen Wetterereignissen. Diese führen besonders in Höhenlagen zur Gefährdung von über 1,3 Millionen Menschen. Im Amazonasgebiet kann die Erhöhung von Häusern auf Plattformen dauerhaft Menschenleben retten und zur Existenzsicherung beitragen. Bei herannahenden Kältewellen im Hochland Perus werden vorbeugend Decken und Hygienekits verteilt, und ein Gesundheitsdienst begleitet die Bevölkerung. Zudem kann veterinärmedizinische Versorgung von Alpakas, die bei massiven Kältewellen oft verenden, notwendig sein um die Lebensgrundlage der Bevölkerung zu erhalten.

Das Programm

Region: Bangladesch, Mosambik, Peru 
Projektvolumen: 3,3 Millionen Euro 
Finanzierung: Mittel des Auswärtigen Amtes und Spenden 
Partner: Nationale Rotkreuzgesellschaften, Welthungerhilfe, Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften

Mehr Informationen zum Maßnahmenpaket des Auswärtigen Amtes:

zum Anfang