Sie befinden sich hier:
  1. Hilfe weltweit
  2. Wann wir helfen
  3. Wiederaufbau: was macht das Rote Kreuz?
  4. Katastrophe

Lesotho: die Sorgen der Helfer im krisengeplagten südlichen Afrika

Wenn man die Rotkreuz-Helferin Malikhang Matsoakeletse fragt, welche Probleme es in den Hügeln von Lesotho gibt, verweist sie auf ihre Kunden: die hungrigen und einsamen Alten, die sich durchkämpfenden Müttern, die Waisenkindern, die HIV-Infizierten und die verarmten Großeltern, die sich um ihre Enkel kümmern.

Helfen Sie uns mit einer Spende!

Jede noch so kleine Spende hilft dem DRK bei der Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen.

An dem Morgen, an dem wir sie treffen, führt uns Malikhangs Route in das Haus von Mafilipi Nthaha, 56, die sich um ihren neunjährigen Enkel kümmert, ein schlauer Junge, der Fußballspieler werden möchte. Wer weiß, vielleicht wird er es, aber heute Abend geht er wahrscheinlich hungrig ins Bett.

Mafilipi hat es nicht leicht. In großen Teilen Lesothos, Malawis, Angolas und Simbabwes herrscht eine Lebensmittelknappheit, und die Felder, die Mafilipi normalerweise mit Mais und Hirse bestellt, wurden von Überschwemmungen geflutet und von Trockenperioden ausgedorrt. Sie hat kein Saatgut mehr, und ihr Land liegt brach. Zwar hat sie einen Gemüsegarten, aber sie überlebt vor allem mit Hilfe von Maismehl, das die Nachbarn ihr geben. Malikhang hilft, wo sie kann.

Tlhokomelos Vater - Mafilipis Sohn - starb 2011, und seine Mutter verließ ihn, als er noch ein Kleinkind war. Jetzt ist nur noch die Großmutter da, die ihn aufzieht. Ihr Haushalt ist nur einer von mehreren tausend, der von der Rotkreuz-Gesellschaft in Lesotho unterstützt wird.

Malikhang ist eine entschlossene Frau. Sie ist die Probleme ihrer Nachbarn gewohnt, sie reagiert ruhig und praktisch. Sie neigt nicht zum Pessimismus, aber sie sagt, dass die Situation sehr schlecht sei. „Ich habe es noch nie so übel erlebt. Dies ist das Schlimmste, was wir bisher durchmachen mussten.“

Die Landwirtschaft, sagt sie, liegt am Boden. Es gab mehrere Missernten hintereinander, und viele Tiere sind im Kreislauf aus Dürre und Überschwemmung umgekommen. „Ich befürchte, dass es als nächstes die Menschen trifft“, sagt sie. Ein neues Programm der Lesothischen Rotkreuz-Gesellschaft, in Partnerschaft mit dem Deutschen Roten Kreuz und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union, hilft Familien, Gärten anzulegen, in denen das ganze Jahr über Gemüse wächst. Bei Saatgutmessen, die im Laufe des Jahres stattfanden, wurde Saatgut angeboten, das sowohl für die Lage als auch die Jahreszeit geeignet war, zudem lernten die Menschen, wie das Saatgut nicht nur für eine Ernte reicht, sondern auch in den kommenden Jahren nützen würde.

Malikhang zeigt den Menschen, wie sie ihre Ernte konservieren und einmachen können, und hilft Einzelnen und Gruppen, Existenzen aufzubauen. In der Küche in ihrem Haus gibt es hunderte Küken, die eine Einnahmequelle für Waisenhäuser, HIV-Hilfsorganisationen und andere Gruppen werden sollen.

Malikhang hat ein wachsames Auge auf die anfälligsten Dorfbewohner, auch die, die medizinische Betreuung brauchen. Aber sie setzt sich auch für die Aufklärung über richtige Hygiene und mentales Wohlbefinden ein - beides wichtige Faktoren in schwierigen Zeiten. Malikhang spricht voller Elan von den Projekten, bei denen sie mitarbeitet, aber nur zögerlich von sich selbst, von ihren Bedürfnissen, ihrem Hunger und dem Kind in ihrer Obhut.

In Wahrheit hat sie die gleichen Bedürfnisse wie alle anderen auch.

Ihr Ehemann ist Bauer, aber sie besitzen kein eigenes Land mehr, normalerweise leben sie von Naturalpacht. Sie bepflanzen und ernten die Felder anderer Leute und teilen sich die Erträge mit den Besitzern. Die Krise hat dem ein Ende gesetzt: die Hälfte von fast nichts ist so gut wie nichts, und letztes Jahr konnten sie nicht aussähen.

Die Mutter ihrer jetzt 16-jährigen Enkelin war HIV positiv und verließ ihr Kind im Säuglingsalter. Heute macht sich Malikhang Sorgen um ihre Zukunft: Sie können sich das Schulgeld nicht leisten. Nichts zu haben ist eine Sache, aber nichts geben zu können, ist noch viel schmerzhafter. Sie erzählt von den hungrigen Kindern, die auf der Suche nach etwas zu essen zu ihr kommen. Aber ihre Reserven sind aufgebraucht.

„Ich habe auch nichts mehr. Es ist ein schreckliches Gefühl, ihnen nicht helfen zu können“, sagt sie. Manchmal überlegt sie, das Dorf zu verlassen und eine Arbeit in der Stadt zu suchen. Sie ist klug, findig und ausgebildet vom Roten Kreuz.

„Aber wie könnte ich das machen? Ich kann die Menschen hier nicht im Stich lassen. Ich kann die Kinder nicht im Stich lassen.“

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und die Rotkreuz-Gesellschaft von Lesotho bieten auch eine Notfallversorgung mit Lebensmitteln für besonders schlimm von dieser Krise betroffene Haushalte. Zudem helfen die lokalen Rotkreuz-Gesellschaften in Malawi, Simbabwe und Angola den Menschen mit der Lebensmittelknappheit in ihren Ländern umzugehen - in Zusammenarbeit mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

Von John Sparrow, Lesotho

zum Anfang

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Erfahren Sie mehr

OK