Cynthia Sawe / IFRK

Burundi: Ein langer und stiller Kampf

Es gibt Katastrophen, die passieren plötzlich, die Folgen können jahrelang zu spüren sein, aber sie sind meist sofort offensichtlich. Dann gibt es Katastrophen, die geschehen langsam, die Auswirkungen summieren sich im Laufe der Zeit, aber sie erreichen nie den kritischen Punkt, durch den sie die Aufmerksamkeit der Welt erlangen.

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Und dann gibt es Katastrophen, die aus verschiedenen Gründen nie im Licht der Öffentlichkeit stehen, die aber direkte und offensichtliche Auswirkungen auf eine Gemeinschaft haben - und die fortwähren und dabei nie an Stärke verlieren.

1993 flohen zehntausende Menschen vor dem Bürgerkrieg in Burundi in die Nachbarländer wie Tansania. Dort wurden Flüchtlingslager eingerichtet, in denen sie bis zu ihrer Rückkehr nach Hause wohnen sollten. 20 Jahre später sind alle Camps außer einem wieder geschlossen, 35.000 Flüchtlinge kehrten 'nach Hause' zurück in ein Land, dass sich seit ihrer Flucht stark verändert hat. Für die, die in den Flüchtlingslagern geboren wurden, ist es eine Heimat, die sie nie zuvor gesehen haben.

Donatien Nsaguye, 58, ist einer von den 35.000 ehemaligen Flüchtlingen, die Tansania Ende 2012 verließen. In seiner Zeit als Flüchtling hat Donatien mit seiner Familie mehrere Camps durchlaufen, bis er endlich nach Burundi zurückkehrte.

Bei dem letzten Transfer von Tansania zu dem Übergangslager Mabanda in Burundi wurde er von seiner Frau und fünf Kindern getrennt. „Als wir auf diese Seite der Grenze kamen, liefen die Menschen in verschiedene Richtungen, es war sehr chaotisch“, sagt er. „Ich möchte erst mal meine Familie finden, bevor ich mich irgendwo niederlasse. Und ich mache mir Sorgen um unsere Sicherheit, ich muss die Situation genau prüfen, bevor ich einen Wohnort wähle.“

Geschichten von Familien, die getrennt wurden, sind nicht ungewöhnlich, darum sind täglich Freiwilligen-Teams der Burundischen Rotkreuz-Gesellschaft in den Übergangslagern und betreiben einen Such- und Familienzusammenführungs-Dienst. Zudem helfen sie den Menschen wo sie können, um die Zeit bis zum Weiterziehen angenehmer zu machen.

Anselme Katiyunguruza, Generalsekretär der Burundischen Rotkreuz-Gesellschaft sagt, dass langfristige Lösungen notwendig sind. „Der Kampf der Rückkehrer wird nicht vorbei sein, wenn sie wieder in Burundi sind. Wir müssen uns überlegen, wie wir diese Familien in der neuen Umgebung unterstützen können“, sagt er.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften unterstützt die Nothilfe des Burundischen Roten Kreuz, sie helfen den zurückkehrenden Familien, sich in den neuen Gemeinschaften zurecht zu finden und zu integrieren. Angst, Verwirrung und ein Gefühl des Verlorenseins und Nicht-Dazugehörens sind Emotionen in dem stillen Kampf, den die Familien noch immer ausfechten.

Das Spanische Rote Kreuz, mit der Unterstützung des Europäischen Amtes für humanitäre Hilfe (ECHO), betreibt weiterhin wichtige Programme in dem letzten verbleibenden Flüchtlingslager in Tansania. Es bietet grundlegende medizinische Versorgung, medizinische Betreuung für Mütter und Kinder und Ernährungsberatung, damit auch die Bedürfnisse der Schwächsten beachtet werden. Das Programm erreichte in den Jahren 2005 bis 2012 alle Bewohner der Flüchtlingslager - zwischen 100.000 und 250.000 Menschen.

Von Andy Channelle, IFRC

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