Unterernährung in Burkina Faso
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Burkina Faso: Familien am Rande des Hungers aufgrund fehlender Lebensmittel

Im Norden Burkina Fasos versammeln sich Frauen mit ihren Kindern auf einer staubigen Ebene, sie stehen Schlange für Essen. Als es zu regnen anfängt, weint ein Kind, aber alles läuft geordnet ab. Wenn sie den Anfang der Schlange erreichen, bekommen die Kinder eine Portion nahrhaften Erdnussbrei. Dieser billige Brei ist oft die Rettung der Familien vor Unterernährung.

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In der Sahelzone, einer Reihe von Ländern, die sich in Nordafrika vom Atlantik zum Roten Meer erstreckt, in der Unterernährung ohnehin ein verbreitetes Problem ist, spitzte sich die Situation Anfang 2012 durch eine Lebensmittelknappheit noch zu. Durch Dürren waren die Ernten des Vorjahres ausgefallen, zum dritten Mal in den letzten zehn Jahren. Im Zusammenspiel mit chronischer Armut, hohen Lebensmittelpreisen und politischer Instabilität konnten viele Gemeinschaften die Probleme nicht mehr bewältigen.

Laut der UN waren im April 2012 über 18 Millionen Menschen von Lebensmittelknappheit betroffen, besonders in den Ländern Senegal, Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Gambia, Niger und Tschad.

Marie-Christine Cormier arbeitet für das Belgische Rote Kreuz in Burkina Faso und betont die Verbindung zwischen Lebensmittelknappheit und Unterernährung. "Betroffene Familien, die keine Lebensmittel kaufen können oder eine schlechte Ente hatten, können sich nicht mehr ausreichend versorgen", sagte sie. "Besonders Kinder unter fünf Jahren sind von Unterernährung bedroht.

"Minadawo Darawos war verzweifelt, sie befürchtete, dass ihr Baby vor Hunger ununterbrochen weinte. Das winzige 11-monatige Mädchen war krank und litt.

"Ich brachte mein Kind zum Untersuchungszentrum, wo festgestellt wurde, dass sie unterernährt ist", sagte Minadawo. "Als mein Kind krank wurde, war ich verzweifelt, aber als sie in Behandlung war, wusste ich, dass sie überleben würde."

Ernährungsberatung: Aus knappen Lebensmitteln das Meiste rausholen

Das Burkinische Rote Kreuz gründete Ernährungskomitees für die Gemeinschaften, um die Gesundheitszentren zu entlasten, sie untersuchten Menschen auf Unterernährung und boten Aufklärung, damit Mütter die ihnen verfügbaren Mittel am besten nutzen konnten. Sie übernehmen auch die Nachfolgeuntersuchungen bei bestätigten Fällen.

Obwohl Nahrung knapp war, lernten die Mütter, die am Programm teilnahmen, wie sie das Meiste aus den verfügbaren Nahrungsmittel herausholen konnten.

Wodrawo Sanata, Mutter von neun Kindern, sagt, durch die Tipps und die Hilfe hätte sich die Situation der Familie verbessert. „Früher hatten wir Essen auf dem Tisch, aber in der jetzigen Zeit der Not war es schwer, diese große Familie zu ernähren“, sagt sie. „Dank der Ernährungsberatung schaffe ich es. Jetzt weiß ich, wie mein jüngstes Kind satt wird. Bei den älteren Kindern ist die Situation nicht ganz so schlimm.“

Burkina Faso gehört laut dem UN-Human Development Index zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung liegt bei gerade mal 52 Jahren, und fast ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren leidet an chronischer Mangelernährung. Zehn Prozent sind akut unterernährt.

Das Belgische Rote Kreuz arbeitet seit 2007 mit dem Burkinischen Roten Kreuz zusammen, unterstützt vom Europäischen Amt für humanitäre Hilfe (ECHO), um den fast 62.000 Menschen, die von der derzeitigen Krise betroffen sind, zu helfen. Das Programm unterstützt Menschen in 210 abgelegenen Dörfern in neun Provinzen, in denen die Mangelernährung am gravierendsten ist. In diesen Dörfern sind 25 Prozent der Kinder und 30 Prozent der schwangeren Frauen akut unterernährt. 

In in vergangenen Jahren haben sich die Mangelernährungsraten von Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern, die am Programm teilnehmen, deutlich gebessert. Damit das Programm des Roten Kreuz langfristig nachhaltige Effekte hat, wurden über 1.200 Freiwillige in den Gemeinschaften im ganzen Land ausgebildet, um diese stille Katastrophe weiterhin zu lindern.

Von Sanna Negus, Finnisches Rotes Kreuz

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