Wirbelstürme in Banglagdesh IFRK
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Bangladesch: Den Stürmen trotzen

Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt, in dem Wetterextreme wie tropische Wirbelstürme und Überschwemmungen am häufigsten auftreten. Jedes Jahr sind hunderttausende Menschen betroffen. Gleichzeitig ist Bangladesch eines der ärmsten und dichtesten besiedelten Länder Asiens.

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Shahid wurde vom Heulen des Windes geweckt. Sein klappriges Haus wurde vom draußen tobenden Sturm gebeutelt. Mit der bösen Vorahnung, dass etwas nicht stimmte, weckte er seine Frau, seine zwei Töchter und seine 90 Jahre alte Mutter. Sie entkamen nur knapp, fast wären sie unter den Trümmern ihres Hauses begraben worden. „Der Sturm fing um drei Uhr morgens an und ging bis sieben. Ich dachte, das Dach könnte jederzeit einstürzen. Ich lief mit meiner Familie nach draußen und kurz darauf brach mein Haus zusammen“, sagt Mohammad Shahidullah, ein Tagelöhner aus einem abgelegenen Küstenstreifen, der im Oktober 2012 von einem Tropensturm verwüstet wurde.

„Durch den starken Wind konnten wir auch nicht draußen bleiben. Wir sind zum Nachbarhaus gerannt und haben uns in Sicherheit gebracht. Besonders für meine Mutter war es schwer. Wir hatten es kaum aus dem Haus geschafft, da stürzte es ein“, sagt Shahid, wie er genannt wird.

Einmal mehr wurde Bangladesch in den Küstengebieten Noakhali, Bhola und Chittagong von einem starken Sturm heimgesucht. Der Sturm entwickelte sich so schnell, dass es für die Gemeinschaften in der betroffenen Gegend fast keine Vorwarnung gab. Bei dem Wirbelsturm kamen 36 Menschen ums Leben, er zog eine Spur der Verwüstung nach sich. Häuser wurden weggerissen, Boote und Fischernetze gingen verloren, Ackerland wurde verwüstet und Existenzen wurden zerstört.

Nachdem der Sturm sich gelegt hatte, kehrten Shahid und seine Familie nach Hause zurück, aber ihr Haus war komplett zerstört. Aus Pappe bauten sie sich eine notdürftige Unterkunft. Die Familie hatte keine Ersparnisse, keine finanziellen Mittel, um Materialien für ein neues Haus zu kaufen. „Der Rote Halbmond gab uns Planen, 2.000 Taka (etwa 18 Euro), Reis und Trinkwasser“, erklärt Shahid. „Ich habe mit der Plane das Dach unseres Hauses abgedeckt. So hatten wir sofort eine schützende Unterkunft. Mit den 2000 Taka habe ich später mein Haus repariert. Ich habe alte Dosen, die Plane, Bambus und Stroh genutzt und alles zusammen genagelt, um einen Schlafplatz zu haben.“

Shahid schildert auch, dass der Reis der Familie half, die erste Woche nach dem Sturm zu überstehen: „Der Rote Halbmond war ein Helfer in der Not. Wie hätte ich sonst meine Kinder und meine alte Mutter ernähren sollen, wenn nicht mit dem Reis, den sie uns gaben?“

Eine Geschichte, die sich vielfach ereignete

Shahids Geschichte spielte sich so oder ähnlich immer wieder in den vom Sturm betroffenen Gebieten ab. Und obwohl viele Menschen zu ihren beschädigten Häusern zurückkehren und mit dem Wiederaufbau beginnen konnten, sind sie trotzdem noch immer anfällig.

„In Bangladesch wüten so oft Stürme, dass sie von der Öffentlichkeit nicht mehr beachtet werden, Tatsache ist jedoch, dass die betroffenen Menschen oft schon vorher anfällig sind. Obwohl die Menschen im Laufe der Zeit Bewältigungsmechanismen entwickelt haben, brauchen sie trotzdem unsere Hilfe.“ sagt Tsehayou Seyoum, der Vertreter der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) in Bangladesch. „Die meisten betroffenen Gemeinschaften leben schon vorher in Armut. Sie haben keine Versicherung, keine Ersparnisse, auf die sie zurück greifen können, so sinken sie noch tiefer in die Armut.“

Freiwillige und Mitarbeiter der Rothalbmond-Gesellschaft in Bangladesch halfen knapp 25.000 Menschen auf den betroffenen Inseln mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Notunterkünften. Familien erhielten auch kleine Bargeldbeträge für weitere Notwendigkeiten.

„Neben der Nothilfe ist es auch wichtig, dass wir den Menschen wieder auf die Beine helfen, damit sie ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen und ihre Existenz wieder aufbauen können“, sagt der Generalsekretär des Bangladeschischen Roten Halbmonds Abu Bakar.

Das Europäische Amt für humanitäre Hilfe (ECHO) bot finanzielle Unterstützung für die Rotkreuz- und Rothalbmond-Hilfsaktion nach diesem Wirbelsturm, ebenso hat es auch die Katastrophenhilfe nach einem anderen Sturm mit Überschwemmungen im Juni, Juli und August im Norden und Südosten von Bangladesch unterstützt.

Von Maherin Ahmed aus Dhaka

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