Bedürftigkeit sieht man Mutter und Kind nicht an Steffen Freiling / DRK
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Hilfe für Kinder in Armut in Deutschland

Etwa fünf Prozent der Kinder unter 18 Jahren leiden unter materiellen Entbehrungen. Das Armutsrisiko ist jedoch höher. Das Kinderarmutsrisiko ist bestimmt durch den Anteil von Kindern, die in einem Haushalt mit geringen finanziellen Ressourcen leben. Je nach verwendeter Datenquelle variiert das Armutsrisiko von Kindern in Deutschland zwischen 14,6 Prozent (EU-SILC, Einkommensjahr 2014) und 19,7 Prozent (SOEP 2013 und Mikrozensus 2015).

Damit liegt das Armutsrisiko von Kindern über dem Armutsrisiko der Gesamtbevölkerung. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen müssen häufig auf Selbstverständliches verzichten: auf eine tägliche warme Mahlzeit oder einen Schulausflug. Um die Kinder und ihre Familien zu unterstützen, hilft das DRK mit unterschiedlichen Angeboten.

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Die Folgen von Kinderarmut: Weniger Teilhabe und Chancen

Wenn nicht einmal kleine Freizeitaktivitäten wie ein Besuch im Schwimmbad möglich sind, schadet das dem Selbstwertgefühl und dem Seelenleben der Kinder. Armut heißt mehr als kein Geld zu haben: Kinder aus armen Familien haben viele Sorgen und sind häufiger krank. Vermehrte Infektionen, Asthma, Bauch- und Kopfschmerzen sind die Folgen. Auch in der Schule zeigen sich Probleme, die sich zu geringeren beruflichen Chancen ausweiten können. So sind arme Kinder schon früh in den wichtigsten Lebensbereichen benachteiligt. 

Kitas des DRK als Orte des gesunden Aufwachsens

Das Deutsche Rote Kreuz sieht es als seine Aufgabe an, Kindern zu helfen, ihre Gesundheit zu schützen und ihre Entwicklung zu fördern. So werden mehr und mehr DRK-Kitas zu „Orten des gesunden Aufwachsens“. „Wir überlegen gemeinsam mit den Eltern, aber auch den Kindern, wie sie Gesundheit fördern können“, erklärt Christiane Gutwein, Referentin Kinder und Familie des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e.V.

Aus diesen Überlegungen sind viele Angebote entstanden: In der DRK-Kita „Krümelkiste “ in Stemwede-Dielingen nehmen die Kinder als „Gesundheitsdetektive“ ihre eigene Kita unter die Lupe. Die „Spielwiese“ in Espelkamp setzt auf Bewegung in der Natur. Und im „Miteinander“ in Lübbecke hat das Team gemeinsam mit den Kindern die Gesundheitsbücher „Fit durch den Tag“ gestaltet. Mittlerweile engagiert sich in Westfalen-Lippe fast jede zehnte DRK-Kita als „Ort des gesunden Aufwachsens“.

Mittagessen für Leib und Seele

Das DRK-Weserbergland hat mit dem Projekt „...und dann geht‘s uns gut!“ eine besondere Aktion gegen Kinderarmut und für Kindergesundheit ins Leben gerufen. Seit sieben Jahren bietet der Kreisverband verschiedene Projekte an. Neben Hausaufgabenhilfe und kostenlosen Familienfreizeitangeboten erhalten in Hameln bis zu 50 Kinder täglich ein Mittagessen. „Immer mehr Kinder wachsen ohne einen strukturierten Alltag auf“, berichtet Andreas Besser, Vorstand des DRK-Weserbergland. „Darum sind Kinder von sieben bis dreizehn Jahren zum pädagogischen Mittagstisch eingeladen. Neben gesunder Ernährung finden sie dort auch Bezugspersonen, denn viele fühlen sich mit ihren Problemen alleingelassen.“

Das Kita-Mittagessen wird gefördert, die Eltern müssen jedoch einen Eigenanteil von einem Euro mittragen. Dabei werden im Regelbedarf des SGB II für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren 113,77 EUR monatlich für Nahrungsmittel und Getränke berücksichtigt. Davon müssen drei Mahlzeiten täglich  sichergestellt werden. Das DRK fordert deshalb unter anderem, auf die Eigenanteile für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung zu verzichten und Kindern aus sozial benachteiligten Familien so eine bessere Ernährung zu ermöglichen.

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