Foto: Jungen auf Fahrrädern - DRK-Jugendladen Berlin Wedding C. Bilan/DRK
Sie befinden sich hier:
  1. Hilfe in Deutschland

Kinder fördern, Kinder fordern

Respekt, Toleranz, Gewaltlosigkeit, Gleichstellung – das sind die Grundpfeiler des DRK-Jugendladens im Wedding.

Helfen Sie mit!

Jede kleine Spende hilft!

Der Wedding ist ein Stadtteil im Zentrum Berlins, der oft als Problemkiez betitelt wird. In den letzten Jahren sind Spielcasinos aus dem Boden geschossen, Drogenhandel und Gewalttätigkeiten gehören zum Alltag. Der Jugendladen mit seinen vielfältigen Bildungs- und Freizeitangeboten ist demgegenüber eine konstante Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die dort einen Schutzraum finden, in dem sie gefördert werden und den sie nach ihren Wünschen mitgestalten können.

Gegenseitiger Respekt wird von den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlichster Kultur und Herkunft nicht nur vorgelebt, sondern ebenso von den jungen Besuchern eingefordert. „Wenn wir erstmals unsere Einrichtung zeigen, erklären wir die Regeln, an die sich jeder halten muss. Jeder hat die gleichen Rechte. Wir wollen hier ein friedliches Zusammenleben und interkulturelles Lernen ermöglichen“, sagt Jugendleiter Hassan El-Issa. Der 29-Jährige hat selbst als Kind seine Freizeit im Jugendladen verbracht, heute betreut er Projekte ehrenamtlich, z. B. Fußballturniere und das alljährliche Sommerfest.

Foto: Fünf Mädchen beugen sich über eine Tisch und malen
Im DRK-Jugendladen Wedding finden Kinder einen Ort zum Mitgestalten, Ausprobieren und Lernen.
Titel des Soforthilfe Reports 4/2019
Den SOFORTHILFE REPORT bestellen

Zum Bestellformular >

Eine große Familie

Reza Yeganeh, gebürtiger Iraner und Diplom-Politologe hat schon die Anfänge als Betreuer miterlebt und betont den verbindenden Charakter des Jugendladens. „Ich hatte hier als politischer Flüchtling selbst ein Zuhause gefunden. Wir sind wie eine große Familie.“ Regelmäßig führt er mit den Jugendlichen Diskussionsrunden über gesellschaftlich relevante Themen. „Beispielsweise befassen wir uns mit der Frage ‚Was ist Heimat?‘, reden über die Bundestagswahl oder die Dieselaffäre. Ein großes Thema ist auch Extremismus.“ Nebenbei lernen die Jugendlichen, sich ihre Meinung zu bilden, andere Ansichten abzuwägen und ihre Diskussionspartner zu respektieren.

Ganz ohne Bedenken frei reden und das Programm bestimmen, können alle Mädchen jeden Freitag gemeinsam mit ihrer Betreuerin, der Soziologin Afsar Javadi. Im Sommer haben sie einen Pool auf dem Gelände aufgebaut, neulich waren sie im Technikmuseum. „Wir machen Ausflüge, wir malen, wir spielen Fußball“, erzählt die 10-jährige Serien. Warum sie freitags kommt? „Weil es Spaß macht“, sagt sie. Afsar Jaradi, die auch Kontaktperson für die Mütter ist, ergänzt, dass es wichtig sei, den Mädchen einen Raum zu geben, in dem sie ihre Rolle ungezwungen reflektieren können.

Respekt im Wedding

Die Kids sollen sich heimisch fühlen“, sagt Samer Ahamd, Leiter der Einrichtung. Auch für ihn ist der Jugendladen mehr als ein Arbeitsplatz: Er ist in der Nachbarschaft aufgewachsen und kam schon als Kind hierher. Nach seiner Ausbildung zum staatlich geprüften Erzieher übernahm er die Leitung. Seitdem hat Samer Ahmad ambitionierte Projekte wie ein Tonstudio realisiert, in dem die Jugendlichen Musik machen und Hörspiele aufnehmen können, sowie zahlreiche Beziehungen zu relevanten Kooperationspartnern und Institutionen im Stadtteil aufgebaut. So hat sich der Jugendladen seit seiner Entstehung auch außerhalb der eigenen vier Wände im Wedding Respekt geschaffen und ist zu einer festen Größe in der Kinder- und Jugendarbeit geworden.

Wollen Sie mehr über unsere Rotkreuz-Arbeit erfahren?

Diese und viele weitere Geschichten über unsere spannende Rotkreuzarbeit lesen Sie in unserem viermal jährlich erscheinenden SOFORTHILFE REPORT

zum Anfang

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Erfahren Sie mehr

OK