Foto: DRK-Mitarbeiterin tröstet ein Mädchen und legt einen Arm um sie. Jörg F. Müller / DRK
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„Du bist nicht allein“

Versmold. Verzweiflung, Wut, Gleichgültigkeit: Kinder und Jugendliche trauern sehr unterschiedlich. Unsere Trauerbegleiter helfen ihnen, ihren Verlustschmerz zu verarbeiten.

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Wenn ein Familienmitglied stirbt, sind Kinder und Jugendliche doppelt belastet: Neben der eigenen Trauer um Vater oder Mutter oder eine andere wichtige Person müssen sie erleben, wie die ganze Familie in eine tiefe Krise gerät. Wenn auch die Eltern in ihrer Trauer gefangen sind und die Signale nicht deuten können, findet das Kind nicht immer die Unterstützung, die es braucht.

Um Kinder auf ihrem schweren Weg zu begleiten und ihnen zu helfen, ihre Trauer zu verarbeiten, bietet das DRK Versmold eine Kinder- und Jugendtrauergruppe an. „Kinder neigen dazu, ihre eigene Trauer zu unterdrücken, um das Elternteil nicht noch stärker zu belasten. Wir wollen dem trauernden Kind zeigen: Du bist nicht allein. Wir geben ihm einen Raum der Geborgenheit, in dem es über seinen Kummer, seinen Schmerz und alles andere, was ihm durch den Kopf geht, berichten kann“, erklärt Jens Burkschat. Der 38-jährige Maschinenbautechniker musste vor zwei Jahren selbst einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. „Es war nicht leicht, das zu verarbeiten. Dann habe ich mich gefragt, was ich für Menschen tun kann, die sich nicht selbst aus der Trauer helfen können.“

Als Burkschat las, dass das DRK Versmold Trauerbegleiter für Kinder suchte, entschied er sich kurzentschlossen, sich zu engagieren. Auch seine Ehrenamtskollegin Monika Lorenz nutzt ihre Freizeit, um trauernden Kindern beizustehen: „Bei Kindern ist die Trauer sehr vielschichtig. Manchmal ist sie gar nicht sichtbar. Es wird gespielt, gelacht, gestritten. Doch wenn sie nicht richtig bearbeitet wird, bricht die Trauer immer wieder aus. Manche Kinder ändern auch ihr Sozialverhalten. Sie ziehen sich zurück, werden aggressiv oder verschlechtern sich in der Schule.“ 

Titelbild des Soforthilfe Report 3 - 2018
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Halt in der Krise

Mit Gesprächen, gemeinsamen Ritualen, aber auch dem Basteln von Erinnerungsboxen helfen die Trauerbegleiter dem Kind, die Krise durchzustehen. „Neben der Trauer gibt es ja auch viele schöne Momente, die das Kind mit dem Verstorbenen geteilt hat. Auch die sollen wieder einen festen Platz im Leben des Kindes finden“, erklärt die Trauerbegleiterin. Hilfreich sind auch positive Vorstellungen. So weiß die neunjährige Tochter, die ihren Vater durch Krebs verloren hat, nun: Papa ist im Himmel und passt von dort auf mich auf.

„Natürlich ist die Begleitung von trauernden Kindern manchmal eine Herausforderung. Ich habe mich anfangs gefragt: ‚Ist das überhaupt etwas für dich?‘ Heute kann ich sagen: ‚Ja!‘ Es bereichert mein Leben, Kindern beizustehen, und ich setze mich auch selbst ganz anders mit Trauer auseinander“, erläutert Monika Lorenz. Jens Burkschat pflichtet ihr bei: „Es ist eine großartige Sache, anderen helfen zu können. Das ist der beste Lohn, den man bekommen kann.“

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