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Wolfgang Friedrich ist DRK-Fachreferent Bauen/Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung. Seit zehn Jahren setzt der gelernte Architekt für das DRK Hilfseinsätze um. Unter anderem war er in Pakistan, auf Haiti, Sri Lanka und den Philippinen aktiv.

DRK-Referent Wolfgang Friedrich
Foto: DRK

Herr Friedrich, was steckt alles hinter den sogenannten WASH- und SHELTER-Projekten?

Wichtig ist, dass wir auf mehreren Ebenen helfen: Wir errichten nicht nur greifbare Dinge wie Unterkünfte (englisch "shelter"), Brunnen und Latrinen ("wash" steht für "Water and Sanitation", also Wasser und Sanitäreinrichtungen), sondern vermitteln das nötige Hintergrundwissen. Wenn die Betroffenen beispielsweise verstehen, wie der Wasserkreislauf funktioniert, dann sinkt die Gefahr, dass Nutzwasserquellen verunreinigt werden. Das verbessert die Lebensgrundlagen nachhaltig.

Welche Rolle spielt die einheimische Bevölkerung bei der Umsetzung der Projekte?

Eine entscheidende Rolle. Umwelt und Lebensweise der Menschen sind von Region zu Region verschieden. Darum ziehen wir von Anfang an lokale Verwaltungen zurate, um herauszufinden, welche Menschen am dringendsten Unterstützung benötigen. Beim Wiederaufbau planen wir gemeinsam mit den Betroffenen, orientieren uns an traditionellen Bauformen für Unterkünfte oder Wasserspeicher und arbeiten mit lokalen Handwerkern und Baumaterial aus der Region.

Wie erfolgreich sind die Hilfsprojekte?

Naturkatastrophen sind schlecht zu vergleichen. Was wir aber messen können, ist, wie das Wissen in der Bevölkerung nach unseren Projekten verändert hat. Dabei haben wir festgestellt, dass nicht nur das Problembewusstsein gewachsen ist, sondern sich auch das Verhalten der Menschen verändert hat. So gehen sie beispielsweise deutlich bewusster mit Wasser und Hygienemitteln um. Was haben Sie aus Ihren Projekterfahrungen gelernt?

Der zentrale Punkt ist, dass jede Katastrophe anders ist, einen anderen Hintergrund hat. Man kann seine Erfahrungen nicht als Blaupause mitnehmen, sondern muss erst einmal alles neu verstehen und überlegen: Wie können wir mit unseren begrenzten Ressourcen in einem neuen Kontext maximal viel verändern? Gut zu sehen ist aber, dass unsere Strukturen und die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort sehr gut funktionieren.

Welche Ziele hat sich das DRK für die kommenden Jahre gesteckt?

Bis 2050 wird sich die städtische Bevölkerung verdoppeln. Hier benötigen wir andere Strategien als bei unseren Einsätzen in ländlichen Regionen. Das Umfeld ist komplexer und es bedarf einer intensiveren Netzwerkarbeit, um die Stabilität und Sicherheit in Städten zu gewährleisten. Es ist eine große Herausforderung für uns als Rotkreuz-Bewegung, wie wir uns im städtischen Raum bestmöglich einbringen können, um Menschen optimal zu schützen.

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