Hilfspakete für die Zivilbevölkerung im Jemen
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Jemen: Nothilfe, Wasser und Gesundheit für Familien

Seit Beginn der Kämpfe im Jemen in 2015 hat sich die Lage im Land dramatisch verschlechtert. Die Kampfhandlungen haben bereits Zehntausende Menschenleben gefordert - davon mindestens 16.000 Zivilisten. Über 50.000 Menschen wurden verletzt. Die Zivilbevölkerung des ohnehin schon sehr armen Landes befindet sich mitten in einer Hungersnot und die zivile Infrastruktur kollabiert zunehmend. Hinzu kommt die seit Mai 2017 anhaltende Cholera-Welle sowie andere vermeidbare und chronische Krankheiten, die sich aufgrund der desaströsen Lage des Gesundheitssystems verheerend auswirken oder unbehandelt bleiben.

Für 50 € können wir einer Familie Grundnahrungsmittel für einen Monat bereitstellen.

Heftige Kämpfe im Land: die Bevölkerung leidet Not

Seit mehreren Jahren tobt ein gewaltsamer Konflikt im Jemen. Aktuell beherrscht eine militärische Großoffensive die Hafenstadt Hodeidah, wodurch alleine in den letzten Monaten weitere 120.000 Menschen vertrieben wurden. Insgesamt sind im Jemen über 2.3 Millionen Menschen innerhalb des Landes geflohen, um der Gewalt zu entkommen.

DRK leistet Nothilfe

Das Deutsche Rote Kreuz ist vor Ort und unterstützt den Jemenitischen Roten Halbmond dabei, Nothilfe für die Bevölkerung zu leisten. Oft finden die Einsätze unter schwierigen Bedingungen statt und die Helfer begeben sich in große Gefahr.

Wichtige Infrastruktur und Gesundheitseinrichtungen sind zerstört, Lebensmittel und Medikamente schwer zu erhalten und die Bevölkerung ist durch den andauernden Konflikt stark geschwächt. Mittlerweile sind alle Bürger des Landes betroffen, sei es durch direkte Kampfhandlungen oder indirekte Konsequenzen des Konflikts. 

Das DRK unterstützt den Jemenitischen Roten Halbmond beim Betrieb und der Ausstattung von Krankenhäusern und Gesundheitsstationen, bei der Trinkwasserversorgung sowie der Beschaffung von Medikamenten, Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern. Ein Schwerpunkt der Hilfe liegt in der Behandlung von chronisch erkrankten Patienten wie z. B. der Dialyse bei Niereninsuffizenz.

Die Situation im Überblick

  • Über 2 Millionen Menschen sind in ihrem Land auf der Flucht.
  • Bisher wurden 16.000 Zivilisten durch Kampfhandlungen getötet und mindestens 10.200 verletzt.
  • 22,2 Millionen Menschen, etwa 80 % der Bevölkerung, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
  • 3,3 Millionen Menschen leiden an Mangelernährung - darunter 2,2 Millionen Kinder.
  • Knapp 18 Millionen Menschen, das heißt 60 Prozent der Gesamtbevölkerung, leiden unter Ernährungsunsicherheit.
  • 7,8 Millionen Menschen sind akut mangelernährt, darunter etwa 1,8 Millionen Kinder
  • Die Kindersterblichkeit ist um ca. 23 Prozent gestiegen.
  • 16,4 Millionen Jemeniten haben keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung.

Lieferung von Trinkwasser und Lebensmitteln

Viele Wasseraufbereitungs-Anlagen und -Leitungen wurden zerstört. In der Hauptstadt Sana’a, die rund 2,5 Millionen Einwohner fasst und in der mehrere hunderttausend intern Vertriebene leben, funktioniert keine Trinkwasserversorgung mehr. Das DRK sorgt dafür, dass Tanklaster mit Trinkwasser die Gemeinden und betroffenen Familien sowie intern Vertriebene versorgen.

Die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich seit Beginn des Konflikts mehr als verdoppelt. Zerstörte Infrastruktur wie Häfen und Straßen machen den Transport von Nahrungsmitteln und anderen Gütern schwierig, teuer und zeitintensiv. In den letzten Wochen hat sich die Inflation der jemenitischen Währung noch einmal dramatisch verstärkt. Der Preise für viele Güter, wie beispielsweise Speiseöl und Weizen, sind um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Durch die damit einhergehende geschwächte Kaufkraft der Bevölkerung steigt die Gefahr einer Hungersnot massiv an. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes werden Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter wie Decken und Hygienepakete per Schiff ins Land gebracht und verteilt.

Mit 230 € kann eine Schule mit Krankenliegen und Erste-Hilfe-Kits ausgestattet werden.

Unterstützung von mangelernährten Kindern und ihren Müttern

Akut mangelernährte Kleinkinder unter fünf Jahren und deren Mütter sowie stillende und schwangere Frauen werden mit Hilfe des DRK und des Auswärtigen Amtes unterstützt. Zu diesem Zweck hilft der Jemenitische Rote Halbmond in mehrere Gesundheitszentren. Unter anderem werden ein Kreißsaal, eine Notfallgynäkologie und eine mobile Gesundheitsstation betrieben. Die medizinischen Einrichtungen erhalten Medikamente, Ausstattung und Unterstützung bei baulichen Maßnahmen.

Psycho-soziale Unterstützung für Frauen und Kinder

In der Hauptstadt Sana‘a und in Lajh bietet der Jemenitische Rote Halbmond mit Unterstützung des DRK psychologisch-soziale Unterstützung für Frauen und Kinder. Das Leben unter permanenter Gefahr während der Luftangriffe auf Sana‘a und andere Städte im Jemen ist schwierig und hinterlässt seine Spuren bei den Menschen. Besonders Frauen und Kinder sind traumatisiert und verängstigt.

Aktion gegen Cholera-Ausbruch

Im Mai 2017 bestätigte das Jemenitische Gesundheitsministerium den erneuten Ausbruch der Cholera (bereits im Oktober 2016 kam es zu einem Ausbruch der Krankheit). Seitdem gab es 1.076.472 Verdachtsfälle und 2.265 Tote. Nicht abtransportierter Müll  und die mangelnde Wasserversorgung führen gerade in den Städten zu katastrophalen hygienischen Bedingungen.

Besonders betroffen ist die Hauptstadt Sana´a sowie 15 weitere Gebiete. Das DRK verteilt mit Hilfe der Schwesterorganisation Hygienepakete, Choleratests und dringend benötigte medizinische Verbrauchsgüter 2017 konnten 5.000 Hygienepakete und 12.000 Cholera-Tests in den betroffenen Gebieten verteilt werden. Zudem führt das DRK auch Aufklärungskampagnen zur Bekämpfung der Cholera durch und stellt Chlor zur Wasserbehandlung bereit.

Das Projekt

Region: Taiz, Hajjah, Amran, Al Dahle und Sana´a
Projektvolumen: 3.213.179 Euro
Finanzierung: Auswärtiges Amt, Spenden
Partner: Jemenitischer Roter Halbmond (YRCS)

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