Deutsches Rotes Kreuz, DRK, EH, Erste Hilfe, Kind, spielen, Freizeit, klettern, Unfall, Kinder, Trost, Hilfe, Freunde Jörg F. Müller / DRK
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Ein Dutzend Tipps zur Ersthilfe für Kinder und von Kindern

Keiner ist zu klein, um helfen zu können. Im Gegenteil, Kinder lernen in den ersten Jahren schneller als zu jeder anderen Zeit im Leben – das gilt auch für die Erste Hilfe. Es macht Kinder sehr stolz, wenn sie in der Lage sind, anderen zu helfen. Auf der anderen Seite sind Kinder häufig selbst auf Erste Hilfe angewiesen und dabei gibt es einiges zu beachten. Zwölf Tipps von DRK und JRK rund um Erste Hilfe und Kinder:

  • 1. Unfallverhütung: Vorbeugen ist die beste Medizin

    Die meisten Unfälle ereignen sich im Haushalt und in der Freizeit. Bei Kindern unter sechs Jahren ist das Gefahrenbewusstsein noch nicht ausreichend entwickelt. Besonders gefährdet sind 2- bis 4-jährige Kinder, sie verunglücken überwiegend im Haushalt (oft Sturzunfälle). Größere Kinder verunglücken, ihrem Bewegungsradius entsprechend, häufiger im Garten, im Verkehrsgeschehen oder auf dem Spielplatz. Erkennen Sie, dass sich viele Gefahrenquellen und Unfälle durch einfache Maßnahmen entschärfen bzw. verhindern lassen: Gestalten Sie die Umgebung kindersicher, z. B. durch Beaufsichtigung, unbeschädigte Spielsachen, Steckdosensicherung, Treppengitter, aber auch der Frühförderung von Schwimmunterricht und Verkehrserziehung.

  • 2. Vorbildfunktion: Aufklären und Üben statt verbieten

    Kinder lernen nicht durch Verbote, sondern durch rechtzeitiges Üben – beispielsweise den Umgang mit Messer, Schere, Licht. Richtiges Verhalten in unfallträchtigen Situationen erfahren sie durch Aufklärung. Sie orientieren sich an Erwachsenen, daher sollten sich Eltern, Großeltern und alle Personen, die sich um das Wohl der kleinen Schützlinge bemühen, ihrer Rolle als Vorbild bewusst sein. Sie sollten beispielsweise beim Fahrradfahren auch einen Helm tragen. Das Üben von Erste-Hilfe-Maßnahmen lässt sich sehr spielerisch gestalten, nutzen Sie beispielsweise das Material nach abgelaufenem Haltbarkeitsdatum aus Ihrem KFZ-Verbandkasten, verbinden Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die Lieblingskuscheltiere. Auch der Umgang mit einem Pflasterwundverband will gelernt sein. 

  • 3. Erklären Sie Hilfsbereitschaft und Helfen zum Normalfall

    Erste-Hilfe-Kenntnisse sind als wichtiger gesellschaftlicher Beitrag zu werten, da durch die Kompetenzen jedes Einzelnen die Selbsthilfefähigkeit ganzer Gruppen von Betroffenen bei größeren Schadensereignissen und Katastrophen entscheidend gestärkt wird. Für jedes Problem findet sich eine Lösung.

  • 4. Erkennen Sie an, dass keiner zu jung und klein zum Helfen ist

    Nehmen Sie Kinder ernst. Kinder sind – abhängig von ihrem Alter und jeweiligen Entwicklungsstufe – in der Lage, anderen zu helfen. So können die Kleinsten schon großartig trösten. Dennoch sind Kinder keine kleinen Erwachsenen und sollten in keinem Fall überfordert oder traumatischen Situationen ausgesetzt werden. Sofern die Situation es jedoch zulässt, sollten anwesende und vertraute Kinder mit einbezogen werden, auch um die Situation zu entspannen und das Gefühl von Normalität für alle, auch innerhalb einer Gruppe – wie bei Freizeitaktivitäten oder Kita- bzw. Schulgruppen – wiederherzustellen.

  • 5. Kennen Sie Besonderheiten der kindlichen Psyche

    Kinder sind in Notfallsituationen, bei Erkrankungen oder Unfällen, einer Vielzahl ihnen unbekannter Belastungen ausgesetzt. Einzelne Details, wie beispielsweise Gerüche, Geräusche oder das Verhalten von Helfenden, nehmen sie sehr intensiv wahr. Jedes Kind verhält sich anders in belastenden Situationen und benötigt ein individuelles Eingehen und Betreuung. Mögliche psychische Reaktionen eines Kindes in Notfallsituationen sind sehr vielfältig. Wir informieren Sie gerne im Rotkreuzkurs Erste Hilfe am Kind.

  • 6. Eigenschutz und Sicherheit beachten, Überblick verschaffen

    An Notfallstellen im öffentlichen Raum – wie zum Beispiel im Straßenverkehr – unbedingt
    gut sichtbare Kleidung anziehen bzw. eine Warnweste tragen und die Unfallstelle etwa mit einem Warndreieck absichern. Schätzen Sie zuerst die Gefahren für sich und andere ein! Nur wenn Sie selbst nicht in Gefahr geraten, können Sie helfen. Niemand darf nachträglich zu Schaden kommen. Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick: Wer ist verletzt? Wer braucht als Erster Hilfe? Verletzte sollten aus der Gefahrenzone gebracht werden, wenn dies kein unnötiges Risiko darstellt.

  • 7. Erste Hilfe ist Teamarbeit: laut „Hilfe“ rufen

    Die Umgebung deutlich auf den Notfall aufmerksam machen: Scheuen Sie sich nicht davor, Anweisungen zu geben. Meist sind die Beteiligten froh, wenn jemand das Ruder in die Hand nimmt. Also direkt ansprechen und die notwendigen Maßnahmen durch konkrete Ansagen verteilen – zum Beispiel „Sie im roten Pulli, wählen Sie schnell den Notruf 112!“.

  • 8. Psychische Erste Hilfe: Kontakt herstellen und halten – Kommunikation

    Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf und in Notsituationen, bedingt durch Reife, Kultur und Prägung. Hören Sie zu und beachten Sie die Wünsche des Betroffenen bzw. des Kindes. Einfach nur da sein hilft schon, eine Hand, ein tröstendes Wort oder Abschirmen gegen neugierige Blicke.

    Zur Kommunikation begibt man sich auf dieselbe Ebene wie der Betroffene/das betroffene Kind – Augenhöhe, zum Beispiel durch Hinknien. Stellen Sie sich vor, sagen Sie, dass Sie helfen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei ihm bleiben werden. Erklären Sie auch Kindern immer geduldig, altersgerecht (ggf. Kuscheltier holen) und vor allem ehrlich, was Sie als nächstes tun werden. „Ich verbinde deine Wunde, das kann dir kurz ein wenig wehtun“.

    Nehmen Sie auch die Empfindungen von Kindern ernst, loben Sie hilfreiches Verhalten. Geben Sie dem Bewegungsdrang des Kindes soweit wie möglich nach. Es hilft ihm, Stress abzubauen. Wenn nötig, schirmen Sie das betroffene Kind zügig ab, etwa zum Schutz vor belastenden Anblicken, Geräuschen oder Gerüchen). Decken Sie zu, betreuen, beruhigen und trösten Sie.

  • 9. Wenn nötig: Notruf 112 – gilt europaweit und ist kostenlos

    Immer dann, wenn die Situation nicht einzuschätzen ist oder Zweifel am Gesundheitszustand des betroffenen Kindes bestehen, veranlassen Sie den Notruf 112. Bei mehreren Helfern vor Ort kann eine Person das schnellstmöglich übernehmen. Folgende Informationen sind wichtig:

    • Wo hat sich der Notfall ereignet?
    • Den Standort möglichst exakt angeben und auf weitere Fragen vorbereitet sein, wie z. B.: Was ist geschehen?
    • Wie viele Personen sind betroffen?

    Warten Sie unbedingt ab, bis die Rettungsleitstelle alle wichtigen Informationen abgefragt hat. Legen Sie nicht auf. Ein Notruf wird grundsätzlich durch die Rettungsleitstelle beendet. Ggf. erfolgen durch das Leitstellenpersonal auch telefonische Hilfestellungen bzw. unterstützende Anleitungen.

  • 10. Betroffenen versorgen

    Versorgen Sie das Kind bzw. den Betroffenen entsprechend seiner Symptome, beispielsweise:

    • Wunden verbinden (Einmalhandschuhe benutzen!)
    • Starke Blutungen stillen
    • verletzte Gelenke ruhig stellen
    • durch Schmerzen eingenommene Schonhaltung unterstützen
    • zudecken – in jedem Verbandkasten ist eine Rettungsdecke enthalten, die mit der goldenen Seite nach außen die Körperwärme gut erhält
    • bei Betroffenen mit Atemnot Oberkörper hochlagern
    • Bewusstlose in die Seitenlage bringen, Atmung kontrollieren
    • bei nicht vorhandener (normaler) Atmung mit der Wiederbelebung beginnen
  • 11. Ausgestattet sein

    Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Hausapotheke und Ihren Verbandkasten im Auto: Ist alles vollständig, das Verbrauchsdatum nicht überschritten? Halten Sie am besten auch Erste-Hilfe-Ausstattung für ihre Freizeitaktivitäten wie Rad- und Wandertouren bereit. Bei Kindern im Haushalt ergänzen Sie die Ausstattung um kindgerechtes Verbandmaterial. Motivpflaster sollten in keinem Familienhaushalt fehlen.

  • 12. Vorbereitet sein

    Hand aufs Herz: Kennen Sie die Erste-Hilfe-Maßnahmen, die immer richtig sind? Wir teilen gern unser Wissen. Und besonders wichtig: Frischen Sie Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse immer mal wieder auf.

    Beherzt zugreifen und für jeden das Richtige dabei

    Falls Sie es noch nicht wissen: Seit dem 01. April 2015 lernen Sie das Wichtigste über Erste Hilfe an nur einem Tag (neun Unterrichtseinheiten à 45 Minuten). Besuchen Sie einfach unseren Rotkreuzkurs Erste Hilfe bei Ihrem DRK vor Ort.

    Unser Rotkreuzkurs Erste Hilfe, Rotkreuzkurse Erste Hilfe am Kind und unsere 90-Minuten-Auffrischungsmodule „Fit in Erster Hilfe“ bringen Sie auf den neuesten Stand. Ein passendes Angebot in Ihrer Nähe finden Sie mit Postleitzahlsuche unter www.drk.de/hilfe-in-deutschland/kurse-im-ueberblick/rotkreuzkurs-erste-hilfe/

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