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Rotkreuz-Botschafter Jan Hofer zur Katastrophenhilfe des Roten Kreuzes

Aus engagiert aktuell, Ausgabe 01.2011*: Interview mit Jan Hofer über die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes in Haiti, sein Engagement als DRK-Botschafter und warum finanzielle Unterstützung für Katastrophenhilfe so wichtig ist.

"Weil es schnell gehen muss...". Die Katastrophenhilfe des DRK

Herr Hofer, wie kam es zu dem Entschluss, gerade das DRK zu unterstützen?

In einem persönlichen Gespräch mit Rudolf Seiters nach seiner Wahl zum Präsidenten des DRK habe ich zum ersten Mal die Vielfältigkeit der Aktivitäten wahrgenommen. Ich fand das sehr spannend, vor allem deshalb auch, weil viele Ehrenamtliche, vor allem junge Menschen, beim DRK mitarbeiten. In der Folge habe ich dann durch verschiedene Veranstaltungen aber gerade auch durch Projektreisen im Rahmen der Katastrophenhilfe in den Sudan, nach Afghanistan und Haiti vor Ort erleben können, wie wertvoll und wichtig diese Arbeit ist. Ich freue mich, meinen Teil dazu beitragen zu können, das DRK in seiner Vielfältigkeit darzustellen.

Warum ist die Katastrophenhilfe so wichtig?

Zunächst muss in Katastrophengebieten schnell gehandelt werden, weil es um Menschenleben geht. Es gibt ein Recht auf medizinische Versorgung. Darauf muss man vorbereitet sein und es braucht hierzu eine gut funktionierende Logistik und Organisation. Ich konnte vor Ort selber beobachten, wie wichtig es ist, ein gut funktionierendes Hilfssystem zu haben und Menschen, die genau wissen, was zu tun ist. Und vor allen Dingen hat mir wirklich imponiert, dass eine Handvoll Menschen versucht, die Einheimischen zu motivieren, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Das halte ich für eine unverzichtbare Angelegenheit.

Wenn Sie von einem Recht auf medizinische Versorgung sprechen, wie setzt das DRK dieses Recht um?

Das "Krankenhaus aus der Kiste" ist ein sehr plastisches Beispiel dafür, wie das DRK das Recht auf medizinische Versorgung füllt. Nach dem Erdbeben in Haiti hat das DRK ein Feldhospital eingeflogen - verpackt in über 850 Kisten. Da gibt es u.a. eine Geburtsstation, eine Kinderstation, zwei Operationssäle, eine Frühchenstation und Bettenstationen. Dadurch kann das DRK mitten im Krisengebiet jeden Patienten entsprechend medizinisch versorgen - wie in einem normalen Kreiskrankenhaus. So ein Krankenhaus aus der Kiste muss deshalb im Vorfeld bis ins kleinste Detail vorbereitet sein.

Gibt es ein Erlebnis im Zusammenhang Ihrer Projektreisen, das Sie ganz besonders beeindruckt hat?

Stark in Erinnerung bleibt mir die Situation im Sudan. Da herrscht eine unvorstellbare Hitze, da ist kein Wasser, da ist wenig Strom. Da muss man mit einfachsten Mitteln versuchen, etwas zu organisieren. Sie können z. B. keine hochmoderne elektrische Geburtsstation in einer Wüste betreiben, weil in kürzester Zeit der Sand die Geräte komplett zerstören würde. Da gibt es Leute, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als den Sand wegzufegen, um einigermaßen medizinische und saubere, hygienische Verhältnisse herzustellen. Und plötzlich stellt man fest, dass in diesem Chaos, in diesem unbeschreiblichen Elend dieses Lagers, trotzdem so etwas wie Solidarität entstehen kann.

Wofür benötigt das DRK dringend Unterstützung?

Menschen sehen immer nur - und ich bin sicherlich ein gutes Beispiel dafür - was wir in den Nachrichten senden. Aber wer denkt an die vielen Krisengebiete auf dieser Erde, wo das DRK aktiv ist und die aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit verschwunden sind? Für diese "stillen" Einsätze benötigt das DRK mehr finanzielle Unterstützung, um den Menschen die dringend benötigte Hilfe zuteil werden zu lassen. Das sieht man z. B. in den Logistikzentren des Roten Kreuzes weltweit, wo Hilfsgüter für den möglichen Krisenfall vorgehalten werden - von der wärmenden Decke, über Erste-Hilfe-Ausrüstung bis zu Haushaltspaketen vorbereitet für den Katastrophenfall.

Vielen Dank, Herr Hofer, für das Gespräch.

 

* Das Magazin "Engagiert Aktuell" richtet sich an Staatsanwälte und Richter und informiert über Projekte von Hilfsorganisationen.

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