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Klimawandel: Warten auf die nächste Katastrophe

Foto: Eine alte haitianische Frau mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm

Oma Theodore mit einem ihrer Enkelkinder.

Foto: Ein typisches Haus auf Haiti, verstärkt durch rostiges Wellblech, davor ein Kind

Ein typisches Haus in Anse-a-Veau.

Foto: Ein Mann am Meeresufer im Sonnenuntergang, der im Mülle stochert; im Hintergrund ein Fischerboot auf dem Wasser

An vielen Ufern Haitis türmt sich der Müll.

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Bei Naturkatastrophen, die als Folge des Klimawandels immer häufiger auftreten, ist die Bevölkerung völlig auf sich allein gestellt. Mit einem Projekt zur Katastrophenvorsorge bereitet das Rote Kreuz die Menschen im Westen des Landes auf den Ernstfall vor.

In den Bergen abwarten

Oma Theodore hat schon viel gesehen in dem kleinen Fischerdorf Anse-a-Veau (etwa: Bucht des Kalbes) im Westen Haitis. Die kleinen Steinhäuser mit den großen Löchern in den Wänden schmiegen sich in eine enge Schlucht, die vor dem Müllplatz am Ufer mündet, wo Fisch auf Stöcken trocknet und die Frauen ihre Wäsche ausklopfen. Hier im vorletzten Haus vor dem Wasser zieht Oma Theodore sechs Kinder und Enkel groß. Die drei Hurrikans des letzten Sommers waren die schlimmsten ihres Lebens. Es gibt keine Schutzbauten und keinen organisierten Katastrophenschutz in dieser Region. „Wir gehen in die Berge und warten ab“, erzählt sie. Und die Schäden des letzten Sommers sind noch deutlich sichtbar. Der starke Regen, der mit den Wirbelstürmen einhergeht, spült die abgeholzten Hügel hinab und reißt die Wände der Häuser ein, bevor er sich mit dem tosenden Atlantik vereint. Das Haitianische Rote Kreuz hat nach der Katastrophe mit Wellblechplatten zum Flicken der Dächer ausgeholfen. Eine Nachbarin Theodores lebt neben ihrem zerstörten Haus immer noch in einem vom Roten Kreuz gestifteten Zelt. Ein elendes Leben – Warten auf die nächste Katastrophe.

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Menschen leben von zwei Dollar am Tag, die Lebenserwartung liegt bei ca. 50 Jahren. Auch bei Naturkatastrophen sind sie völlig auf sich gestellt. 22 Tage hat es im Sommer 2008 gedauert, bis die Behelfsstraße über die Hügel in diese Region namens Les Nippes fertig war, weil die Unwetter die einzige Straße überspült hatten. Sie wird bis heute nur von Fährbooten befahren.

Überlebenstraining

„Wir helfen den Menschen das Überleben zu trainieren“, sagt Katharina Ehrmann, die für das Deutsche Rote Kreuz in der Region ein Projekt zur Katastrophenvorsorge für 140.000 Menschen betreut. Es wird von der Bundesregierung finanziert. Überall an den windschiefen Hütten sieht man Rotkreuz-Plakate mit Informationen zum „Siklon“ – wie die Wirbelstürme auf Kreolisch genannt werden. Katharina Ehrmann spricht mit Lehrern und Freiwilligen des Roten Kreuzes, damit sie ihr Wissen, was im Katastrophenfall zu tun ist, an ihre Gemeinde weitergeben können. In ihren Workshops erarbeiten die Menschen u.a. Risikokarten ihrer Region, um besonders gefährdete Gebiete zu erkennen und auch den kürzesten Weg zu einem Schutzgebäude zu finden. Im Nachbarort von Anse-a-Veau, in Petite-Rivière, ist es die Schule auf dem Hügel. Ein Gebäude für 600 Schüler, ohne Wasser, ohne Strom.

Katastrophe Armut

Die Unwetter werden mit dem Klimawandel zunehmen. Daher hat das Rote Kreuz in vielen unterentwickelten Regionen Projekte zur Anpassung an den Klimawandel zur Katastrophenvorsorge. Auf Haiti ist die eigentliche Katastrophe die Armut. „Wenn ich Geld hätte, würde ich mir Land kaufen, an einem weniger gefährlichen Ort. Aber ich habe keins“, sagt Oma Theodore und geht mit ihrem Korb zum Wasser, um den Müll auszuschütten, damit wenigstens die Hühner etwas zu fressen finden.

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17. December 2009. Alter: 5 Jahre
 
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